Rückblick: SEMA 2006

SEMA 2006 SEMA 2006

SEMA 2006

— 01.12.2006

Die große Staunschau

Die Füße sind wund, die Beine schwer, an Schlaf mangelt es eklatant. Trotzdem hat sich die Rennerei gelohnt: Die wildesten Kreationen der SEMA 2006. Mit verrückten PS-Monstern, nächtlangen Partys und natürlich heißen Girls ohne Ende!

Viel PS, viel Haut, wenig Understatement, wenig Kleidung. Die SEMA machte auch 2006 ihrem Ruf als Veranstaltung mit totaler Reizüberflutung alle Ehre. Wir reisten diesmal noch früher an, um die Aufbauarbeiten und zahlreichen Rahmenveranstaltungen zu besuchen. Beim Spaziergang durch die sich füllenden Hallen fiel sofort auf: Die SEMA wächst (zumindest dieses Jahr) nicht (noch) weiter. Eine gute Nachricht für unsere Füße, die aber trotzdem arg strapaziert wurden. Nachdem der Rundgangs-Kampfplan ausgearbeitet ist, konzentrieren wir uns auf die einfahrenden Boliden. Sonst verpasst man nämlich die herrlichen Motorenklänge von tiefen Flundern und hohen Offroad-Giganten. Am Abend stimmt uns das jährlich abgehaltene Vegoose Music Festival auf die kommenden Attraktionen ein. Dutzende Bands wie Jurassic 5, Damian Marley, G. Love & Special Sauce, Guster, Tom Petty and the Heartbreakers, Widespread Panic sowie die lokalen musikalischen Helden "The Killers" sorgen schon am Abend vor der SEMA für ausgelassene Party-Stimmung.

Ein starkes Stück: Hummer H2 mit 34-Zoll-Asanti-Felgen.

Am nächsten Tag haben sich die langweiligen Zementhallen, vollgestopft mit hölzernen Kisten, in tapezierte Säle mit reichlich motorisiertem Augenschmaus verwandelt. Von gigantischen Ford F-650 Pickups mit drei Sitzreihen auf haushohen Fahrwerken bis zu japanischen Giftzwergen ist alles vertreten. Das diesjährige Motto der SEMA lautete American Muscle. Zahlreiche Leistungsträger vergangener Tage wie der Dodge Charger oder Chevy Camaro ließen die Ära von unbändiger Kraft wieder aufleben. Muskeln kann man aber auch anders darstellen, wie ein weißer Hummer mit 34-Zoll-Asanti-Felgen eindrucksvoll unter Beweis stellt. Letztes Jahr waren die Jungs von West Coast Customs, bekannt aus der US-Serie "Pimp My Ride", mit ihrem von Rappern und knapp bekleideten Mädels bevölkerten Stand die Stars. Dieses Mal stiehlt Chip Foose allen die Show. Sein auf 50 Exemplare limitiertes Hot Rod verfügt trotz seiner schmalen Karosserie über ein 500-PS-Herz.

Heiße Show: Drift-Meister Samuel Hübinette heizte den Zuschauern ein.

Auch manche Hersteller betreten mit ihren eigenwilligen Kreationen Neuland. Volvo zeigt in Zusammenarbeit mit Caresto bereits seinen zweiten Hot Rod, während Toyota einen FJ45 Pickup mit 800-PS-Triebwerk und Lowrider-Fahrwerk szenentauglich umbaut. Während die Japaner amerikanische PS und Show-Effekte zu nutzen wissen, springen die Amis auf den immer populärer werdenden Drift-Zug. Mittags, in der heißen Sonne, heißt es rund um die Messehallen: Hot Dog zum Lunch, Donuts zum Dessert: Samuel Hübinette gibt dort in atemberaubend qualmreicher Manier (vor allem wegen der umherwabernden Rauchwolken samt Gummifetzen) seine Quertreiber-Fertigkeiten zum Besten. Vor allem als er bei seinen Kunststücken halb aus dem Auto hängt, tobt die vergnügte Menge. Doch auch stählerne Körper mit passendem Antrieb aus Europa sind zu bewundern. Der Golf GTI von APR mit 400 PS sowie der Evolve Volvo C30 samt 500 unterhaubischen Pferden führen die PS-Kolonne eindrucksvoll an.

Dunkle Zeiten für diesen CLS: Mattschwarz ist die neue Trendfarbe!

Allerdings wird nicht nur Leistung verlangt. Der Publikumsverkehr staut sich auch vor optischen Highlights. D.A.D. spendiert einem Mercedes SL 600 ein unverwechselbares und sündhaft teures Kleid aus 300.000 Kristallen. Zu den weiteren Blickfängen gehört ein Chevy Caprice Baujahr 1980 mit 30-Zoll-Schlappen sowie eine pechschwarze Chrysler 300 Stretch-Limousine. Schwarz scheint aber seine Vormachtstellung an Matt abzugeben. Von Golf über Toyota bis hin zum edlen Mercedes CLS sind viele Exemplare in das stumpfe Farbkleid gehüllt. Bei Letzterem kostet die Lackierung satte 30.000 Dollar!

Eine weitere Attraktion bieten die neuen Räder. Tausende von Felgen schmückten das untere Stockwerk der South Hall. Vor lauter Vielfalt ist es hier noch schwieriger, Aufmerksamkeit zu erregen. Also benutzen die Hersteller die ultimative und wirkungsvollste Werbung: vollbrüstige Girls. Nirgendwo sonst tauchen die attraktiven Mädels so zahlreich auf wie an den Felgen-Ständen. Nicht nur für Zocker ist Las Vegas deshalb ein Paradies!

Autoren: Isaac Hernandez, Frank Wiesmann

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