Shell Eco Challenge 2008

Shell Eco Challenge 2008 Shell Eco Challenge 2008

Shell Eco Challenge 2008

— 23.07.2008

So kann jeder sparen

Runter mit dem Verbrauch. Das ist das große Ziel der Shell Eco Challenge. 300 Teilnehmer sind bundesweit dabei. Wir waren beim Trainingscamp in Lüneburg: So werden Sie zum Sparfuchs.

Neun Uhr, Samstagmorgen, Sonnenschein. In einem nüchternen Seminarraum sitzen 36 Menschen in einem Stuhlkreis zusammen. Ein kleiner, bunter Ball fliegt hin und her. Wer ihn fängt, muss sich kurz vorstellen und sagen, warum er hier ist. Das hat nicht nur etwas von einer Selbsthilfegruppe, es ist eine. "Mein Name ist Thomas Grube. Ich bin 38 Jahre alt, Bankkaufmann und komme aus Hamburg. Diesel ist einfach zu teuer geworden, deshalb möchte ich lernen, möglichst spritsparend zu fahren." Dann wirft Thomas den Ball weiter. Seine 35 Leidensgenossen haben denselben Plan. Deshalb sind sie hier im Rahmen der Shell Eco Challenge im Fahrsicherheitszentrum Lüneburg zusammen gekommen. Rund 300 Teilnehmer hat die Shell Eco Challenge bundesweit. Seit vier Wochen dokumentieren die Umweltengel in spe bereits penibel ihren Spritverbrauch. Ohne explizite Vorkenntnisse zum Thema Spritsparen zu besitzen. Das soll sich heute ändern. Die Kandidaten werden grüppchenweise auf  die Autos verteilt. Diverse Audi A4 1.8T, BMW 318i, BMW 320i Cabrio und ein Mercedes A 170 stehen bereit. Thomas Grube (38), Cristof Matthießen (26), Sebastian Heuser (31) und Christian Rainer (39) haben sich über AUTO BILD für die Eco Challenge beworben. Sie bilden Team 1 und 2.

Lektion eins: entspannt über Land fahren

Der erste Teil der Aktion Sparfuchs verläuft ganz harmlos: Es gilt, jeweils eine Runde über Landstraße und durch Ortschaften zu fahren, um den durchschnittlichen Benzinverbrauch vor der Schulung zu ermitteln. Also ab in die Autos. Thomas schwingt sich hinters Steuer eines 3er BMW Touring. Neben ihm sitzt Trainer Lutz Nitsche mit einem Klemmbrett auf dem Schoß. Thomas Fahrweise soll genau dokumentiert werden. Kollege Cristof guckt sich das Ganze vorerst von der Rückbank aus an. "Also alles so machen wie immer?", versichert sich Thomas noch einmal. "Exakt.", bestätigt Nitsche. Und so rollt der BMW vom Hof. Locker-entspannt cruist Thomas durch die Lüneburger Landschaft, knistert gedankenverloren mit Tempo 70 durch ein kleines Dörfchen, hält einen lockeren Plausch. Alles wie immer. Bis auf eine Ausnahme: "Den BMW hier muss ich schon anders fahren als meinen Golf GTI TDI. Die Pedale sitzen irgendwie so eng beisammen. Bei meinen breiten Füßen fühlt sich das an wie in einem Automatik-Wagen." Ergebnis der ersten Runde: ein Durchschnittsverbrauch von 7,9 Litern. Cristof bringt es im Anschluss auf 8,4 Liter. Team 2 gibt sich sparsamer: Christian kommt auf 7,1 Liter, Sebastian auf 7,3 Liter.

Lektion zwei: Tipps, Tricks und Kniffe

Klare Spritspar-Regel: Spätestens bei 2000 Umdrehungen muss der nächste Gang rein.

Ende der Praxis, zurück zur Theorie. Alle Mann wieder rein in den Seminarraum und jetzt mal Butter bei die Fische: Wie kann man diese Zahlen verkleinern? Auftritt Jürgen Zeitner und Norbert Heidenreich. Die beiden Shell-Instruktoren verraten den Kandidaten, wie sie Sprit sparen können und der Fahrspaß trotzdem nicht auf der Strecke bleibt. "Fahrt mit etwas höherem Druck als vom Hersteller angegeben. Dann hat das Auto eine kleinere Auflagefläche", erklärt Heidenreich. Das mindert den Reibungswiderstand. Und senkt den Verbrauch. Weitere Spartipps: den Motor regelmäßig warten, Öl checken, unnötiges Gepäck vermeiden, nicht benutzte Gepäckträger abbauen und die Klimaanlage nur sparsam einsetzen. So weit tut das ja noch keinem weh. Jetzt aber ist das Thema Fahrstil dran. "Es geht nicht darum, ab jetzt nur noch durch die Gegend zu schleichen", beruhigen die Instruktoren die skeptisch blickenden Kandidaten. Dennoch sollte der Ehrgeiz beim Autofahren doch eher verlagert werden. Beschleunigungs- und Vollgasorgien sind passee. Das stand ja zu befürchten.

