Sechs V12 von Lamborghini — 06.04.2011
Alles auf die Zwölf
2011 tritt ein neuer Zwölfzylinder die Nachfolge des Lamborghini Murciélago an. Grund genug, die Geschichte der Zwölfender im Zeichen des Stiers bis zurück zu den Anfängen zu erzählen.
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Es war Anfang der Sechziger, als der erfolgreiche Unternehmer Ferruccio Lamborghini beschloss, ein eigenes Auto zu bauen. "Ich habe in der Vergangenheit einige der teuersten Gran Turismo besessen, und in jedem dieser großartigen Autos habe ich Mängel gefunden. Zu heiß. Oder unkomfortabel. Oder nicht schnell genug. Oder schlampig verarbeitet. Jetzt will ich selbst einen fehlerlosen GT bauen. Nichts Außergewöhnliches. Ein ganz normales Auto. Aber ein perfektes Auto", sagte der Firmengründer 1964 der Zeitschrift "Sporting Motorist". Das Ergebnis ist auch heute noch fesselnd. Der 350 GT wirkt im Inneren sehr hell und luftig, unter Volllast schmettert er eine ohrwurmträchtige V12-Fanfare. Ich sitze hinter einem riesigen dünnen Holzlenkrad, genieße das typische Geruchsspektrum "alter" Autos und das Gefühl, den ersten V12 von Lamborghini auszukosten. Noch immer ist das von Giotto Bizzarrini 1963 in nur etwa vier Monaten konstruierte Aggregat mit sechs Weber-Doppelvergasern ein Gedicht. Sämig dreht der Motor aus jeder Drehzahl hoch, immer noch geschmeidig und kraftvoll – nach mehr als 40 Jahren.
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Ungewohnt ist die Sitzposition: Um die Beine unter das Lenkrad zu bekommen, sitzt man relativ weit hinten und greift das Volant mit fast durchgestreckten Armen – heute ein Unding, aber damals noch als sportliche Haltung angesehen. Als schneller, elegant gestylter und gut verarbeiteter Gran Turismo mit fortschrittlicher Einzelradaufhängung begründete der 350 GT den Ruf der neuen Marke, die im März 1966 mit einem gewaltigen Knall auf sich aufmerksam machte. Knallen kann der Miura auch heute noch, wenn bei der Gaswegnahme unverbrannter Sprit für Fehlzündungen sorgt. Doch was da von einer bis dato durch lediglich ein paar Dutzend verkaufte Autos bekannten Firma 1966 auf dem Genfer Salon geboten wurde, ging eher in Richtung Urknall und hat die Sportwagenwelt für immer verändert. Der Miura ist nicht nur bis heute eines der schönsten Autos aller Zeiten. Sein Konzept mit hinter den Insassen quer eingebautem Mittelmotor und leichtem, selbsttragendem Chassis war ebenso kühn wie richtungsweisend für Straßensportwagen der folgenden Generationen. Die oft zitierte Rivalität zwischen Ferruccio Lamborghini und Enzo Ferrari erhielt mit dem Miura eine neue Qualität, denn jetzt kam das schnellste Serienauto nicht mehr aus Maranello, sondern aus dem etwa 40 Kilometer entfernten Sant’Agata Bolognese. Miura fahren ist nichts weniger als die Erfüllung eines automobilen Traums. Mein Blick wandert vom Rückspiegel, wo sich der auf vier Liter vergrößerte, jetzt von vertikalen Dreifachvergasern belebte V12 aus Aluminium mächtig abzeichnet, zu der aufregend geschwungenen Linie der Kotflügel. Die präzise Lenkung ohne Rückstellkräfte, das überraschungsfreie, neutrale bis übersteuernde Fahrwerk und die ausgewogene Gewichtsverteilung wecken schnell Vertrauen.
Man sitzt oder besser liegt sehr tief in den Sitzschalen, die für die damalige (servolose) Zeit sehr direkte, aber nicht schwergängige Lenkung vermittelt ein sehr agiles Fahrgefühl. Der Miura folgt jedem kleinen Zupfen am Volant sofort, der Motor ist bissiger als der des 350 GT und scheint mit jedem Zündfunken direkt die Seele des Fahrers zu elektrisieren. Ein Manko des Miura: Die bis zu 290 km/h (Werksangabe SV) schnelle Flunder konnte, bedingt durch die Einbaulage des Motors, auf der Vorderachse unangenehm leicht werden – und Spoiler waren Mitte der 60er noch nicht gebräuchlich.
Alle Zwölfzylinder-Highlights von Lamborghini finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es in AUTO BILD SPORTSCARS 3/2011.
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Kommentare zum Artikel (11)
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zum Glück hat man auf die aufschreie gehört als man seitens AUDI anfing, DESIGN und so zu verändern , sonst könnt würde wahrscheinlich Lampo nur noch als label geben.
siehe BUGATTI, LANCIA ect sind heute nicht mehr als nur noch namen stat ihrer selbst
was ist besser fuer ihnen ? ferrari oder lamborghini. der reventon ist fuer mich das schoenste sport aauto den es jeh gegeben hat auf der erde.noch exclusiver als ferrari.wie hat das angefangen dass italien die schoensten sportwagen der welt entwickeln ? LAMBO UND FERRAI MASERATI woher kommt die grosse sport tradition in italien ? wirklich paradoxal auf einer seite die kleinsten wie fiat 500 und auf der anderen seite so'ne monsters wie der reventon ? WER kann mir antworten danke und noch guten sonntag.
@dagamba: Die Autobauer könnten die Motoren schon so klein bauen, aber dürfen sie nicht
Abgasreinigung und Lärmschutz nehmen halt Platz weg.
Eine vernünftige Kühlung ist auch nicht zu verachten, die Miuras sind gerne mal überhitzt.
Es ist zwar toll so etwas kleines zu bauen, aber es sollte auch vernünftig funktionieren. ;-)
Und natürlich war es auch nur ein 3,9l V12, d.h. 0,325l pro Zylinder. Also gleiches Verhältnis wie ein 4 Zylinder mit 1,3l.
Hat einer mal den 12-Zylinder vom Miura live GESEHEN? Also so ganz nackt? IM Miura sieht der ja schon auffällig klein aus! Die kompakte Motor-Getriebe-Einheit war mal im Audi-Museum ausgestellt, sogar zum anfassen nahe. Der ist so WAHNWITZIG KOMPAKT und sieht so derartig klein aus, man könnte wetten, dass das auch in einen Golf vorn quer reingeht!
Dass die ganzen Autobauer heute sowas nicht mehr hinkriegen! Alle schreien nach mehr Effizienz und kompakteren Ausmaßen und weniger Gewicht, aber der Miura hat die Latte so hoch gelegt, dass moderne Autos nicht mal wagen, darüber zu springen!
Lambo ist besser als Sex....aber mit den richtigen 6 würde ich mir sofort einen zulegen....:-) am besten einen alten 400 GT oder eben den 350 GT na klar der Countach ist der Hit aber der aktuellste ist auch nicht ohne Avantador....oder so...