Service zum Einheitspreis

Lohnt die Inspektion zum Festpreis? Lohnt die Inspektion zum Festpreis?

Service zum Einheitspreis

— 20.01.2003

Lohnt die Inspektion zum Festpreis?

Vorher wissen, was danach fällig ist – welcher Werkstatt-Kunde will das nicht? Service zum Festpreis klingt günstig, ist es aber nicht immer.

Verschenken will keiner was

Die regelmäßige Inspektion gehört zum Autofahren wie der Schnee zum Winter – und kann kräftig auf die Börse drücken. Wer denkt da nicht an Sparmöglichkeiten? Es muss ja nicht immer dieselbe Werkstatt sein. Die Frage nach dem Preis zeigt die ersten Unterschiede. Die zweite Frage lautet: "Fix oder nach Aufwand?"

Die Bezeichnung "Fixpreis" suggeriert billigen Service, genaues Nachfragen lohnt trotzdem. Wird das Öl gesondert verrechnet, kann der Preisvorteil schnell dahin sein; verschenken will schließlich keiner was. Oder doch? Opel Dello, eine Kette in Norddeutschland, etwa garantiert seinen Kunden Inspektionen zu einem fixen Betrag. Kalkuliert wird anhand von Erfahrungswerten. Schon bei der Terminvereinbarung kann der Kunde den genauen Preis erfahren – und der ist bei Dello tatsächlich niedrig.

"Mit diesem Angebot können wir unsere Ersatzteil-Logistik genauer planen, die Ersparnis schlägt sich auch im Preis nieder", nennt Elmar Erber von der Dello-Niederlassung Hamburg-Nedderfeld den Grund für das günstige Angebot. Für unseren Opel Astra mit 100 PS aus dem Baujahr 1999 hätten die Hamburger 174 Euro inklusive Öl verlangt. In Freilassing schätzte ein Opel-Partner die Kosten auf "ungefähr 200 Euro" ein. Beide Markenbetriebe betonten, dass sie sich bei Wartungsarbeiten stets an den Serviceplan der Hersteller halten.

Was ist beim Fixpreis alles drin?

Nicht so ein Toyota-Händler in Norderstedt bei Hamburg, der für eine Yaris-Wartung bei Tachostand 60.000 satte 310 Euro haben möchte. "Sind die Kerzen noch in Ordnung und der Luftfilter sauber, müssen wir nichts tauschen", meinte die freundliche Dame am Telefon. Vielen Dank, doch wir halten uns lieber an den Service-Plan, auch sind andere Toyota-Partner günstiger – Geld ist nicht alles, auch die Leistung muss stimmen.

Sämtliche Autohersteller listen genau auf, wann welche Arbeit durchgeführt werden muss. Diese Arbeiten müssen bei einem Fixpreis-Angebot ebenfalls enthalten sein, ansonsten kann es später Probleme geben. Der Stempel im Service-Heft bringt nicht viel, wenn der Motor dank des verschmutzten Luftfilters mehr Benzin verbraucht als notwendig. Bei älteren Autos muss es nicht immer die Markenwerkstatt sein, auch freie Betriebe leisten gute Arbeit.

Das Angebot der Discounter-Kette ATU macht neugierig: Hier wird eine "große" Inspektion für 86,50 Euro angeboten, was recht günstig klingt. Doch auch hier schadet die Nachfrage nicht, was denn im Preis so alles enthalten ist. Nämlich nur die Arbeitszeit, dazu kommen Kosten für sämtliche Filter und Öl. Bei www.atu.de versprechen die Discounter, auch nur zu tauschen, was kaputt ist – und begehen damit den gleichen Fehler wie der Toyota-Händler in Norderstedt.

Inspektion nach Absprache

Bei einem Youngtimer ist diese Art von Wartung besser als nichts, doch bei einem Fahrzeugalter von weniger als zehn Jahren sollten Sie schon auf die Herstellervorgaben pochen. Auch wenn es keinen Garantieanspruch mehr zu verlieren gibt, bleibt noch immer zu berücksichtigen, dass sich die Hersteller moderner Fahrzeuge bei ihren Service-Vorgaben etwas gedacht haben. Bei der Abholung winkt der Meister mit der Rechnung, und nicht selten gibt es hier Unklarheiten, wie wir unserer Leserpost entnehmen.

Um lange Diskussionen zu sparen, sprechen Sie besser schon vor Arbeitsbeginn, also bei der Auftragserteilung, genau ab, welche Arbeiten durchgeführt werden sollen und was es denn kosten wird. Bei defekten Verschleißteilen wie etwa Bremsklötzen oder der Kupplung rufen verantwortungsbewusste Mechaniker ihren Kunden an und ersuchen um Reparaturfreigabe.

Will der Kunde nicht, dass die Arbeit durchgeführt wird, kann die Werkstatt dies auf der Rechnung zusätzlich vermerken. So kann nach einem Schaden keiner den Vorwurf erheben, dass der Mechaniker den Kunden nicht auf ein eventuelles Sicherheitsrisiko aufmerksam gemacht hat.

Was bedeuten die Rechnungs-Kürzel?

Damit Sie in Zukunft die Werkstatt-Rechnung richtig lesen können, hier die wichtigsten und gebräuchlichsten Kürzel im Überblick. Damit Sie in Zukunft die Werkstatt-Rechnung richtig lesen können, hier die wichtigsten Kürzel.

AA: Auftragsart (Reparatur, Inspektion etc.). • Abn-Gr.: Abnehmergruppe; bezeichnet Kreditwürdigkeit, Rabattstatus (Großkunde, normaler Kunde) des Kunden. • AW: Arbeitswert; jede Stunde ist in zehn AW zu je sechs Minuten eingeteilt. Vertragswerkstätten dürfen Reparaturen nur nach den AW-Vorgaben des Herstellers abrechnen. Mehrarbeit ist für den Kunden kostenlos. • GKB: Getriebekennbuchstabe; erleichtert mit dem Motorkennbuchstaben (MKB) die Zuordnung von Ersatzteilen zum Motor. • GU: Gewährleistung; diese Leistung rechnet die Werkstatt mit dem Hersteller ab. • K: Kulanz; auf diese Positionen gab es schon Nachlass. • KDB: Kundendienstberater; ist jener Mitarbeiter, der den Auftrag annimmt. • KD-Merk.: Kundendienstmerkmal; enthält Angaben über Kreditwürdigkeit (Zahlungsart) und Rabattstatus. • LZ: Lackziffer; bezeichnet die Wagenfarbe. • MKB: Motorkennbuchstabe; wichtig für die Zuordnung der Ersatzteile zu Motorart, -stärke bzw. -konstruktion. • N: bezeichnet in der Teileliste die normale Abrechnung, unter der Rubrik Abn.-Gr.: Rechnung. • O: bezeichnet unter Rubrik Abn.-Gr. einen Kostenvoranschlag.

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