Sebastian Vettel: Interview

— 16.11.2012

Eine echte Bilderbuch-Karriere

Am 18. November 2012 kann Sebastian Vettel beim Grand Prix der USA seinen dritten WM-Titel klar machen. Für AUTO BILD MOTORSPORT ließ er sich mit Gegenständen fotografieren, die seine einmalige Karriere symbolisieren.



Trotz seiner sechs Jahre in der Formel 1 steckt in Sebastian Vettel (25) immer noch ein kleiner Junge. Als AUTO BILD MOTORSPORT ihn auf seinen 100. Grand Prix am kommenden Wochenende (16. bis 18. November 2012) in Austin (Texas) anspricht, zieht er als Erstes den Vergleich mit dem Bub im Schwimmbad. "Da ist es ist wie mit der Rutsche", sagt er. "Man kann schon hundertmal runtergerutscht sein. Es macht immer noch so viel Spaß wie beim ersten Mal!" Erst danach wird aus dem Lausbub der Doppelweltmeister.

Vettel: "Dass ich jetzt schon mein 100. Rennen fahre, zeigt mir, dass die Zeit wie im Flug vergeht." Und dass seine Karriere bisher voller positiver Eindrücke war. "Denn wenn man etwas genießt, guckt man nicht auf die Uhr." Damit sich der Heppenheimer trotz fehlendem Zeitgefühl an die wichtigsten Rennen erinnert, hat AUTO BILD MOTORSPORT ihn mit Personen und Gegenständen konfrontiert, die in seiner Formel 1-Karriere eine besondere Rolle gespielt haben. Exklusiv nimmt der Doppelweltmeister zu sieben seiner 100 Grand Prix Stellung.

Der Helm vom ersten Formel 1-Rennen

Der Helm von damals: Seinen ersten Grand Prix fuhr Vettel 2007 für BMW-Sauber.

Vettel (überrascht): "Wo habt Ihr denn den her? Das müsste der Helm gewesen sein, mit dem ich mein erstes Rennen gefahren bin. Ist ja auch nicht so schwer zu erkennen mit dem BMW-Logo drauf. Ich verrate jetzt was: Während des Rennens war ich komplett zerstört, konnte meinen Kopf nicht mehr gerade halten und war dann relativ glücklich, als ich die Ziellinie gesehen habe. Da wusste ich, dass ich noch viel zu tun habe."

Der Regenschirm vom ersten Sieg

Sein früherer Toro Rosso-Chef Franz Tost überraschte Vettel mit einem Schirm als Symbol für den Sieg im Regen von Monza.

Vettel: "Ahh! Dieser Gegenstand kann ja sogar sprechen!" Franz Tost: "Weißt' noch, als es am Samstag anfing zu regnen?" Vettel: "Ja, das war nicht schlecht. Aber was die meisten ja gar nicht wissen: Am Samstagvormittag waren wir uns nicht sicher, wie lange der Regen anhält. Also haben wir den Heckflügel etwas flacher gestellt (gut für Topspeed, schlecht für Haftung: d. Red.). Zum Glück hat es uns am Ende nicht geschadet (Vettel hat im Regen Poleposition und Sieg geholt.) Der erste Sieg war etwas ganz Besonderes. Woran ich mich natürlich erinnern kann, aber auch der Franz und das ganze Team: Wir hatten damals nicht wirklich das Material, um ganz vorne reinzufahren. Deshalb waren wir Samstag schon auf Wolke sieben und sonntags war es fast wie ein Märchen, das nicht zu Ende ging.

Tost: "Das war eine Superleistung von Sebastian. Für mich hat er den Grundstein bereits im verregneten Training am Freitag gelegt. Dort sind wir den ganzen Tag gefahren und haben so die beste Abstimmung für das schlechte Wetter gefunden. Und ich kann mich noch erinnern: Als Lewis Hamilton dann im Qualifying mit Intermediates rausgefahren ist, habe ich zu Gerhard Berger (damaliger Teambesitzer; d. Red.) gesagt: "Die Pole hat der Sebastian jetzt!" Mit Intermediates hatte der bei dem Wasserstand null Chance. Danach bist du ein tolles Rennen gefahren, mit dem du den Grundstein gelegt hast zu deiner Superkarriere und zu deinen Weltmeistertiteln. Vettel (umarmt Tost): Danke!

Die Sturmhaube vom ersten WM-Titel

Diese Strumhaube trug Vettel, als er 2010 in Abu Dhbai zum ersten Titel raste.

Vettel: "Das mit der Sturmhaube war so ein Ding zwischen meinem Ingenieur Rocky und mir. Irgendwann im Laufe des Jahres hatte er mich mal gefragt, welches Wort dafür steht, warum ich das alles hier mache. Mein besonderes Wort ist Monza, womit ich meinen ersten Sieg verbinde. Um mich daran zu erinnern, wozu ich eigentlich hier bin, hat Rocky das Wort vor dem Rennen in Abu Dhabi auf meine Sturmhaube geschrieben. Mein großes Ziel war es immer, einmal um die Weltmeisterschaft zu fahren und sie dann auch zu gewinnen. Als das dann soweit war, war es im ersten Moment das alles zu verstehen. Der Titel bedeutet mir immer noch unheimlich viel. Es war der Beweis für mich selbst, dass ich gut genug bin, das zu schaffen."

Der Mansell-Schnurrbart

In Abu Dhabi 2011 holte Vettel seine 14. Pole Position.  Als Gag rannte er mit einem Schnurrbart durch die Box.

Vettel: "Da ging es darum, dass ich Nigel Mansells Rekord von 14 Polepositions in einer Saison erst eingestellt und dann auch überboten habe. Das war für mich etwas ganz Besonderes. Und weil Nigel bekannt war für seinen Schnurrbart, war dies die Hommage daran. Eigentlich war es nur als teaminterner Gag gedacht. Als ich dann aber mit Schnurrbart durchs Fahrerlager gerannt bin, ließ es sich nicht vermeiden, dass jeder das gesehen hat."

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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