Serie Fahr&Spar: Autogas

Serie Fahr&Spar: Der Redaktions-Audi tankt jetzt Autogas Serie Fahr&Spar: Der Redaktions-Audi tankt jetzt Autogas

Serie Fahr&Spar: Autogas

— 25.10.2005

Jetzt geben wir Gas

AUTO BILD-Selbstversuch: Der Redaktions-Audi wurde auf Betrieb mit Flüssiggas umgerüstet – und spart so ab sofort Spritkosten.

Spritpreise: Tränchen an der Tanke

Sie werden es nicht glauben: AUTO BILD-Redakteure sind sensible Burschen – auch uns treiben die Spritpreise Tränen in die Augen. Ein Ausweg muß her, damit auch wir unseren Beitrag zur Senkung der Redaktionskosten leisten können.

Lösung eins: Ein sparsamerer Wagen. Geht nicht, erstens verbraucht unser Audi A4 1.6, Baujahr 2001, mit knapp acht Liter schon relativ wenig, und zweitens hat unser Chef ihn uns gerade erst spendiert. Einen Neuen gibt es erstmal nicht. Lösung zwei: Den Audi auf Gas umrüsten, um den Preisvorteil des flüchtigen Stoffes gegenüber Benzin auszunutzen.

Schon besser. Hier bieten sich zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Die Umrüstung auf Erd- oder Flüssiggas. Wir haben uns für Flüssiggas entschieden. Auch Autogas oder LPG genannt, wird es gegenüber Erdgas mit deutlich geringerem Druck und flüssig getankt. Vorteil: Die Reichweite ist größer, die Umrüstung meist preiswerter. Erste Erkenntnis: Nicht nur wir haben von den hohen Spritpreisen die Nase voll. Weil viele jetzt Gas geben wollen, ist die Nachfrage groß. Umrüstwillige müssen mit Lieferengpässen und ausgebuchten Umrüstern rechnen.

Die ersten 1000 km ohne Probleme

Unser Audi findet bei zwei alten Gas-Experten, Kloth und Mack in Detmold (www.autogas-detmold.de), eine freie Hebebühne. Knapp zwei Tage dauert die Umrüstung. Kosten: 2400 Euro inklusive TÜV und einer Gratis-Tankfüllung.

Dafür gibt es eine sogenannte vollsequentielle Anlage. Sie nutzt die original Einspritzkennfelder des Motors, rechnet sie auf entsprechende Gasmengen um. Jeder Zylinder erhält ein Dosierventil zugeordnet, das über Düsen die erforderliche Gasmenge in das Ansaugrohr vor dem entsprechenden Zylinder gibt. So läßt sich selbst die strenge Euro 4-Norm einhalten, ein problemloser Motorlauf realisieren. Fazit: Die ersten 1000 Kilometer problemlos gefahren, 54 Liter Flüssiggas für 32 Euro getankt. Die Tränen sind getrocknet. Fortsetzung folgt.

Flüssiggas im täglichen Betrieb Egal ob Erd- oder Flüssiggas – wer das erste Mal zur Gaspistole greift, ist unsicher. Aber keine Angst: das Befüllen geht kinderleicht, der Tankvorgang startet erst, wenn die Pistole sicher sitzt. Zwei Systeme sind bei uns verbreitet: 1. Der Anschluß wird aufgeschraubt, dann über den Hebel arretiert. 2. Die Pistole greift mit Haken in den Stutzen.

Eine gute Umrüstung zeichnet sich durch problemlosen Alltagsbetrieb aus. Dafür startet der Wagen mit Benzin, nutzt nach einer kurzen Warmlaufphase einen Schaltvorgang, um auf Gasbetrieb umzustellen. Das erkennen selbst sensible Fahrer nur an der Anzeige auf dem Schalter. Auch der leichte Leistungsverlust im Gasbetrieb fällt im Alltag kaum auf.

Noch Fragen? Hier gibt's Antworten

Ab Werk mit Flüssiggas fahren: Obwohl Erdgas ab Werk dank eines größeren Angebotes erste Wahl ist – gibt es auch Autogas in den Preislisten einiger Hersteller. Lada, Chevrolet und Subaru bieten die Umrüstung mit Garantie an. Bei Chevrolet kostet die Umrüstung 1990 Euro Aufpreis (außer Matiz). Lada verlangt 1900 Euro für die Pkw-Modelle und 2490 Euro für den Niva mehr. Bei Subaru hängt der Preis von der umbauenden Vertragswerkstatt ab.

Das Tankstellennetz: Tanken für die Hälfte – auf den Preis für einen Liter Autogas muß noch der Mehrverbrauch von rund 15 Prozent addiert werden. Das Tankstellennetz besteht mittlerweile aus knapp 1000 Stationen. Um zu sparen, bedeutet das für den Autofahrer Disziplin bei der Tankstellensuche. Hilfreich ist ein Navigationsgerät mit der Suchfunktion "Flüssiggastankstellen" oder die Suche übers Internet.

Auto- und Erdgas im Vergleich: Erd- oder Flüssiggas – beides läßt sich im Motor verbrennen. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan, kommt direkt in der Natur vor. Das bei uns angebotene Flüssiggas (Propan/Butan) wird zum größten Teil bei der Verarbeitung von Erdöl gewonnen. Der maßgebliche Unterschied für den Autofahrer: Die Speicherung von Erdgas geschieht gasförmig bei einem Druck von 200 Bar, die von Autogas flüssig bei acht Bar. Die Klopffestigkeit (Oktanzahl) beträgt für Erdgas rund 130 Oktan, für Flüssiggas etwa 110. Erdgas gibt es in der besseren H- und der einfachen L-Qualität (H=high, L=low)

Autogas im Internet: Ob Informationen zu Umrüstern oder Tankstellen – im Internet gibt es die Infos: www.autogas-forum.de, www.propan.de, www.autogas-einbau-umbau.de geben Hinweise von Firmen und Nutzern. Unter www.progas.de informiert ein regionaler Anbieter, der deutsche Verband Flüssiggas unter www.dvfg.de.

Autor: Bernd Volkens

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