Skandal-Urteil in der Formel 3

Skandal-Urteil in der Formel 3

— 23.07.2002

Diefenbacher siegt umsonst

Der neunte Lauf auf dem EuoSpeedway wurde annulliert. Die Rennställe BSR und Ghinzani wollen protestieren.

Weil Rennleiter Roland Bruynseraede einen Fehler machte, fiel der neunte Lauf der Formel 3 auf dem EuroSpeedway aus der Wertung. Rosberg-Pilot Gary Paffett war beim Safety-Car-Start nicht weggekommen, hatte dann zwei Konkurrenten überholt und seinen Startplatz eingenommen. Alles regelgerecht. Bruynseraede aber verpasste Paffett eine Stop-and-go-Strafe. Der Tabellenführer beendete das Rennen als Elfter. Es gewann Frank Diefenbacher (BSR) – umsonst. Denn nach einem Rosberg-Protest annullierte der DMSB (Deutscher Motor Sport Bund e. V.) das Rennen. Damit gehen nicht nur Punkte und Prämien flöten, den Teams droht auch der Verlust von Sponsorengeldern. Kein Titelrennen, kein Geld. Schaden: 30.000 Euro pro Auto.

Aber es regt sich Widerstand. BSR und Ghinzani wollen die Entscheidung anfechten. BSR-Chef Bertram Schäfer: "Erst wurde ein Fahrer zu Unrecht bestraft, dafür müssen nun 25 Piloten büßen." Mit genau diesem Argument hatt der DMSB übrigens einst in zwei ähnlichen Fällen Proteste abgeschmettert: 1993 kassierte Michael Krumm in Wunstorf wegen Frühstarts eine Zeitstrafe. 1995 wurde Alexander Wurz beim Avus-Rennen von einem ONS-Fahrzeug "abgeschossen". Beide Fahrer waren unschuldig. Die Rennen wurden dennoch gewertet. Sollte der Einspruch beim DMSB keinen Erfolg haben, wäre das FIA-Gericht letzte Instanz. Eine Entscheidung fiele dann wohl erst nach Saisonende.

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