Serie: Produktion von Autoteilen

So entsteht ein Auspufftopf So entsteht ein Auspufftopf

Serie: Produktion von Autoteilen

— 15.02.2002

So entsteht ein Auspufftopf

Er fällt uns meist erst auf, wenn sein Leben zu Ende geht. Damit das nicht zu schnell passiert, steckt Hightech im Schalldämpfer.

Auspufftöpfe aus Edelstahl

So eine Auspuffanlage hat kein leichtes Leben: Sie hängt im Verborgenen unter der Karosserie, erhitzt sich sofort nach dem Losfahren auf 500 Grad, wird im Regen von Spritzwasser schockgekühlt, im Winter mit Streusalz gepökelt und soll trotzdem über Jahre keinen falschen Ton von sich geben. Damit ein Auspuff das möglichst lange schafft, wird viel Aufwand betrieben, wie wir bei unserem Besuch in der Schalldämpfer-Fertigung von Eberspächer in Neunkirchen/Saar erlebten.

Erste Überraschung: Die für die Erstausrüstung der Neuwagen vorgesehenen Auspufftöpfe sind grundsätzlich aus Edelstahl. Zumindest die innere der zweischaligen Hülle, die mit den aggressiven Abgasen in Berührung kommt. Die äußere Schale besteht aus aluminiertem Stahlblech und ist recht robust gegen Umwelteinflüsse wie Nässe oder Streumittel.

So gerüstet, sollte der Auspuff länger halten als zwei Jahre, wie es noch in den Achtzigern üblich war. Welche Ausdauer die moderne Abgasentsorgung wirklich besitzt, wollten die Auspuff-Experten von Eberspächer jedoch nicht ausplaudern. Es gibt aber offenbar Autohersteller, die bereits vom Auspufftopf die gleiche Lebensdauer verlangen wie vom Rest des Fahrzeugs.

Zwei Arten von Schalldämpfern

Generell wird zwischen zwei Arten von Auspufftöpfen unterschieden: Reflexions- und Absorptionsschalldämpfern. Beim Reflexionssystem liegt innerhalb des Mantels ein Labyrinth aus Rohren, die teilweise auch noch durchlöchert sind. Darin sollen sich die Schallwellen verlaufen und gegenseitig auslöschen. Der Absorptionsschalldämpfer dagegen ist mit Steinwolle gefüllt, welche die schwingenden Auspuffgase quasi beruhigt und als gleichmäßigen Strom nach hinten entlässt.

Die meisten Auspuffanlagen vereinigen beide Prinzipien. Denn Reflexionsdämpfer schlucken eher die tiefen Töne, während Absorptionstöpfe sich mehr um die hohen Frequenzen kümmern. Musikalisch müssen sie also auch sein, die Auspufftöpfe. Den Klang allerdings bestimmt die Philosophie des Autoherstellers. Doch wie die Eberspächer-Leute zugeben, genießt der Sound nicht überall den gleichen Stellenwert.

Zudem gibt der Autokonstrukteur den Platz in der Bodengruppe des Fahrzeugs vor. Viel Raum ist nicht unter der Karosse. Mit zylindrischen Formen ist es längst nicht mehr getan. Doch mit geschweißten Halbschalendämpfern lassen sich heute auch unmöglich scheinende Formen realisieren.

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Auspuff

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