Sitz-Spezial (1)

Sitz-Spezial (1) Sitz-Spezial (1)

Sitz-Spezial (1)

— 11.06.2004

So kam der Sitz in Form

Vom Kutschbock über die Bank zum Sitz von heute – einer Maschinerie.

Von der Holzsitzbank zum Wagensofa

Aller Anfang ist hart – das galt bei den ersten Automobilen im 19. Jahrhundert nicht nur für Federung und Lenkung, sondern auch für den Sitzkomfort. Der bestand allenfalls aus einer Polsterung für die Holzsitzbank des Fahrers, wie sie auf vielen Pferdekutschen vorzufinden war.

Später nahm die dann etwa die Form eines Clubsofas an, das hoch auf dem Wagen hinter dem Lenkrad stand. Seine Außenseiten bildeten oft gleichzeitig die seitliche Karosserie. Die ersten Einzelsitze waren Abwandelungen dieses Sofas. Dabei standen vorn zwei Cocktailsesselchen nebeneinander; vor allem sportliche Autos wurden so ausgerüstet. Doch die durchgehende Sitzbank war in vielen größeren Limousinen bis in die sechziger Jahre üblich, Einzelsitze wahlweise erhältlich.

Von Ergonomie und Sicherheit war bei dieser Bank im Vergleich zu heute natürlich keine Spur. Wenngleich Opel die Sitzbank im Rekord von 1963 als "körpergerecht gepolstert" pries. Der Seitenhalt war minimal, sodass das Lenkrad mitunter zum Festhalten herhalten musste. Vor allem fehlte die Kopfstütze, was sowohl bei Front- wie Heckaufprall zu schwersten Verletzungen führte.

Vom Einzelpolster zum Multikontursitz

Zwar hatte Daimler-Benz ab 1950 für den Typ 170 schon eine Ruhesitzeinrichtung als Extra im Programm, die Kopfstützeneinschloss.Doch hatten die nicht den Sicherheitsanspruch, den bei einem Unfall nach hinten schnellenden Kopf wirksam abzufangen. Der wurde bei Mercedes dann mit der Einführung der Sicherheitskopfstütze 1968, gleichzeitig mit Volvo, erfüllt. Das war der Startschuss für den Einzug von mehr Technik und Komfort in den (Fahrer-) Sitz.

Bereits in den frühen siebziger Jahren kam verstärkt die Sitzheizung auf. Zwar wurde sie zu Anfang als skurrile Option belächelt, ist heute jedoch ein gern gewähltes Extra. Zudem dient sie auch der Sicherheit: Ein Fahrer, der nicht fröstelt, fährt auch sicherer. 1996 kam dann die aktive Kopfstütze von Saab. Bei einem Aufprall schnellt sie vor und verringert so automatisch den Abstand zum Hinterkopf.

Heute sind Topsessel wahre Multifunktions-Sitzmaschinen mit zahlreichen Features (siehe links). Beim "fahrdynamischen Multikontursitz" in der S-Klasse füllen sich in den Seiten – je nach Kurvenlage – gar Luftkammern blitzschnell und automatisch für optimalen Seitenhalt. Für den Sitz im Durchschnittsauto noch Zukunftsmusik. Der muss vor allem eines: passen, und zwar wie angegossen. Ob er das tut, entscheidet am besten das Popometer während einer ausgiebigen Probefahrt.

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