Seat Toledo von Manuel aus Belgien

Seat Toledo von Manuel aus Belgien Seat Toledo von Manuel aus Belgien

Seat Toledo von Manuel aus Belgien

— 26.10.2005

Geiler Arsch!

Es ist kein Golf V, kein Jetta, kein Passat! Nein, es handelt sich bei diesem rassigen Teil um einen Seat Toledo. Der Belgier Manuel schaffte eine wilde Kreatur mit schönem Hintern, bissigem Gesicht und HiFi satt.

Feindkontakt wurde Manuel zum Verhängnis

Eigentlich sind die Rollen bei Seats Produktpalette ganz klar verteilt. Die Cupra-Serie steht für kompromißlose Sportlichkeit. Gerade auf dem Kompaktsegment stellt Seat mit dem Ibiza dem Bestseller Golf einen ernstzunehmenden Konkurrenten vor die Nase. Somit zielt dieser prinzipiell auf junge Käuferschichten oder auch auf Junggebliebene. Ganz anders der Toledo des spanischen Herstellers. Hatte er in der Vergangenheit doch eher das Image eines Biedermanns, ähnlich wie die Vento-Modelle in den 90er Jahren.

Doch nun ist Schluß mit all den Vergleichen, Erzählungen oder Statistiken. Denn hier kommt ein Modell, das mit beinahe allen Vorurteilen aufräumt. Die Rede ist von Manuels Toledo, der eigentlich nur noch schwer als solcher auszumachen ist. Aber erst einmal der Reihe nach. Der 28jährige suchte sich dieses besagte Modell aus, nachdem er erste Tuning-Erfahrungen an einem B-Corsa gemacht hatte. Eigentlich sollte der Seat sein Alltagsauto werden, aber nach drei Jahren wurde ihm der Kontakt mit einem feindlichen Gegner zum Verhängnis.

Jetzt war eine Entscheidung fällig, entweder den Wagen wieder in den Original-Zustand zu versetzen oder aber einen etwas individuelleren Stil einzuschlagen. Nach Absprache mit Olivier, einem Freund Manuels, der die Tuningschmiede Zen Car im belgischen Brüssel besitzt, war der Umbau eigentlich schon so gut wie beschlossen.

Cleanen, was das Blech hergibt

Hauptmerkmale des Spaniers sind vor allem die tief heruntergezogenen Schürzen. Eine perfekte Mischung aus Seidl, JE Design und Carzone bilden den perfekten Bodykit. Bei der Front entschied man sich für ein Produkt aus dem Hause JE Design, das nach Abänderung durch Zen Car natürlich kaum noch als solches wiederzuerkennen ist. Das Gleiche gilt auch für das Heck. Hier wurde gekonnt ein Seidl-Stoßfänger ummodelliert. Kenner der Szene finden bei beiden Schürzen am unteren Ende den berühmten Tribal-Kit aus dem Hause Carzone, der eigentlich für den Renault Mégane II gedacht war. Manuel und Zen Car sorgten allerdings dafür, daß dies erst auf den zweiten Blick auszumachen ist.

Die Seitenschweller hingegen können ihre wahre Herkunft nur schwer verbergen. Hier verzichtete man bewußt auf ein Mischen der Tuner-Firmen, fügt sich das Design doch fast wie geschaffen für den Seat an dessen hintere Türe an. Auch beim Dachspoiler war keinerlei Modifikation erforderlich. MS-Design lieferte das Teilchen gleich passend.

Wer jetzt denkt, Manuel hätte hier nur auf extreme Optik mit wenig Sinn fürs Detail Wert gelegt, der sollte gleich noch einen zweiten Blick riskieren. Natürlich verdankt der Seat seine außergewöhnlich spacige Optik unter anderem den mit der Frontschürze verspachtelten Scheinwerfern im Morette-Style oder auch den säuberlich eingepaßten Rückleuchten, die eigentlich für die fünfte Generation des Golf gedacht waren. Aber allein die Verspachtelung des gesamten Frontgrills erforderte schon wahres Können. Kein einziger Spalt stört mehr die Frontpartie des Wagens und das Heck. Es wurde gecleant, was das Blech hergab. Eine Kennzeichenmulde sucht man ebenso vergeblich wie Kofferraumöffner oder gar Schriftzüge.

20-Zoll-Felgen unter die doch zierlichen Kotflügel des Toledo zu bringen, das war dann noch eine andere Sache. Aber auch das war nach kurzem Bearbeiten der Kotflügel gar nicht mehr so unvorstellbar. Seitdem zieren Lenso-Felgen des Typs KTN die Radaufnahmen des Seat. Das verbaute Airride von GAS sorgt für eine Bodenfreiheit zwischen 0,5 und 17 Zentimeter.

Mehr als 16 Neonröhren im Innenraum

Selbstverständlich würde der Seat auch ohne Luftfahrwerk nicht gerade unauffällig durch die Straßen rollen, sorgte doch Zen Car für eine derart auffällige Lackierung, wie wir sie sonst nur von Firmen wie zum Beispiel Crazy Colors gewöhnt sind. Während das Dach noch im Serienblau erstrahlt, begibt sich der mittlere Teil wahrhaft zackig in ein Sonnenscheingelb unterhalb der Fensterlinie. Das untere Drittel des Wagens wurde in dezentem Nacréweiß gefärbt.

Im Innenraum geht es im selben Stil weiter, wie es das Äußere verspricht. Mehr als 16 Neonröhren hat Manuel in seinem Show-Mobil verbaut. Im Kofferraum wurden alle wichtigen Zubehörteile montiert, die das Alpine MP3-Radio ansteuert. Neben CD-Wechsler, DVD-Player und MD-Player findet der Betrachter auch noch eine sauber installierte Endstufe von Alpine sowie drei 30er Subwoofer von Rockford Fosgate mit einer Leistung von je 300 Watt. Für genügend Baß ist also auch gesorgt.

Fragt man Manuel nach der Zukunft seines Toledo, lächelt der Belgier nur verträumt in die herbstliche Sonne und meint: "Flügeltüren wären was Schönes. Aber schlagt ihr mir doch etwas vor!" Nun ja, ehrlich gesagt, Manuel, wir wissen es nicht, denn mit diesem Seat hast du die Toledo-Szene ganz schön nervös gemacht.

Autor: Roger Kieffer

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