Serie: Produktion von Autoteilen

Serie: Produktion von Autoteilen

— 04.03.2002

So entsteht ein Kolben

Damit es dem Kolben spter nicht zu hei wird, bahnt Salz dem Khlmittel den Weg.

8000 Mal auf und ab

Kolben sind die wahren Schwerarbeiter im Motor. Bis zu 8000 Mal sausen sie im Zylinder auf und ab, mssen bis zu 200 Bar Druck aushalten und zehn Tonnen stemmen. Deshalb wollten wir mal wissen, wie so ein Kolben berhaupt hergestellt wird, und haben uns bei Mahle in Rottweil umgesehen.

Am Anfang steht Aluminium in Barren, das von einer Aluhtte angeliefert wird. Im Gegensatz zum Felgenhersteller ATS, der mit vorlegiertem Material versorgt wird, mischt Mahle den Werkstoff ausschlielich selbst. So ganz genau haben sie uns dann auch nicht gezeigt, was reinkommt, aber fr die Verschleifestigkeit des Kolbens wird Silizium dazugemischt. Die Bestandteile werden in einem Ofen bei etwa 800 Grad geschmolzen und vermischt, anschlieend wird ein Gieautomat mit der Schmelze befllt.

Inzwischen hat ein Arbeiter die Gussform bestckt. Dazu hat er einen Salzring mit Abstandhaltern bestckt und hineingelegt. Und jemand anderes hat einen greren Ring aus Gusseisen in die heie Aluschmelze gestippt und ebenfalls in die Form gepackt. Dann wird gegossen. Vollautomatisch, immer zwei Kolben auf einmal. Das flssige Aluminium umfliet den Salzring und verbindet sich richtig mit dem Gusseisenring, weil der vom Einstippen noch schn hei ist.

Blo keine Spuren hinterlassen

Nun werden die Kolben mit einer Sge getrennt und knnen erstmals in die Hand genommen werden. Dabei fllt auf, dass vom Salzring zwei Nasen auf der Innenseite des Kolbenbodens zu sehen sind. Hier wird ein Hochdruckwasserstrahl angeschlossen, der den Salzring auflst und auswscht.

Zurck bleibt ein ringfrmiger Hohlraum im Kolben, der die Verbrennungsmulde umschliet und bei laufendem Motor von l durchstrmt wird - was der Khlung des Bodens und der Mulde dient. Anschlieend wird der Kolben vermessen und - wenn die Mae stimmen - mechanisch bearbeitet. Dabei kommt an der Seite der Gusseisenring zum Vorschein. Dort wird eine Nut hineingedreht, in die vor der Montage ein Kolbenring gelegt wird - Nuten in Gusseisen weiten nicht so schnell auf.

Damit ist der Kolben fertig. Manche werden aber noch lackiert. Kein Witz: Die Seiten erhalten im Siebdruckverfahren einen gleitfhigen Lack. Damit das Auf und Ab keine Spuren hinterlsst.

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