Serie: Produktion von Autoteilen

Produktion von Autoteilen: Zündkerze Produktion von Autoteilen: Zündkerze

Serie: Produktion von Autoteilen

— 15.02.2002

So entsteht eine Zündkerze

Der Funke ist der Start zu jeder Fahrt. Ohne Zündkerzen läuft deshalb gar nichts. Wir zeigen, wie die Hightech-Teile entstehen.

Seit 100 Jahren eine zündende Idee

Carl Benz sagte: "Die Zündung ist das Problem der Probleme." Das war um 1886, und Benz war froh, wenn sein Motorwagen überhaupt ansprang. Heute ist dieser Spruch aktueller denn je, weil moderne Magermix-Motoren wie Benzin-Direkteinspritzer höchste Präzision von der Zündanlage und damit von der Zündkerze verlangen, um das sparsam dosierte Kraftstoff-Luft-Gemisch stets sicher anzuzünden.

Die längste Erfahrung in der Produktion von Zündkerzen hat die Robert Bosch GmbH. Fast 100 Jahre produziert Bosch bereits diese zündende Idee. Die Kerzen für Europa werden im Werk Bamberg produziert, eine Million täglich. Dafür werden jeden Tag rund 29 Tonnen Stahl, 1,8 Tonnen Nickel, 0,7 Tonnen Kupfer, 15 Kilometer Nickeldraht, 2,5 Kilogramm Platin und 20 Tonnen Tonerde verarbeitet.

Dabei laufen mehrere Arbeitsprozesse parallel ab, denn so eine Zündkerze besteht aus drei wesentlichen Bestandteilen: dem Gehäuse aus Metall mit dem Einschraubgewinde und dem Sechskant; dem Isolator aus Keramik und dessen Innenleben, das vom Anschlussbolzen bis zur Mittelelektrode verantwortlich ist für die festgelegten Eigenschaften der Zündkerze.

70 Zündungen pro Sekunde

Schließlich muss nicht nur das Gewinde zum Gegenstück im Zylinderkopf des Motors passen, auch der Wärmewert muss stimmen sowie die Länge der Elektroden und - ganz wichtig beim Magermix - deren exakte Position im Brennraum. Die Gründe werden deutlich, wenn man die extremen Bedingungen betrachtet, denen eine Kerze im Motor ausgesetzt ist.

Sie muss noch bei minus 20 Grad für sicheren Kaltstart sorgen, schnell eine Betriebstemperatur oberhalb von 500 Grad erreichen und auch bei Vollgas auf der sommerlichen Autobahn 900 Grad nicht überschreiten - sonst brennt sie ein Loch in den Kolben. Und, ganz wichtig: Das Ganze darf bei Spitzendrücken von 100 Bar und 70 Zündungen pro Sekunde nicht auseinander fliegen.

Trotz der extremen Anforderungen ist die Lebensdauer der Zündkerze enorm gestiegen: Waren vor 20 Jahren 15.000 Kilometer noch das Maß der Dinge, zünden moderne Platinkerzen heute auch nach 100.000 Kilometern noch zuverlässig. Carl Benz hätte seine helle Freude daran gehabt.

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