SEMA Show 2005

SEMA Show 2005 SEMA Show 2005

SEMA Show 2005

— 30.11.2005

Wer bietet mehr?

Die Welt der getunten Automobile überfiel mal wieder Las Vegas. Mit mehr Autos, Frauen und Felgen als je zuvor, getreu dem amerikanischen Motto: "Bigger is better". AUTOTUNING lief sich die Füße wund, um für Euch die geilsten Karren der US-Messe zu finden.

Mit 'ner Leiter in den Innenraum

Es waren diesmal über 100.000. Sie pilgerten nach Las Vegas, füllten die zehn Hektar große Ausstellung und staunten nicht schlecht. Wer hätte 1967 gedacht, als die SEMA gegründet wurde, daß die US-Zubehörindustrie so an Bedeutung gewinnen würde? Damals kamen etwa 3000 Besucher, um sich die Produkte von 98 Herstellern anzuschauen. Heute kann man in vier Tagen noch nicht mal von einem Ende der Messe zum anderen laufen.

1900 Aussteller buhlen um die Bewunderung der Besucher. Ein Ende des Wachstums scheint nicht in Sicht. Alle paar Jahre verdoppelt sich die Zahl der teilnehmenden Autos. Wenn das so weitergeht, werden vier Tage bald nicht mehr ausreichen, um auch nur annähernd alle Highlights zu sehen.

SEMA ist also größer denn je. Das scheint auch das Motto der Aussteller zu sein. Daß die Benzinpreise in den Wolken schweben, spielt keine Rolle. Die getunten Fahrzeuge befinden sich auf gleicher Höhe, denn die Lift-Kits steigern die Bodenfreiheit fast ins Grenzenlose. Einige Firmen wie AMP Research stellten versteckte Seitenschienen vor, die zum Vorschein kommen, wenn die Tür geöffnet wird und so den Einstieg erleichtern, ohne Bodenfreiheit zu opfern. Aber selbst diese reichen nicht aus, um die schwindelerregenden Höhen der Innenräume zu erklimmen. Wir brauchen eine Leiter. Und wenn das Motorrad auf die Ladefläche des Pickup soll? Kein Problem, wenn es da nicht hoch kommt, kommt die Ladefläche eben runter, so jedenfalls machte es ein höhergelegter Chevy mit einer Harley hinten drauf.

Der gigantische International CXT, der in vielen US-Staaten mit einem Pkw-Führerschein bewegt werden kann, war das Objekt vieler Tuning-Schmieden wie West Coast Customs. International hatte einen riesigen Stand, passend zu den Fahrzeugen. Unzählige vollbusige Schönheiten standen bereit, um Poster zu signieren. Das ist an sich nichts Neues, aber auch hier scheinen es immer mehr zu werden. Wie schön!

Höher reicht aber nicht, länger muß es auch noch werden. Am besten eignen sich hierfür sechsrädrige Fahrzeuge wie der Hummer H6 Players Edition. Er kostet in den USA umgerechnet mehr als 92.000 Euro und wird in Europa von einer englischen Firma vertrieben.

30-Zöller am Hummer H3

Im Sommer stellte Dodge den langen Ram Megacab vor, ein Pickup mit Rücksitzen von gewaltigem Ausmaß. Die waren neben Ford und Chevrolet Pickups stark vertreten. Ein Dub Car hat mindestens 20-Zoll-Räder. Aber heute erscheint selbst diese Größe schon mickrig. Die Räder werden jedes Jahr größer, soviel ist sicher. Autos und Trucks mit riesigen Schlappen gab es zuhauf, am meisten beeindruckte uns der Hummer H3 von Giovanna Wheels mit 30 Zoll an der Hinterachse.

