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Seat Leon Top sport 1.9 TDI Allrad — AUTO BILD ALLES ALLRAD 03/2003 — 14.02.2003

Winterkönig auf Spanisch

Winterkönig: Mit Wintereifen ist die Schnee-Traktion des Allrad-Seat erstklassig.
Der Konzernverbund macht’s möglich: Wer den deutschen Golf 4motion langweilig findet, kriegt die gleiche Technik auch im sportlichen Seat Leon 4.
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Motor und Karosserie
Karosserie/Qualität Einst wurden in Spanien ausrangierte Fiat-Modelle weitergebaut; seit Seat zu VW gehört, entstehen dort parallel aktuelle Volkswagenmodelle. Nachdem Skoda im Konzern den Part des Preiskämpfers übernommen hat, bemüht sich Seat um besonderen Pfiff – beim Leon mit Erfolg.

Zwar ist die coupéähnliche Linie mit der extrem flach liegenden Heckscheibe neu. Auch Citroën GS und Kadett E hatten sie schon. Verglichen mit dem plumpen Golf wirkt der Leon trotzdem adrett und modern. Vorn findet man viel Platz, hinten gibt’s weniger Raum als im Golf. Die Verarbeitung ist tadellos. Der Kofferraum reicht für die Familie nur knapp.

Antrieb Die Lenkung ist direkt, die Schaltung exakt, der Motor schiebt kräftig an – das Richtige für sportliche Fahrer. Der Allrad mit Haldex-Kupplung arbeitet perfekt auf jedem Untergrund. Auf 150 PS und fette 320 Nm wird der arme 1,9-Liter-Diesel aufgeblasen. Trotzdem hält sich das Turboloch in Grenzen – man kann auch schon mit 1200 Touren eine Art Beschleunigung erleben. Wer flott im Sechsganggetriebe rührt, sprintet mit dem 1,5 Tonnen schweren Leon in gut acht Sekunden auf 100 und treibt ihn bis auf echte 230.
Fahrwerk und Komfort
Fahrwerk Mit seinen 17-Zoll-Breitreifen bremst der Leon ausnehmend gut. Und man kann mit ihm flott und sicher um die Kurven wedeln. Die Fahrhilfe ESP ist serienmäßig. Mit ihr bekommt man auch die merkliche Untersteuertendenz in den Griff. Airbags gibt’s in üblicher Anzahl.

Komfort Die Sitze der Sport-Ausstattung sind straff, aber bequem. Heizung und Klima arbeiten gut, der Motor tönt gedämpft. Der Federung des Sportfahrwerks fehlt es ein wenig an gekonnter Feinabstimmung. Vor allem bei langen Unebenheiten und schnellerem Tempo spüren die Passagiere unangenehme Hopser.

In der getesteten Topversion macht der Seat Leon unmissverständlich klar, dass er kein Billig-Auto sein will. Dafür ist die Ausstattung komplett. Die Versicherung ist wegen der hohen Typklassen-Einstufung erstaunlich teuer für einen Kompakt-Pkw, der Verbrauch dafür bescheiden.
Fazit und Technische Daten
Fazit Wer keine allzu großen Ansprüche an das Platzangebot stellt, findet im Seat Leon eine attraktive Golf-Alternative. Noch flotter, noch sparsamer, tadellos verarbeitet und hübscher anzusehen als der deutsche Organspender. Ein Sonderangebot ist er aber trotz der jüngsten Preissenkung nicht.

Technische Daten
Motor 4-Zyl.-Reihen-Turbodiesel, vorn quer
Hubraum 1896 cm³
Leistung 110 kW (150 PS) bei 4000/min
Drehmoment 320 Nm bei 2000/min
Bremsen v/h Scheiben/Scheiben
Reifen 225/45 R 17
Leergewicht/Zuladung 1505/445 kg
Anhängelast gebremst/ungebremst 1400/650 kg
LxBxH 4183x1742x1439 mm
Kraftübertragung
Sechsgang-Schaltgetriebe ohne Geländereduktion, Allradantrieb permanent mit zentraler Lamellenkupplung (Kraftverteilung v:h 100:0 bis 50:50)
Messwerte
0–100 km/h 8,2 s
0–130 km/h 14,0 s
60–100 km/h im 4. Gang 6,2 s
80–120 km/h im 6. Gang 11,6 s
Höchstgeschwindigkeit 213 km/h
Bremswegaus 100 km/h (kalt/warm) 38,2/38,0 m
Testverbrauch min./max. 5,3/11,4 l
Testverbrauch (l/100 km) 7,6l Diesel
Kosten
Steuer pro Jahr (Euro3) 262 Euro
Typklassen HPF/VK/TK 19/25/34
Preis 24.150 Euro
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