Serie: Das Rennen meines Lebens

Serie: Das Rennen meines Lebens Serie: Das Rennen meines Lebens

Serie: Das Rennen meines Lebens

— 05.06.2007

Ich fuhr volle Sahne

Rallye Dakar 2001: Im Mitsubishi Pajero ist sie zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Jutta Kleinschmidt erinnert sich an die rasante Schlussetappe, die zum Rennen ihres Lebens wird.

Natürlich ist mein Sieg bei der Rallye Dakar 2001 das Rennen in meiner bisherigen Karriere. Mit Unterstützung des deutschen Mitsubishi-Importeurs habe ich mich als Kundin ins Werksteam eingekauft. Mit unserem Vorjahres-Pajero wollten mein Copilot Andreas Schulz und ich, wenn alles gut läuft, unter die besten fünf der Gesamtwertung fahren. Tatsächlich kamen wir auch ohne größere Probleme durch die Rallye. Wir waren in keiner Tageswertung schlechter als Platz zehn und lagen am vorletzten Tag auf Rang drei. Nur ungefähr 20 Minuten hinter Werkspilot Hiroshi Masuoka und seinem Verfolger Jean-Louis Schlesser.

Auf der Schlussetappe ging es zur Sache

Gesamtsieg! Das glückliche Ende eines nervenaufreibenden Tages.

Dann überschlugen sich die Ereignisse: Schlesser und sein Teamkollege Servia rasten vor Masuoka los, obwohl sie in der Startreihenfolge hinter ihm hätten fahren müssen. Servia sollte wohl den Japaner blockieren, damit Schlesser seinen Rückstand und die wegen des Frühstarts zu erwartende Zeitstrafe herausfahren konnte. Bei der Aufholjagd beschädigte Masuoka die Vorderradaufhängung seines Autos. Als ich ihn passierte, wusste ich, dass wir nun schon auf Platz zwei lagen. Schlesser kassierte für seine Unsportlichkeit im Ziel dann aber eine 60-Minuten-Zeitstrafe. So waren wir plötzlich Erster. Davon erfuhr ich aber erst abends im Lager. Das war eine Chance, die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Ich war so aufgeregt, dass ich die ganze Nacht nicht geschlafen habe. Ich wusste genau: Du darfst dir am letzten Tag keinen Fehler erlauben! Sonst ist die Schlussetappe immer nur eine Showfahrt. Doch diesmal ging es richtig zur Sache. Masuoka lag ja nur zweieinhalb Minuten hinter mir und wollte unbedingt gewinnen. Ich aber auch, und so fuhr ich wirklich volle Sahne. Am Ende hat es ja gereicht. Aber das war wirklich der nervenaufreibendste Tag meiner Karriere.

Jutta Kleinschmidt ist die erste Frau, die die Rallye Dakar gewonnen hat.

Zur Person

• Geboren 29. August 1962 in Köln • Wohnort Monte Carlo • Nationalität Deutsche • Familienstand ledig • Erlernter Beruf Dipl. Ingenieur • Hobbys Sport, Fliegen.

Karriere

• 1987 1. Marathon Rallye • 1988 1. Start Rallye Dakar, auf einem Motorrad • 1995 1. Rallye-Dakar als Autofahrerin (Platz zwölf) • 1997 1. Tagessieg bei einer Rallye-Dakar • 1999 Rallye Dakar Platz drei • 2001 Rallye-Dakar-Sieg • 2002 Rallye-Dakar Platz zwei • 2005 Rallye-Dakar Platz drei

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