Skoda Fabia Combi (2015): Fahrbericht

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Skoda Fabia Combi (2015): Fahrbericht

— 16.01.2015

Erste Fahrt im Skoda Fabia Combi

Skoda streckt den Fabia: Als Combi ist der kleine Tscheche länger und bietet mehr Platz. Wie er sich auf der Straße anfühlt, klärt unser Fahrbericht.

Video: Skoda Fabia Combi (2015)

Neuer Fabia-Kombi

Als Fünftürer macht er noch auf Lust und Lifestyle und gibt mit seiner optionalen Zweifarblackierung auf Wunsch sogar den bunten Hund. Doch wenn Skoda den neuen Fabia Ende Januar zu Preisen ab 13.090 Euro auch als Combi nachreicht, dann ist es mit der überbordenden Lebenslust vorbei. So wie Verliebte plötzlich verantwortungsvoll werden, wenn sich erst einmal der Nachwuchs ankündigt, so gelten dann auch bei der tschechischen VW-Tochter andere Prioritäten: Platz statt Pepp lautetet die Devise. Statt Schmetterlinge im Bauch zählt man die Kisten im Kofferraum. Und ist damit ordentlich beschäftigt. Denn neun Zentimeter breiter als der Vorgänger und gegenüber der Limousine für einen Aufpreis von 600 Euro um 27 Zentimeter auf 4,26 Meter gestreckt, legt der Fabia in dieser Disziplin noch einmal zu. Sobald die große, um drei Zentimeter weiter nach unten gezogene Klappe aufschwingt, blickt man in ein Fach von 530 Litern. Und wenn man die Rücksitze umlegt, schluckt der kleine Kombi sogar 1395 Liter.
Preis: Das kostet der neue Skoda Fabia Combi

Auf Wunsch gibt es den Fabia Combi mit einem riesigen Glasdach.

Außerdem ist es ja nicht so, dass der Fabia Combi gleich ein hässliches Entlein wäre. Im Gegenteil: Die Proportionen sind mit gestreckten Radstand knackiger geworden, das Blech windet sich enger um die Karosse, die Kanten sind schärfer, die Linien klarer und die Leuchten brillanter – nur auf die optionale Zweifarblackierung und ein paar andere Mode-Accessoires haben die Tschechen verzichtet. Aber dafür wartet der Combi mit einem riesigen Glasdach auf, das den Wagen förmlich mit Licht flutet und ein weiterer Beleg ist für die Konzentration auf die inneren Werte. Da hilft es natürlich, dass schon der Fünftürer bei all seiner neu entdeckten Farbenfreude eine solide Basis bietet und zumindest in den gehobenen Modellvarianten fast so liebevoll und vornehm gestaltet ist wie der noble Vetter Audi A1: Hochwertige Kunststoffe, feinfühlige Schalter und große, brillante Displays mit Touch- und Wischfunktion zeugen von den ehrgeizigen Ambitionen der VW-Tochter.
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Smartphone-Anbindung und smarte Helfer

Per Smartphone-App kann der Fahrer auf Fahrzeugdaten des Fabia zugreifen. 

Und von ihrem Ideenreichtum. Denn genau für die Limousine gibt es für den Kombi 17 Simply-Clever-Details, von denen zehn neu sind in der Baureihe. Aber "simply clever" sind diesmal nicht allein der fast schon obligatorische Eiskratzer im Tankdeckel, der Halter fürs Parkticket in der Frontscheibe oder die kleinen Gepäcknetze an den Flanken der Sitze. Sondern mittlerweile gibt es bei Skoda auch die ersten Gimmicks für die Generation iPhone: "Smartgate" heißen vier Apps, die allesamt auf die Fahrzeugdaten zugreifen und dem Fahrer viele mehr oder minder sinnvolle, auf jeden Fall aber unterhaltsame Informationen auf sein Handy spielen – von den aktuellen Werten der Längs- oder Querbeschleunigung über eine individuelle Effizienzkurve bis hin zu Tacho, Drehzahlmesser oder Gurtwarner.

Sitzprobe Skoda Fabia Combi (Paris 2014)

Bei vollständig umgeklappter Rücksitzbank schluckt der kleine Kombi bis zu 1395 Liter.

Mit vielen Komponenten aus dem Modularen Querbaukasten konstruiert, macht der Combi bei der ersten Ausfahrt einen sehr erwachsenen Eindruck – die breitere Spur, der längere Radstand und die neue Elektro-Lenkung lassen den Kleinwagen deutlich größer wirken, als er eigentlich ist. Nur der Motor holt die Insassen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück – zumindest wenn man im Dreizylinder-Basismodell mit 75 PS unterwegs ist. Denn der 1,0-Liter-Motor knattert nicht nur laut und vernehmlich, wie es so die Art der Dreizylinder ist. Sondern er braucht auch einen langen Atem. Zwar überrascht er an der Ampel mit einem ambitionierten Antritt, doch spätestens hinter dem Ortsschild wird die Sache etwas zäh. Kein Wunder, dass der Combi mit seinen 95 Nm stolze 14,9 Sekunden braucht, bis der Tacho Tempo 100 zeigt – und dass der Spaß bei 175 km/h schon wieder vorbei ist. Auch über den Verbrauch darf man sich nicht wundern. Wer halbwegs flott im Verkehr mitschwimmen möchte, der muss den Dreizylinder so sehr treten, dass er den Normwert von 4,8 Litern glatt vergessen kann.

Skoda Fabia (2014): Fahrbericht

Skoada Fabia Farbericht (2014) Skoada Fabia Farbericht (2014) Skoada Fabia Farbericht (2014)
Deshalb investiert man vielleicht besser in eines der stärkeren Triebwerke. Nicht umsonst bietet Skoda zwei weitere Benziner mit vernünftigen 90 PS oder quirligen 110 PS sowie drei Diesel von 75 bis 105 PS an. So kann man wahlweise das Tempo auf bis zu 199 km/h treiben oder den um bis zu 17 Prozent gesenkten Verbrauch im besten Fall auf 3,1 Liter drücken. Beim Griff zum MQB hat sich Skoda aber nicht nur Achsen, Motoren und Getriebe gesichert. Sondern die Tschechen haben auch bei der Ausstattung kräftig zugelangt und bietet nun Extras wie ein schlüsselloses Startsystem, einen Auffahrwarner, die Multikollisionsbremse oder eine elektronische Differentialsperre an. Wer da aus dem Vollen schöpft, ist den Platzhirschen aus Deutschland allerdings auch beim Preis näher, als ihm lieb sein dürfte. Denn es braucht nicht viel, dann kostet der kleine Kombi plötzlich fast 25.000 Euro – dafür gibt es bei manchen Importeuren aus Fernost schon deutlich größere Modelle.

Autor: Thomas Geiger

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Kombi

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