Semperoper gastiert in Gläserner Manufaktur

Semperoper gastiert in Gläserner Manufaktur Semperoper gastiert in Gläserner Manufaktur

Semperoper gastiert in Gläserner Manufaktur

— 24.10.2002

Carmen goes Phaeton

Es war als Freundschaftsdienst gedacht – und entwickelt sich zu einem Riesenerfolg: Die zwölf Gastspiele der Semperoper in VWs Gläserner Manufaktur sind bereits ausverkauft. Die Jagd nach den Restkarten ist eröffnet.

Drei unter einem Dach

Not macht erfinderisch: Die Semperoper, altehrwürdiges Kulturgut der Elbe-Stadt Dresden, leidet noch immer unter den Folgen der Flut. Volkswagen springt in die Bresche, stellt als Ersatz-Location die imposante Gläserne Manufaktur zur Verfügung. Insgesamt zwölf Aufführungen sind bislang geplant – und schon jetzt nahezu komplett ausverkauft. Restkarten für die 420 Plätze gibt es nur noch an der Abendkasse oder über den Besucherdienst der Semperoper (Telefon: 0351/ 49 11 705). Preise: zwischen zehn und 72 Euro (Premiere).

Möglich wurde Dresdens ungewöhnlichstes Kulturereignis des Jahres nicht zuletzt, weil DaimlerChrysler, der Hauptsponsor der Sächsischen Staatsoper Dresden, mitzog. Und weil die gesamte Dresdner VW-Belegschaft bereit war, den recht ungewöhnlichen "Störfaktor" der Arbeitsabläufe zu tolerieren. Denn alles musste schnell gehen: Opernregisseur Harry Kupfer, ehemals langjähriger Direktor der Semperoper, hatte nur noch fünf Wochen Zeit, um die leidenschaftliche Geschichte von Carmen und Don José, die an sich im spanischen Sevilla spielt, in der eigenwilligen Architektur der Gläsernen Manufaktur umzusetzen.

Phaeton als Nebendarsteller

Kupfer hat die heiligen Hallen, wo seit zehn Monaten VWs Luxus-Limousine Phaeton vom Band läuft, rundum vereinnahmt. Schon in der Anfangszene steht der Chor auf allen Rängen und Treppen, tobt durch die Halle, Carmen versteckt sich im Fahrzeugturm, das Orchester spielt dort, wo sonst der Horch steht. Während im Hintergrund fleißig an der Fertigungslinie gearbeitet wird, wälzen sich Carmen und Don José in lasziver Leidenschaft auf der Bühne. Schneller Kostümwechsel, das Volk auf den Balustraden, Soldaten im Kugelhaus, kaum Utensilien auf der Bühne bestimmen die Szenerie.

Auch VW-Produkte wirken mit: Ein Phaeton bringt Escamillo im ersten Akt zur "Arena", in einem VW Bulli wird im zweiten Akt das Diebesgut der Räuber verstaut – Ersatzteile von VW, Reifen, sogar Phaeton-Stoßfänger. Ab und zu verwirrte Blicke der Zuschauer nach hinten, dann hat der Lastenaufzug gerade wieder einen Motorblock zur Fertigungslinie gebracht.

Die Termine 26.10. (A-Premiere) • 28.10. (B-Premiere) • 30.10. • 1.11. • 4.11. • 6.11. • 8.11. • 10.11. • 12.11. • 15.11. • 20.11. • 22.11. • Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Adresse: Gläserne Manufaktur, Lennéstraße 1, 01069 Dresden.

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