Shell Eco-marathon 2008

Kurz vor dem Start: "Schluckspecht" wird noch einmal gecheckt. Spitze(n-) Leistung: Das Dreirad einer Hamburger Hochschule.

Shell Eco-marathon 2008

— 27.05.2008

Badische (B)rennstoffzelle

So geizig wie noch nie: Beim Sparsamkeits-Wettbewerb "Eco-marathon" von Shell heimsten deutsche Teams zwei Klassensiege, zwei Einzelpreise und einen formidablen zweiten Platz im Gesamtranking ein.

Wie weit kommt man mit einem Liter Sprit? Beim Shell Eco-marathon treten jedes Jahr kuriose Eigenbauten an, um aus der Spar-Not eine Tugend zu machen. Dabei werden sieben Runden auf der ehemaligen Formel-1-Rennstrecke Cours d'Armagnac in Nogaro zurückgelegt und die benötigte Energie für die 25,272 Kilometer auf einen Liter Benzin umgerechnet. Viele Teams sind seit Jahren am Start und kennen sich wie alte Bekannte. In diesem Jahr waren die deutschen Abordnungen von Unis und Schulen so gut wie noch nie: Mit 3198 Kilometern wurde der "Schluckspecht" seinem Namen untreu - Platz 2 in der Gesamtwertung für das Team von der Hochschule Offenburg. In der Kategorie "Brennstoffzelle" belegte der ultraflache Renner, von zarten Pilotinnenhänden gesteuert, sogar den 1. Rang. An zweiter Stelle fuhr der Favorit, die Hochschule Nantes, mit 2830 Kilometern relativ abgeschlagen. Besonders am Samstag war der Wettbewerb spannend: Böiger Wind und regennasse Fahrbahn erschwerten den Teams die Aufgabe erheblich. Doch in drei Läufen knackten die Fahrerinnen des "Schluckspecht" zwei Mal die 3000er-Marke.

Von den 200 Teams aus ganz Europa kommen zwölf aus Deutschland

Welch ein Jubel: Das Team der Offenburger Hochschule siegt mit seinem rasenden Wasserstoff-Schluckspecht.

Nur 184 Kilometer mehr schaffte die Abordnung des französischen Lycée La Joliverier, die mit einem konventionellen Verbrennungsmotor den ersten Platz in der Gesamtwertung belegte. Bei den motorbetriebenen Fahrzeugen haben die Franzosen bisher die Nase vorn: Hinter den Studenten aus St. Sebastien sur Loire erreichte das Fahrzeug "TIM" der Universität Paul Sabatier aus Toulouse mit 3036 km/l den zweiten Platz. Von den etwa 200 Teams aus ganz Europa waren zwölf aus Deutschland. Der "Schluckspecht", mit dem die Offenburger seit Jahren ins südfranzösische Nogaro pilgern, wird von einer Wasserstoff getriebenen Brennstoffzelle über einen selbst entwickelten Elektromotor in den Radnaben bewegt. Nebenbei verbesserte das Team seinen Rekord um 482 Kilometer. Mit der Geiz-Leistung reichten Offenburger ebenso wie die Tüfter aus St. Sebastien in der Gesamtwertung recht nah an die magischen 3836 Kilometer heran, die 2005 die Schweizer ETH aufgestellt hatte.

Sausende Sonnenbank: Der ultraflache Ruppin-Jet aus Brandenburg flitzte mit Solarenergie ebenfalls auf Platz 1.

Bereits auf Platz fünf kam das nächste deutsche Team: "ProTRon II", das Vehikel der Fachhochschule Trier, erreichte 2592 Kilometer. Gleich mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde das Team "Ecoemotion" der Hochschule Merseburg. Sie kamen im Gesamtfeld zwar nur auf Platz 81 (301 Km/l), gewannen für ihr Fahrzeug aber sowohl den begehrten Design-Preis, als auch den Umweltpreis für Nachhaltigkeit. Ihr vollständig aus verstärkten Pflanzenfasern gebautes Chassis ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Der mit Sonnenenergie angetriebene "Ruppin-Jet" des Oberstufenzentrums Ostprignitz kam in der Kategorie "Solar" auf Platz drei.

Pech dagegen hatten die Tüftler des Teams "Fortis Saxoniae" (lateinisch für "Stärke Sachsens") der Uni Chemnitz: Ihr Fahrzeug "Sax 3", eigentlich als einer der Favoriten gehandelt, fiel komplett aus. Wie bei den meisten Teams, war der Renner in der Nacht vor dem ersten Lauf fertiggestellt worden. Der Start glückte, doch auf der nassen Fahrbahn rutschte das hintere Antriebsrad weg und das ultraleichte Vehikel überschlug sich. Die Sachsen machen das Beste daraus: "Seine Feuertaufe hat Sax 3 mit diesem Crash bestanden und beeindruckend die Crashsicherheit demonstriert", so die Selbstauskunft. Leider blieb es nicht dabei: Nach leichten Reparaturen muckte die Elektronik. Auch das wurde repariert. Dann war die Elektrik dran - kein Problem, Wackelkontakt gefunden und abgestellt. Doch es war wie verhext mit Sax 3: Am letzten Tag fegte eine Böe die Cockpithaube weg, was der Aerodynamik schadete. Durch die nun unerwartet hohe Motorleistung wurde die Brennstoffzelle überfordert, schließlich musste die Fahrt abgebrochen werden.

Doch zum Trost für "Fortis Saxoniae" wird der Shell Eco-marathon im kommenden Jahr nach Sachsen auf den Euro-Speedway Lausitz umziehen. Diese Entscheidung hat Shell getroffen, um mehr Teams aus Osteuropa zu motivieren, an dem Sparwettbewerb teilzunehmen.

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