Seat Leon ST Cupra im Test

Seat Leon ST Cupra im Test

Seat Leon ST Cupra 300 4Drive Seat Leon ST Cupra 300 4Drive Seat Leon ST Cupra 300 4Drive

Seat Leon ST Cupra 300 4Drive im Test

— 19.04.2017

Papis Porsche-Jäger

Ein Kombi mit mächtig Feuer – der heißt bei Seat "Cupra". Wir heizen dem Leon ordentlich ein und jagen ihn über unsere Hausstrecke.

Das karierte Knöpfchen hat Wumms. Drückt man drauf, geht die Post ab. Die Zielflaggen-Taste in der Armaturentafel reguliert vor allem das Fahrverhalten im neuen Leon ST Cupra. Heißt: giftiger am Gas, trockener in der Stoßdämpfung, grantiger im Klang – damit kann Vattern auf die Pirsch gehen. Im Visier: Porsche und andere "echte" Sportwagen. Wie jetzt? Ein Kompakter knöpft sich so etwas vor? Ist diese Beute nicht zu fett?

Allrad und Sportreifen sorgen für eine schnelle Rundenzeit

Nee. 300 PS helfen bei der Verfolgung. DSG-Getriebe, Allradantrieb (optional) und besonders führungssichere Sportreifen (Michelin Pilot Sport Cup 2, zusammen mit Brembo-Bremsen 3230 Euro Aufpreis) halten die Fuhre im Zaum. Tatsächlich klingen bereits die Eckdaten vielversprechend. In weniger als fünf Sekunden ist der schnellste aller Leon ST bei Tempo 100, maximal 250 km/h schafft er. Ob der Leistungs-Laster seine Anlagen auch ordentlich auf die Straße bringt, klärt der AUTO BILD-Sporttest. Wie alle Typen in dieser Lage muss der Seat auch gegen die Stoppuhrrennen. Auf dem Handlingkurs schlägt er sich hervorragend – landet mit 1:36,88 Minuten innerhalb der Kompaktliga direkt unter den fünf Schnellsten.
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Im Bug des Cupra macht der TSI ordentlich Dampf

Kraftvoll: Der Zweiliter-Turbo versorgt den schnellen Kombi mit 300 PS und 380 Nm Drehmoment.

Einen großen Anteil daran hat die bärenstarke TSI-Maschine. Zwei Liter Hubraum plus dicker Abgaslader – das macht vollwertige 380 Newtonmeter Drehmoment, die schon unterhalb von 2000 Touren hellwach sind. Der Allradantrieb arbeitet souverän, brachiale Leistungsabfrage aus der Kehre heraus setzt der Seat entsprechend verlustfrei um. Dabei schaltet das Getriebe die Gänge unspektakulär, doch ziemlich effizient durch. Einziger Makel: Zu häufig wechselt das DSG in unnötig hohe Gänge, etwas mehr Verbissenheit im Halten der lebendigen Drehzahlen würde besser zum sehr sportlichen Charakter passen. Andererseits stemmt sich der Leon unerwartet erfolgreich gegen die nach außen zerrenden Fliehkräfte. Die Reifen bieten enormen Grip, nur in schnellen, engen Kurven schiebt es ihn leicht nach außen. Auf Lastwechsel reagiert der Cupra leicht eindrehend.

Das gerät jedoch nie zickig, lässt sich selbst bei deaktivierter Stabilitätskontrolle stressfrei kompensieren. Sehr fein reagiert der Wagen zudem auf Kursänderungen. Auch der Bremsweg profitiert von den klebrigen Gummis. Aus Tempo 100 zusammengestaucht, benötigt Papis Porsche-Jäger nur 33,1 Meter, um zum Stehen zu kommen – ein Porsche benötigt auch nur rund einen Meter weniger! Ach ja, ganz nebenbei: Auch als Kombi mit 1470 Liter Kofferraumvolumen taugt der ST. Hier zeigt er 911 und Co. sogar die lange Nase.

Technische Daten Seat Leon ST Cupra 300 4Drive:Motor: Vierzylinder, Turbo • Hubraum: 1984 cm³ • Leistung: 221 kW (300 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment: 380 Nm bei 1800/min • Vmax: 250 km/h • Antrieb: Allradantrieb, Sechsgang-Doppelkupplung • Reifen: 235/35 R 19 Michelin Pilot Sport Cup 2• L/B/H: 4548/1816/1431 mm • Kofferraum: 587–1470 l • Leergewicht: 1517 kg • Zuladung: 523 kg • 0-100 km/h: 4,9 s • 0-200 km/h in 18,7 s • Bremsweg aus 100 km/h: 33,1 Meter • Bremsweg aus 200 km/h: 135,6 m • Testverbrauch: 9,2 l Super plus/100 km • Abgas CO2:  219 g/km • Preis: ab 39.220 Euro
Sportwertung Punkte max. Seat Leon ST Cupra 300 4Drive
Karosserie 10 9
Qualität 10 8
Sitze/Sitzposition 20 17
Ausstattung 10 8
Motoreigenschaften 20 18
Fahrleistungen 30 27
Getriebe/Schaltung 20 16
Sound 10 6
Fahrkomfort 10 8
Fahrsicherheit 20 18
Handling 30 25
Rundenzeiten 20 17
Lenkung 20 17
Bremsen 30 24
Unterhalt 10 6
Verbrauch 20 10
Preis 10 5
Gesamtwertung 300 239

Jan Horn

Jan Horn

Fazit

Okay, für einen Porsche reicht es dann doch nicht ganz. Die Rundenzeitentabelle belegt, dass der Seat Leon Cupra Hochkarätern wie dem 911 zwar hinterherhinkt, in seinem kompakten Umfeld dagegen ganz vorn mitmischt. Der Leon ist richtig schnell – doch fühlt es sich gar nicht so an. Im Wesen ist er nämlich leise bis dezent, dabei fahrstabil. Oder: leider etwas blutarm.

Autoren: Jan Horn, Mirko Menke

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