Skoda Fabia (ab 1999)

Gebrauchtwagen Skoda Fabia Gebrauchtwagen Skoda Fabia

Skoda Fabia (ab 1999)

— 20.05.2003

Gute Gene

Skodas Fabia teilt Bodengruppe und Antrieb mit dem VW Polo. Resultat: Großserientechnik und tschechische Handwerksqualität zu attraktiven Preisen.

Qualität und Technik

Gerissen sind sie ja, die Leute von VW: Schicken vor wichtigen Modellwechseln die Technik immer schon ein paar Jahre früher auf die Straße, in Modellen kleinerer Stückzahl. Zuerst mussten die Scirocco-Fahrer für den Golf I testen, dann die A4-Kunden für den Passat, und zuletzt durften die Polo-Interessenten darauf vertrauen, dass sich die Technik des 2001 eingeführten Modells schon seit Ende 1999 im Skoda Fabia bewährte.

Und das hat sie sich wohl; jedenfalls sind keine größeren Skandale bekannt. Was aber nicht heißen soll, dass der Fabia rundum perfekt ist. Denn auch der kompakte Tscheche zeigt die Nachteile einer konzernweiten Gleichteile-Politik: Wenn bei allen VW-Töchtern Sitze und Lehnen wackeln, dann auch im Fabia. Ähnlich ist die Situation bei den Getrieben: Viele AUTO BILD-Leser klagen über Defekte oder schlechte Schaltbarkeit, besonders in Verbindung mit dem 75-PS-Motor – wie beim Golf IV.

Von dem hat der Fabia auch die anfälligen Fensterheber geerbt. Bei denen kann es passieren, dass nach Bruch eines Kunststoffzahnrads die Scheibe in der Tür verschwindet. Neu im Fabia ist dagegen die elektrohydraulische Servolenkung. Bei der durften die Skoda- Kunden anscheinend tatsächlich Versuchskaninchen spielen; jedenfalls ist das Teil mit Störgeräuschen und Undichtigkeiten Dauerkunde im AUTO BILDKummerkasten.

Karosserie und Motor

Davon abgesehen, lässt sich das Fabia-Fahrwerk aber nichts zuschulden kommen: Lenkgestänge und Radaufhängungen sind sehr solide ausgelegt; knarzende Stoßdämpfergummis mögen zwar lästig sein, haben aber keinen schädlichen Einfluss auf die Haltbarkeit. Einzig die seltenen Radlagerschäden trüben die gute Bilanz. Häufiger jedoch treten Defekte an der Klimaanlage auf: Strenge Gerüche sind noch das kleinste Übel, teure Schäden wie kaputte Magnetkupplungen am Verdichter keine Seltenheit.

Und teuer wird es auch, wenn die Wartungsvorschriften nicht präzise eingehalten werden. Besonders beim TDI, dessen Lebensdauer im Wesentlichen von der Zahnriemenspannung und der Ölqualität abhängt – es muss das delikate Pumpe-Düse-Öl zu rund 20 Euro pro Liter sein. Der SDI ist da deutlich anspruchsloser, allerdings auch nicht annähernd so dynamisch.

Die Mehrzahl aller Fabia verbrennt jedoch Benzin – und das sehr sauber: Alle Ottomotoren erfüllen Euro 4. Auch der alte, bereits in den Heckmotorzeiten benutzte 1,4-Liter mit 60 oder 68 PS. Ihn als altes Eisen zu bezeichnen, wäre aber falsch – der Motor besteht fast komplett aus Alu. Allerdings führen die eingesetzten Laufbuchsen aus Gusseisen öfter zu Problemen mit der Zylinderkopfdichtung. Damit kristallisiert sich der 75-PS-Benziner im Fabia als Best Buy heraus – was beim VW Polo übrigens nicht anders ist.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/99 Vorstellung des Fabia Fließheck auf der IAA, Benzinmotoren von 50 bis 101 PS, Karosserie grundsätzlich fünftürig, Front-Airbags Serie, Sidebags ab Ausstattung Comfort 4/00 75-PS-Benziner neu im Programm 11/00 Einführung Fabia Combi, neuer Zweiliter mit 115 PS, 1,0-Liter mit 50 PS mangels Nachfrage aus dem Programm genommen 4/01 Fabia Sedan (Stufenheck) vorgestellt, Xenonscheinwerfer gegen Aufpreis für Ausstattung Elegance lieferbar 10/01 2,0-Liter und TDI auch als sportlicher GT lieferbar

Schwachstellen • Kühlkreislauf zeigt unterschiedliche Schwächen: Undichte Schläuche und lockere Schlauchklemmen können Wasserverlust und damit Motorüberhitzungen verursachen • Elektronik ist heikel, das im Fabia verwendete Datenbus-System reagiert bereits kritisch auf ein nachträglich eingebautes Autoradio • auch die Komfortelektrik hat Schwächen: Fensterheber, Zentralverriegelung oder Schiebedach zeigen häufiger Funktionsstörungen, hinzu kommen Defekte an Instrumenten oder dem Zündanlassschalter • Zahnriemen führt vor allem beim TDI öfters mal zu Motorschäden • Ölverlust an Motor und Getriebe betrifft ebenfalls den TDI sowie den Skoda-eigenen 1,4-Liter mit 60 und 68 PS

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Skoda Fabia 1.4 16V, 55 kW/75 PS, Baujahr 00. Die Ersatzteilkosten liegen auf sehr niedrigem Niveau, vor allem die Preise für häufig benötigte Verschleißartikel hat Skoda sehr kundenfreundlich gestaltet.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Ist der Fabia nun der bessere Polo? Das vielleicht nicht, in jedem Fall aber der vielseitigere. Denn den Kompakt-Skoda gibt es auch mit Stufenheck, vor allem aber als Kombi. Und er entlastet den Geldbeutel, weil es seine moderne Technik bereits zwei Jahre länger und damit preiswerter gibt. Allerdings zickt die moderne Technik auch manchmal rum, Elektronik-Ärger ist an der Tagesordnung – beim Polo übrigens auch. Und die Verarbeitung ist nicht so gut, wie sie aussieht – hörbar an mancherlei Klappergeräuschen." Hendrik Dieckmann, Kfz-Mechaniker und AUTO BILD-Autor

Modellempfehlung Fabia 1.4 16V (55 kW/75 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: steuerbefreit, nach Ablauf 94 Euro/Euro 4 Testverbrauch: Werksangabe 6,6 Liter, gemessen 7,2 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (13/1000 Euro SB): 501 Euro. Teilkasko (19/300 Euro SB): 109 Euro. Haftpflicht (15): 856 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 200 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren nur rund 35 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1000 Euro Verlust -

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.