Sebastian Vettel in der Formel 1

Sebastian Vettel in der Formel 1 Sebastian Vettel in der Formel 1

Sebastian Vettel in der Formel 1

— 19.06.2007

Alle lieben "Bubi-Schumi"

Ein halbes Jahr nach Schumis Abschied brummt mit Sebastian Vettel wieder ein Deutscher in unsere Herzen. Aber BMW lässt ihn nicht weiterfahren.

Die Super-Premiere von Sebastian Vettel (19, ein WM-Punkt) entzückt Deutschland. Alle lieben Bubi-Schumi. Bis zu 8,37 Millionen Zuschauer erlebten den Einstand des jüngsten deutschen Formel-1-Fahrers aller Zeiten live bei RTL – Saisonrekord! In den Internetforen überschlagen sich Lobeshymnen und Liebesbekundungen. Formel-1-Experte Hans-Joachim Stuck zu BILD: "Sebastian ist das ideale Vorzeige-Objekt eines deutschen Bubis, so wie ihn die Muttis lieben. Aber das beste ist: Unter der smarten Schale steckt ohne Ende Substanz." Ex-Weltmeister Niki Lauda: "Vettel kommt von der Formel Nix in die Formel 1 und macht einen Bombenjob! Das ist ein guter Junge, auf den man einfach abfährt."

Meister Schumi hat das Talent von Sebastian Vettel schon früh erkannt.

Doch der weltweit jüngste Punktesammler aller Zeiten muss seinen BMW in zwölf Tagen wieder Crash-Pilot Robert Kubica (22, Polen) überlassen. BMW-Motorsport-Boss Mario Theissen: "Sebastian hat jetzt den Einstieg in die Formel 1 geschafft. Aber sobald Kubica wieder fit ist, wird der wieder fahren." Die BMW-Sicht: Stammfahrer Kubica hat in punkto Erfahrung und Schnelligkeit zurzeit noch Vorteile gegenüber Vettel. Der deutsche "Rohdiamant" soll erst noch einige Monate geschliffen werden, bevor er zum Stammfahrer aufsteigt. Das BMW-Problem: Der total natürliche Vettel besitzt schon jetzt die höchsten Sympathiewerte aller deutschen Fahrer.

Aus PR- und Werbegründen müsste er sofort ein festes Cockpit im weltweiten Marketing-Zirkus der Formel 1 bekommen. Das zweite BMW-Problem: Vettel, der neben Formel-1-Tests dieses Jahr die Renault World Series (WSbR) fährt (und souverän anführt), hat jetzt Vollgas-Blut geleckt. Der Rückschritt von 750 auf 425 PS wird ihm nach dem Indy-Rennen doppelt schwer fallen. Nach der Zieleinfahrt gestand er: "Schade, dass es schon vorbei ist." Klar ist: Bubi-Schumi will lieber heute als morgen zurück in ein Formel-1-Cockpit. Nur mit viel "Glück" klappt's schon in Frankreich wieder (1. Juli 2007) – wenn die FIA-Ärzte Kubica am 28. Juni für "nicht einsätzfähig" erklären. Doch daran scheint BMW nicht zu glauben: Beim wichtigen Test ab heute in Silverstone fährt neben Nick Heidfeld nicht Vettel – sondern der zweite Testfahrer Timo Glock.

Der Vater war vor Ort – und die Mama vor dem Fernseher

Vettel (Mitte) jubelt: Sieg auf dem Nürburgring (WSbR) im Mai 2007.

Während Vater Norbert das Rennen von der Tribüne in Indianapolis aus verfolgte, fieberte Sebastian Vettels Mutter Heike (46) zu Hause in einem Industriegebiet im südhessischen Heppenheim vorm Fernseher. Mit dabei: Sebastians Schwester, sein kleiner Bruder Fabian (8), sein bester Freund Steffen und eine sehr gute Freundin der Familie. Heike Vettel gestern zu BILD: "Ich bin natürlich richtig stolz. In diesen Momenten ging mir alles noch mal durch den Kopf: Wie damals alles anfing, als mein Sebi mit drei Jahren das erste Kart bekam. Später sein erstes Rennen mit sieben. Letztes Jahr die schwere Zeit, als er trotz Doppelbelastung ein ordentliches Abi machte."

Nach dem Rennen trank die Familie ein Glas Sekt auf den Bubi-Schumi. Die Mama: "Nach dem Unfall von Robert Kubica hatte ich großen Respekt. Da wird einem bewusst, wie schnell alles in die andere Richtung gehen kann." Bis gestern (18. Juni) gab's freilich noch keinen Kontakt zum Sohn. Dass es so weit nach oben geht, hat Mama Vettel gewusst: "Er ist ein ganz lieber Kerl – aber schon immer extrem zielstrebig gewesen. Er hat immer versucht, das Beste aus allem herauszuholen. Und er ist für sein junges Alter sehr, sehr selbstständig." Das bewies er in Indianapolis – uns und seiner Mutter.

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