Sicherheit an Bahnübergängen

Sicherheit an Bahnübergängen

Sicherheit an Bahnübergängen

— 28.02.2007

Wer verhindert dieses Schild?

Was macht das "Kuhlmann-Schild"? Sicherheit an Bahnübergängen: im Bundestag beschlossen, von den Ländern abgelehnt.

Ursprünglich war das Thema nur für die AUTO BILD-Rubrik "Nachgehakt" eingeplant: "Was macht das Kuhlmann-Schild?" Doch dann ergab die Recherche einen deutlich größeren Platzbedarf für diese Geschichte.

Eine Geschichte, die einmal mehr zeigt, wie politische Prozesse dringend notwendige Änderungen blockieren. Es geht um das "Kuhlmann-Schild". Mal wieder. Und immer noch. Seit zehn Jahren. Hintergrund: Die Hälfte der bundesweit 25.000 Gleisquerungen sind nur durch Andreaskreuze markiert, technische Sicherungen zu teuer – allein eine Halbschranke kostet 400.000 Euro. Keine perfekte, aber eine billige Alternative gegen achtloses Queren der Gleise: die Beschilderung nach Kuhlmann-Art für nur 1500 Euro pro Übergang. Die Idee: ein Stoppschild als Ergänzung zum Andreaskreuz.

Zu schnell, zu einfach? Es scheint so

Rückblick: 1997 erlebt der pensionierte Chauffeur in seiner Heimatstadt Verl einen grausamen Unfall. An einem Andreaskreuz wird ein Auto von einem Zug zermalmt, eine Dreijährige stirbt. Er entwickelt seine Lösung, kämpft mit missionarischem Eifer dafür, überzeugt Verkehrspolitiker,

Werner Kuhlmann kämpft für mehr Sicherheit an Bahnübergängen.

wird mit der Konrad-Adenauer-Medaille geehrt. 2005 verabschiedet der Bundestag den Vorschlag – einstimmig! Das Parlament stellt großen Handlungsbedarf fest, Alternativen gebe es keine, die Idee sei schnell und technisch einfach umzusetzen. Der Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministers vom 16. August 2006 wird kurz vor der Abstimmung im Bundesrat am 3. November umgeleitet – zuerst müsse ein Bund-Länder-Fachausschuss beraten. Ergebnis: "Aus Gründen der Verkehrssicherheit" lehnen die Ländervertreter nicht nur den Vorschlag selbst, sondern sogar eine inhaltliche Auseinandersetzung darüber ab. Mit 14 zu zwei Stimmen. Nähere Begründung? Fehlanzeige. Lediglich ist von "Problemen der Definition eines Kriterienkataloges" die Rede – und von "ungeklärter Anordnungsbefugnis" aufgrund der Privatisierung der Bahn.

Die Rettung von Menschenleben mittels einer effektiven Billiglösung: Sie wird in den Mühlen der Gremien zermahlen und ist wieder in weite Ferne gerückt. Derzeit versucht das Verkehrsministerium, die Veto-Bundesländer umzustimmen. Bis zur Vorlage im Bundesrat können noch Jahre vergehen. Ein Skandal, findet Kuhlmann: "Wir sind Opfer des Föderalismus. Und die guten Erfahrungen unserer Nachbarstaaten mit meiner Schilderkombination werden einfach ignoriert."

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