Tankanzeige Tacho

Sinkende Spritpreise

— 18.11.2008

Drei-Jahres-Tief

Unter 1,19 Euro für einen Liter Super – so wenig kostete der Sprit zuletzt im Mai 2005. Der Preis für Rohöl stürzte in wenigen Monaten um fast 100 Dollar. Händler sehen die Ursache vor allem im weltweiten Abflauen der Wirtschaft.

Finanzkrise und Rezession haben auch ihre angenehmen Seiten: An den Tankstellen können Autofahrer aufatmen und sich derzeit über die niedrigsten Spritpreise seit über drei Jahren freuen. Am Montag, 17. November 2008, kostete ein Liter Super bundesweit weniger als 1,19 Euro, Diesel lag mit 1,18 knapp dahinter. So billig war der Sprit laut Auskunft des Mineralölkonzerns Aral zuletzt im Mai 2005. Der Preis pro Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte WTI stürzte innerhalb weniger Monate von fast 150 US-Dollar Anfang Juli 2008 auf wenig mehr als 50 Dollar ab. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) reagierte und senkte ihre Prognose für den Ölverbrauch 2009. Am 29. November wollen die Ölminister der 13 Mitgliedsstaaten bei einem Treffen in Kairo über eine weitere Drosselung der Fördermenge beraten. Wegen des Preisverfalls waren die Quoten bereits am 24. Oktober um 1,5 Millionen Barrel pro Tag reduziert worden.

Heizölpreise ebenfalls deutlich gefallen

Im freien Fall befinden sich auch die Heizölpreise. Erstmals seit einem Jahr sei der Durchschnittspreis für 100 Liter in 14 deutschen Großstädten unter 70 Euro gefallen, meldet der Energie-Informationsdienst EID. Folge: ein wahrer Heizöl-Boom, da viele Käufer sich zunächst wegen hoher Preise zurückhielten und nun vorm Winter ihre Tanks auffüllen. Obwohl die Nachfrage sich bereits wieder etwas beruhigt habe, müssten Heizöl-Käufer laut EID immer noch mit verlängerten Wartezeiten rechen.

Angst vor Rezession lässt die Nachfrage sinken

Die Ursache für den sinkenden Ölpreis sehen Händler vor allem in der Sorge vor einem weiteren Rückgang der Weltwirtschaft und der dadurch sinkenden Nachfrage nach Öl. Die Regierungen der 20 wichtigsten Indrustrienationen (G20) hatten sich auf eine Reform des globalen Finanzsystems geeinigt. Ein Konzept im Kampf gegen den weltweiten wirtschaftlichen Abschwung gebe es aber nicht – die Länder seien auf sich allein gestellt. "Der Finanzgipfel der G20-Staaten brachte keine konkreten Maßnahmen gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise und konnte daher nicht zu einer Stimmungsaufhellung an den Märkten beitragen", meinte Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Bei Investoren sei derzeit vor allem die schlechte Lage in den USA das beherrschende Thema.

Autor: Jan Kretzmann

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.