Serie: Das Rennen meines Lebens

Serie: Das Rennen meines Lebens

— 17.04.2007

Mit Schuhband-Gaszug

Heie Safari 1997: Deutschlands Rallye-Ass Armin Schwarz berichtet, wie er in Kenia mit einem Schnrsenkel als Gaszug einen Top-Platz erkmpfte.

Keiner im Ford-Team rechnete sich fr die Safari-Rallye 1997 Siegchancen aus. Wohl zu Recht. Andere Teams testeten vorab ausgiebig in Kenia. Wir reisten spt an und bten ein bisschen. Unsere Stodmpfer hielten da schon den afrikanischen Horrorpisten nicht stand. Ford fuhr Sparkurs, stellte nur meinem Teamkollegen Carlos Sainz ein taufrisches Einsatzauto hin. Ich bekam ein Testauto. Auf mich setzte als Kenia-Debtant niemand. Aber das stachelte mich an. Ich lie vier Ersatzdmpfer im Cockpit befestigen, whlte Reifen mit Mousse (Schaumstoff gegen Plattfe; d. Red.). Ein Pokerspiel. Alle anderen Teams glaubten, dass Mousse-Reifen die Mrderhitze und das Hllentempo nicht aushalten wrden.

Ein Schuhband fr die Fahrt ums berleben

Armin Schwarz 1997 als Fahrer des Ford Escort WRC und 2007 als Manager des Red-Bull-Junior-Teams.

Aber weil die Favoriten Zeit durch Plattfe verloren, lag ich nach dem ersten Tag in Fhrung. Dann riss der Gaszug unseres Escort WRC. Ich bastelte aus dem Schnrsenkel meines Beifahrers Denis Giraudet einen Notbehelf. Damit konnte ich per Hand durchs offene Seitenfenster Gas geben. Es wurde eine Fahrt ums nackte berleben 100 Kilometer bis zur nchsten Service-Station. Aber natrlich fielen wir aussichtslos hinter die Spitze zurck. Zustzliche Zeit kosteten die regelmigen Stodmpferwechsel. Obwohl ich dafr nur jeweils zehn Minuten bentigte. Aber wir erreichten schlielich das Ziel und wurden sogar Vierte. Carlos Sainz dagegen fiel aus.

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