Sixt Autovermietung lget Zahlen vor

Sixt Autovermietung lget Zahlen vor

— 21.08.2002

Mehr Geld mit weniger Karossen

Das Gewinnplus des Autovermieters Sixt liegt im ersten Halbjahr über den Erwartungen. Der Einstieg ins Touristikgeschäft ist nicht geplant.

Vor allem einem verbesserten Kostenkorsett ist es zu verdanken, dass der Autovermieter Sixt im ersten Halbjahr ein Gewinnplus erzielt hat, das über den eigenen Erwartungen liegt. Der größte deutsche Autovermieter will künftig verstärkt Mobilitätsdienstleistungen anbieten, aber nicht als Touristikkonzern in Konkurrenz zu den Reisebüros treten. Der Umsatz ging in den ersten Monaten um knapp neun Prozent zurück. Der Konzerngewinn vor Steuern nahm um 26,7 Prozent auf 16,3 Mio. Euro zu. Die Ergebnisse seien eine Bestätigung für die Strategie, konsequent Ertrag und Rendite vor Umsatzwachstum zu stellen, so Vorstandschef Erich Sixt. "Das erste Halbjahr ist geprägt von dem bewussten Verzicht auf margenschwache Umsätze." Konkret bedeutet dies vor allem eine verkleinerte Vermietflotte, was geringere Fuhrpark- und Leasingkosten sowie Abschreibungen zur Folge hatte. So hat sich der Fahrzeugbestand im In- und Ausland auf 44.600 (Gesamtjahr 2001: 52.600) Fahrzeuge reduziert.

Trotz der Fortschritte bleibt der Ausblick auf das Gesamtjahr verhalten: So wird unverändert ein Konzernumsatz in Vorjahreshöhe von 2,3 Mrd. Euro erwartet. Der Konzerngewinn vor Steuern soll um 15 Prozent auf 35 Mio. Euro zunehmen. Die im MDax notierte Sixt-Aktie stieg um sechs Prozent auf 11,52 Euro. Der Konzern wolle künftig verstärkt als Mobilitätsanbieter mit Kerngeschäft Autovermietung auftreten, sagte Finanzvorstand Manfred Sturm in einer Telefonkonferenz. So sollen die Sixt-Vermietstationen für andere Mobilitätsdienstleistungen geöffnet werden. Beispielsweise würden Internet-Terminals aufgestellt, an denen Flüge und Reisen gesucht und gebucht werden können. Sturm widersprach der Darstellung, wonach Sixt ins Reisebürogeschäft einsteigen wolle. "Wir sind kein Touristikkonzern, wir wollen Partner der Reisebüros bleiben." So würden keine eigenen Touristikprodukte wie etwa Pauschalreisen angeboten, sondern Fremdprodukte. "Wir treten als reiner Vermittler auf."

Im Rechtstreit mit dem früheren Partner Budget wird Sixt inzwischen mit einer Schadensersatzforderung konfrontiert. Sturm sagte, für eine solche Forderung von Budget seien in der Bilanz Rückstellungen auf Basis neutraler Gutachten bereits in der Bilanz des Jahres 2001 gebildet worden. Die Höhe der Rückstellungen nannte Sturm nicht. Budget hatte 1997 den Vertrag mit Sixt gekündigt, wogegen Sixt gerichtlich vorgegangen ist. Nachdem Budget in zweiter Instanz in dieser Auseinandersetzung gewonnen hat, ist das Urteil laut Sturm inzwischen rechtskräftig.

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