Skandal um Rußfilter geht weiter

Skandal um Rußfilter geht weiter

— 23.11.2007

Nachrüst-Nonsens

In Deutschland sind angeblich 40.000 bis 60.000 nachgerüstete Rußpartikelfilter unwirksam. Das KBA entzog bereits drei Herstellern die Betriebsgenehmigung.

Zehntausende Autos in Deutschland sind mit unwirksamen Rußpartikelfiltern nachgerüstet worden. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat mindestens drei Herstellern die Betriebsgenehmigung für die Diesel-Filter entzogen. Betroffen seien die Halter von etwa 40.000 Autos, in die die unzureichenden Filter eingebaut wurden. Bei einem der drei Unternehmen – dem Gladbecker Rußfilter-Hersteller GAT – ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sprach von einem Skandal und nannte sogar die Zahl von 60.000 betroffenen Autohaltern. Das KBA habe sämtliche Betriebserlaubnisse unwirksamer Filter der Hersteller GAT, Tenneco/Walker und Bosal gelöscht. Zudem seien Partikelfilter von Ernst-Apparatebau sowie Original-Nachrüstfilter von Jaguar und Landrover betroffen.

In Werkstätten der Ketten Pit-Stop und Vergölst würden die "Betrugsfilter" weiter angeboten. Der Bundesregierung hielt die Umwelthilfe den Vorwurf der Vertuschung vor. Das Verwaltungsgericht Dessau wird am 23. November 2007 über eine "Untätigkeitsklage" der Umweltorganisation entscheiden. Das Umweltbundesamt halte "auf Weisung des Bundesumweltministeriums" wichtige Information weiterhin unter Verschluss, sagte DUH-Hauptgeschäftsführer Jürgen Resch. "Ein Jahr Schweigen ist genug", so der Umweltmanager. Der Einbau der Filter wird zur Verringerung der Feinstaubbelastung staatlich gefördert.

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