Bling-Bling kommt aus dem Hip-Hop-Slang und bedeutet teurer Schmuck. Der Name stammt aus Jamaica, wo man so das Geräusch von glitzernden Edelsteinen in Zeichentrickfilmen nachahmte. In letzter Zeit wurde das Wort allerdings über Gebühr in Fernsehen und Werbung benutzt, zum Beispiel für den Cadillac Escalade, und ist zu einem sarkastischen Rapper-Ausdruck verkommen. Dennoch war Bling-Bling auf der SEMA in aller Munde. Anders ließ sich der blitzende Anblick nicht in Worte fassen. Schließlich waren mehr Chrom, Diamanten und Kristalle zu sehen als bei einer Sammlung überrestaurierter Oldtimer.

IcedOutEmz ist eine neue Firma, die Embleme mit Swarovski-Kristallen herstellt. Dort wird eine Plakette für das Über-SUV Ford Expedition produziert, aber auch eine Reihe von "Wie groß sind Deine?"-Plaketten zum Preis von 140 Dollar, um stilvoll mit seiner Felgengröße anzugeben (für 20, 22, 24, 26 und 28 Zoll).

Aber warum soll die Felgengröße nur mit Edelsteinen ankündigt werden? Warum bringt man diese nicht gleich auf den Rädern an? Asanti hat diese Idee an Mater P's Rolls-Royce Phantom verwirklicht und dessen fünf Speichen mit riesigen Klunkern verziert. Doch damit nicht genug: Auf der SEMA haben sie das "teuerste dreiteilige Rad aller Zeiten" vorgestellt, mit über 1200 Diamanten und 800 Saphiren. Insgesamt stecken 1100 Karat vom weltberühmten Juwelier Icelink auf dem glänzenden Stück. Der Preis für den Satz? Schlappe 930.000 Euro, natürlich ohne Ersatzrad! Fahrer eines sechsrädrigen Hummer H6 Players Edition müssen selbstverständlich 50 Prozent mehr bezahlen.

Nur für Fachpublikum und Promis geöffnet

Mit dem Glanz scheint die Farbe Schwarz wieder im Kommen zu sein. Zierrat kommt so noch besser zur Geltung. Unter den Regenbogenfarben der Lackierungen von Las Vegas kam der dunkle Ton am häufigsten vor. Wir haben ein paar Autos entdeckt, die eine Mischlackierung aus glänzendem und mattem Schwarz zeigten, was besonders geil aussah. Auch einige Schwarz-Weiß-Töne begeisterten die Menge. Fast jeder Stand zeigte Fahrzeuge mit multiplen und unglaublichen Lackierungen. Selbst Felgen mit verschiedenen Farbtönen waren zu sehen.

Natürlich waren die beliebten Flammen auch wieder dabei, kombiniert mit Totenköpfen oder sogar brennenden Haaren. Bis jetzt waren nur amerikanische Hersteller "Manufacturer of Show" auf der SEMA. Letztes Jahr sponsorte Ford die Veranstaltung und stellte den Mustang vor. Dieses Jahr hatte Honda nun die Ehre und hängte den neuen Civic an die große Glocke. Deswegen wurde auch der Civic SI auf der SEMA offiziell vorgestellt. Neben einem Civic SI Concept Car mit rot-weißem Alcantara waren viele getunte Civics, Ridgeline Pickups und sogar das Sportcoupé Acura RSX zu sehen.

Mit über 2000 Autos war auf der SEMA für jeden etwas dabei: SUVs, Pickups, Motorräder, Quads, Oldtimer, Muscle Cars, Hot Rods, europäische Supersportwagen, Elektroautos, Monster-Trucks, Formel-1-Boliden, Moto-GP-Renner und sogar Rennboote. Diese getunten Wasserfahrzeuge (auf dem Außengelände).

Leider ist die Messe nur dem Fachpublikum und Prominenten vorbehalten. Aber der Parkplatz vor der Tür quillt über vor atemberaubenden Autos, so daß immer mehr Einwohner und Touristen trotzdem vorbeikommen. Die SEMA ist zum Mekka für Auto-Freaks geworden. Und wenn am Freitagabend alles vorbei ist, stellen sie sich an den Straßenrand und schauen dem Strom der wegfahrenden Aussteller hinterher. Auf Wiedersehen, Las Vegas! Bis zum nächsten Jahr. Wir kommen wieder, gar keine Frage!

Autor: Isaac Hernandez

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