Service-Spezial Gas (3)

Service-Spezial Gas - Autogas-Nachrüstung Service-Spezial Gas - Autogas-Nachrüstung

Service-Spezial Gas (3)

— 17.08.2004

Wann lohnt der Umbau?

Ein Literpreis von 52 Cent klingt natürlich verlockend. Generell lohnt sich eine Nachrüstung aber nur bei hoher Fahrleistung.

Autogas – Vorsicht bei Auslands-Umrüstung

52 Cent pro Liter – hört sich gut an. Noch besser klingt, dass man dafür nicht einmal spezielle Hightech-Autos braucht. Auch der eigene Benziner fährt mit Autogas. Doch statt Wucher-Sprit mal eben Spargas tanken, das geht leider nicht. Der Grund: Anders als Benzin steht Autogas unter Druck – rund acht bar. Der Benzintank würde am Ende noch platzen. Deswegen muss ein Umbau her. Doch Vorsicht – auch wenn es dort sehr übersichtlich wirkt, für Bastler gilt: Finger weg – zu kompliziert, zu gefährlich.

Gasumrüstungen sind immer ein Fall für die Fachwerkstatt. Von denen gibt es zurzeit in Deutschland etwa 150 Stück, eine Liste finden Sie unter www.dvfg.de. In rund zwei Tagen bauen Profis die Technik ein, erledigen die TÜV-Abnahme und den Papierkram. Kosten: von 1700 Euro für Vergaseranlagen bei älteren Fahrzeugen bis hin zu rund 2000 Euro für sequenzielle Einblassysteme bei neueren Autos. Kein Pappenstiel. Wer sparen will, muss also genau rechnen: Bei 15.000 Kilometern im Jahr und neun Liter Verbrauch ist die Investition erst knapp drei Jahre später wieder eingefahren.

Doch schon vorher kann es zu Problemen mit Garantie und Gewährleistung kommen, denn die drohen bei Eingriffen in die Technik. Vorsicht ist auch bei Abgasnormen besser als Euro 2 sowie Billigangeboten im Ausland geboten: Wird das Abgasverhalten nicht nachgewiesen oder die Norm nicht erreicht, sieht es finster für die deutsche Zulassung aus. Ein Audi A8 in Hannover musste jüngst deshalb komplett abgerüstet werden. Der Umbau sollte genau kalkuliert und geplant sein, dann rechnet er sich. Vor allem für Vielfahrer und Freunde trinkfester Hubraumriesen.

Erdgas – Teuer und geringe Reichweite

Auch Erdgas läuft auf herkömmlichen Benzinern. Und heizt außerdem 46 Prozent aller deutschen Haushalte – knapp jeder zweite könnte also zu Hause tanken. Die passende Garagen-Zapfsäule, den „Fuelmaker“, bietet die Firma Greenfield (Preis: etwa 8000 Euro). Was spricht gegen die Pkw-Nachrüstung auf Erdgas? Es ist die Physik. Denn anders als flüssiges Autogas ist Erdgas zurzeit nur gasförmig speicherbar. Das schlägt auf Reichweite und Umbaukosten: Gängige 60- bis 80-Liter-Flaschentanks reichen je nach Verbrauch gerade für magere 200 Kilometer.

Und um die überhaupt zu erreichen, muss viel in die Flaschen gepresst werden. Der Druck steigt auf 200 Bar – mehr als das Zwanzigfache des Tankdrucks von Autogas. Dem sind nur spezielle Hochdruckkomponenten gewachsen, die den Umbau auf 3500 bis 5000 Euro pushen. Bei 15.000 Kilometern pro Jahr und neun Liter Verbrauch sind die frühestens nach vier Jahren wieder drin. Umbauen lohnt also nur für den öffentlichen oder kommerziellen Verkehr.

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