Debakel um Klaus Volkert

Rücktritt Klaus Volkert

Skandal um Klaus Volkert

— 04.07.2005

Affären am laufenden Band

Klaus Volkert und Peter Hartz geraten in den Sumpf der Volkswagen-Affäre. Jetzt kommt auch noch eine Brasilianerin ins Spiel.

Volkert und die Frau aus Sao Paulo

Nach dem Rücktritt von VW-Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert im Sog der Schmiergeldaffäre bei Volkswagen sind neue Vorwürfe laut geworden. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, Flugkosten für eine Brasilianerin, zu der Volkert ein persönliches Verhältnis habe, seien über VW abgerechnet worden. Für diese Abrechnungen habe ein Mitarbeiter der Personalabteilung gesorgt.

Dem "Spiegel" zufolge flog die Brasilianerin mehrfach auf Kosten von VW in der ersten Klasse nach Deutschland. Die Abrechnungen dafür seien als Auslagen für Betriebsratsprojekte verrechnet worden. Nach "Focus"-Informationen existierte mit der Frau zudem ein Werbevertrag. Für das Honorar habe sie gearbeitet und regelmäßig Firmen-Videos für VW prodziert, zitierte das Magazin die Frau aus Sao Paulo, die eine Liebesaffäre mit Volkert jedoch bestritt. Ein VW-Sprecher verwies lediglich darauf, daß VW die Schmiergeldaffäre bei der Tochter Skoda vom Wirtschaftsprüfer KPMG extern untersuchen lassen werde.

Der VW-Gesamtbetriebsrat ging auf Distanz zu Volkert. Der stellvertretende Vorsitzende der IG-Metall Wolfsburg, Frank Patta, sagte, Volkert habe eine Verpflichtung, an der Aufklärung der Affäre aktiv mitzuarbeiten. "Darauf haben vor allem die Mitglieder der IG Metall einen Anspruch, die ihm jahrelang vertraut haben." Der designierte Gesamtbetriebsrats-Chef Bernd Osterloh, bislang Stellvertreter Volkerts, forderte der "Braunschweiger Zeitung" zufolge einen VW-Vorstand auf, die "lückenlose und ausnahmslose Aufklärung" aller Vorwürfe voranzutreiben.

Schuster und Hartz heimlich bespitzelt

In der kommenden Woche sollen der neue Betriebsratsvorsitzende des Werks in Wolfsburg und der Gesamtbetriebsrats-Chef gewählt werden. Diese Posten hatte Volkert in Personalunion inne. Volkert war am Donnerstag (30. Juni) nach 15 Jahren im Amt überraschend zurückgetreten. Als Grund nannte er die zu erwartende öffentliche Debatte um "scheinbare Unregelmäßigkeiten" im Zusammenhang mit seiner Person. Volkert hatte zugleich erklärt, er habe sich keiner kriminellen Handlung schuldig gemacht.

In der Schmiergeldaffäre hat Volkswagen Strafanzeige gegen den früheren Personalvorstand der Volkswagen-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, und einen Mitarbeiter des Zentralen Personalwesens in Wolfsburg erstattet. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittet wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug. Schuster ist einem Bericht der BILD AM SONNTAG zufolge auf Veranlassung der Konzernspitze wochenlang observiert worden. Auch Treffen Schusters mit Personalvorstand Peter Hartz seien beschattet worden. Der VW-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. "Spiegel" und "Focus" zufolge soll Schuster auch versucht haben, die IG Metall für ein geplantes millionenschweres Vetriebs- und Erlebniscenter der Marke Skoda in Prag zu gewinnen.

Die Gewerkschaft habe zuvor Auskünfte über die Gesellschafter der Prager Firma F-BEL gefordert, die sich um den Auftrag von Skoda beworben habe. Die IG Metall habe keine befriedigenden Informationen erhalten und abgelehnt. An der Firma F-Bell sollen Schuster und Volkert indirekt beteiligt sein.

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