Segway bereits in 12 von 16 Bundesländern zugelassen.

Segway-Roller

— 12.08.2008

Mofa-Schein ist Pflicht

Bereits drei Viertel der Bundesländer haben den schrägen Segway-Elektroroller für den Verkehr zugelassen. Bedingung zur Bedienung der "Mobilitätshilfe" ist dabei ein Mofa-Fürerschein sowie das dazugehörige Versicherungskennzeichen.

Ein Exot wird domestiziert: Anfangs regte sich fast jeder über das Yuppie-Shuttle Segway auf, das aus den USA vor einigen Jahren nach Europa schnurrte. Nach und nach beruhigen sich nun die Gemüter. Sicheres Zeichen für die bevorstehende Einbürgerung: Inzwischen haben sogar die Bürokraten eine Definitions-Schublade für das seltsame Fahrzeug gefunden. Vom Bundesverkehrsministerium wird der einachsige E-Roller nun nach angestrengter Nachdenkerei als "elektronische Mobilitätshilfe" klassifiziert und dem Fahrrad gleichgesetzt. Das heißt: Wo es Radwege gibt, haben Segway-Chauffeure diese auch zu gebrauchen – da ihr Gefährt aber nur maximal 20 km/h erreicht, können sportliche Radler dort künftig Segways als Slalom-Stangen benutzen.

Anders in Fußgängerzonen: Hier setzen sich künftig arglose Omas dem nicht unbeträchtlichen Risiko aus, von geräuschlos dahinwieselnden Segways aus dem Hinterhalt erlegt zu werden. Daher gönnt Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee den Eigentümern der großformatigen Elektro-Spielzeuge in solchem Umfeld allenfalls Schrittgeschwindigkeit. Und: Sie müssen mindestens den Mofa-Führerschein besitzen, ließ der Politiker jetzt wissen. Tiefensee hat auch entdeckt, dass der Segway emissionsfreien und fast geräuschlosen Antrieb besitzt, was ihn zum "umweltfreundlichen Verkehrsmittel" qualifiziere. Eine entsprechender Gesetzesentwurf sei den Bundesländern und Verbänden zugesandt worden. Wie desöfteren, ist das Verkehrsministerium allerdings auch beim Segway der Realität ein wenig hinterher: Bereits zwölf von 16 Bundesländern haben Verordnungen zur Zulassung des Rollers erlassen, jetzt auch Niedersachsen und Thüringen.

In den USA erfreut sich das minimalistische Fahrzeug wachsender Beliebtheit: Insbesondere Städter nutzen es, um mittlere Entfernungen bequem zurückzulegen. Der Segway zieht seine Energie von Akkus, die bis zu 40 Kilometer weit reichen sollen. Es gibt neben der Standardverseion auch eine Polizeiausführung mit Geräteträger und einen Cross-Segway mit extragroßen Reifen für Ausflüge ins Uferlose. Sogar die Crashfestigkeit des Rollers bzw. seines Fahrers wurde bereits getestet; wobei der initiierende Gesamtverband der Schadenssicherer (GdV) als Resümee der Untersuchung jedem Segway-Piloten das Tragen eines Helms empfiehlt. Die "elektronische Mobilitätshilfe" des US-Herstellers Segway kostet ab 5990 Euro.

Autor: Roland Wildberg

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