Service-Spezial Gas (1)

Kraftstoffalternative Gas

Service-Spezial Gas (1)

— 12.08.2004

Es geht auch billig

Sparen mit Voll-Gas: Wer Erd- oder Autogas tankt, fährt gut und günstig.

Glaubensfrage: Besser Autogas (LPG) ...

Es gibt Tankstellen in Deutschland, die haben noch ein Feld für kleine Preise. 545 Zapfsäulen geben im Bundesgebiet Autogas für etwa 52 Cent pro Liter ab. Damit ist das so genannte Flüssiggas gemeint (LPG = Liquified Petrol Gas), das etwas teurer als Erdgas ist, aber trotzdem günstig. Und das bleibt auch bis 2009 so. Dank des festgeschriebenen niedrigen Steuersatzes. Wer den billigen alternativen Treibstoff tanken möchte, muss sein Auto umrüsten – Fahrzeuge ab Werk gibt es in Deutschland nur bei Lada.

Warum, ist nicht ganz klar. Denn auch LPG-Fahrer schonen die Umwelt. Im Vergleich zu einem Benziner strömen bis zu 15 Prozent weniger gefährliche Kohlendioxide (CO2) aus dem Auspuff. Trotzdem unterstützen Bundesregierung und Europäische Kommission vor allem Erdgas. Offizielle Begründung: Erdgas behandelt unser Klima freundlich, bei der Verbrennung entstehen bis zu 25 Prozent weniger CO2 als beim Benziner. Außerdem sei LPG viel zu wertvoll, um im Motor zu verbrennen. Autogas besteht nämlich aus den Gasen Butan und Propan. Es fällt bei der Förderung von Erdgas und Rohöl an.

Bereits unter geringem Druck verflüssigt sich das Gas, sodass es mit acht bar im Tank gespeichert werden kann (Erdgas 200 bar). Nachteil: Flüssiggas wiegt schwerer als Luft. Falls der Tank leckt, sammelt es sich am Boden. Ein Grund, weshalb es Autogasfahrzeugen lange Zeit verboten war, in Tiefgaragen zu parken.

... oder das klimafreundliche Erdgas?

Wie wäre das? Einmal mit Vollgas über die Autobahn kacheln und nur die Hälfte vom Normalpreis zahlen? Erdgasautos machen es möglich. Der Durchschnittspreis für den Treibstoff liegt bei 72 Cent pro Kilogramm, was einem Benzinpreis von etwa 0,48 Euro pro Liter entspricht. Dass Erdgas so billig angeboten werden kann, liegt am günstigen Mineralölsteuersatz je Liter (13 statt 65 Cent für Benzin), der bis 2020 gesetzlich verankert ist. Grund: Die Umweltbilanz ist grün wie der kleine Koalitionspartner.

Weil Erdgas mehr Wasserstoff und weniger Kohlenstoff enthält als Erdöl, entstehen bei der Verbrennung bis zu 80 Prozent weniger Umweltgifte. Erdgasfahrzeuge stoßen nahezu keine Rußpartikel aus und keinen Schwefel. Bei 15.000 Kilometern pro Jahr verbraucht ein Wagen etwa so viel wie ein Einfamilienhaus für Heizung und warmes Wasser. Auch deshalb kurbeln die Gasanbieter die Nachfrage mit Tankgutscheinen an. Bargeld winkt – bis zu 3000 Euro pro Auto (Infos: www.erdgasfahrzeuge.de).

Rund 450 Erdgastankstellen in Deutschland verkaufen den Treibstoff in verschiedenen Qualitäten: H- (High caloric) und L-Gas (Low caloric), die sich durch den Methangehalt unterscheiden. Das H-Gas hat den größeren Methan-Anteil und damit die bessere Reichweite. Weil Erdgas hochkomprimiert gespeichert wird, benötigt es viel Platz. Der Tank eines Volvo V70 fasst 17,6 kg, weshalb die Reichweite mit L-Gas auf unter 200 km sinkt.

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