"Ihr könnt doch in Wettstreit mit anderen treten. Wer fährt eine Strecke mit weniger Sprit.", schlägt Trainer Nitsche als Alternative vor. Ja, das wäre doch vielleicht etwas. "Wichtig ist auch, dass ihr früh hochschaltet. Egal, was ihr für ein Auto fahrt: Spätestens bei 2000 Umdrehungen muss der nächste Gang rein", erklärt Heidenreich weiter. "Und bei langen Standzeit: klar, Motor aus." Und dann ist da natürlich noch das berühmte vorrausschauende, gleichmäßige Fahren. "Dabei spart ihr euch ständiges Bremsen und Beschleunigen". Merke: Eine aggressive Fahrweise kann den Spritkonsum des Autos um satte 30 Prozent erhöhen. Das ist wirklich eine Hausmarke. Auch im Kraftstoff liegt Sparpotenzial: Shell Super 95 und Shell Diesel sollen den Durst der Autos etwas bremsen.

Lektion drei: Jetzt geht es um die Wurst

Bei der zweiten Runde sind Konzentration und Mitdenken gefragt. Der Trainer gibt vom Beifahrerplatz aus Kommentare.

Doch grau ist alle Theorie. In den alten Besetzungen verteilt sich die Meute wieder auf die Autos. Auf zur zweiten Runde. Thomas und Cristof sind jetzt nicht mehr ganz so locker-flockig unterwegs. Es ist merklich stiller im Auto. Jetzt sind Konzentration und Mitdenken gefragt. Lutz Nitsche gibt vom Beifahrerplatz aus Kommentare. Der erste Hinweis kommt gleich nach dem Anfahren: "Jetzt kannst du schon in den dritten Gang hochschalten." Jede Aktion von Thomas ruft einen Kommentar von Nitsche hervor: "Schalte gleich vom vierten in den sechsten Gang", "Halte die Beschleunigungszeit so kurz wie möglich", "Nutz die Schubabschaltung", "Ganz dahinten ist 70, geh schon mal vom Gas." Reflexartig wandert Thomas Hand vor Kurven immer wieder Richtung Schaltknauf. "Nicht schalten, da fahren wir im vierten rum", kommt es sofort von nebenan. So langsam wird Thomas Ehrgeiz geweckt. Und dann das: Ein Lkw schiebt sich direkt vor die BMW-Nase, Thomas muss massiv abbremsen. "Der macht uns unser ganzes Ergebnis kaputt", knurren Trainer und Schützling. Das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen: 6,5 Liter stehen am Ende im Bordcomputer. Cristof schafft jetzt 6,2. Ebenso Sebastian aus Team 2. Christian kommt auf sechs Liter. Glückwunsch! Und was verbraucht Profi Nitsche auf dieser Strecke? 5,9 Liter gibt er zu Protokoll.

Die neuen Sparfüchse: Christian, Thomas, Sebastian und Cristof.

Was die Spartipps im Alltag bringen, wird sich in den nächsten vier Wochen herausstellen. Denn die Kandidaten werden ihre Verbräuche weiterhin dokumentieren. Jetzt allerdings mit neuem Wissen im Kopf und ausschließlich Shell Eco-Kraftstoffen im Tank. Das Fazit für den Moment? Da sind sich alle einig: "Das hat sich auf jeden Fall gelohnt!", meint Cristof. Auch die Stimmung in Team 2 ist gut: "Für den Otto-Normal-Fahrer ist so ein Training ein absoluter Gewinn", sagt Christian. "Ich werde die Tipps auch privat beherzigen." Thomas allerdings räumt ein: "Fahrspaß ist mir einfach auch sehr wichtig ..." Man darf also gespannt sein. autobild.de wird über den Ausgang der Eco Challenge berichten.

Autor: Stephanie Kriebel

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