Skoda Fabia: Gebrauchtwagentest

Skoda Fabia Bilder: Skoda Fabia im Gebrauchtwagentest

Skoda Fabia: Gebrauchtwagentest

— 12.08.2011

Der praktischere Polo

Der Skoda Fabia I teilt sich die Technik-Gene mit VW Polo (Typ 9N) und Seat Ibiza (Typ 6L). Wie fit ist der Tscheche als Gebrauchtwagen im Vergleich zu seinen Brüdern im Konzern?

Kaum jemand erinnert sich noch an den Skoda Felicia, höchstens der TÜV-Prüfer, denn über einem Drittel aller geprüften Felicia verweigerte er die HU-Plakette. Geschichte. Aus dem Ostblock-Mauerblümchen und TÜV-Mängelriesen Felicia wurde 1999 der attraktive Fabia, der bis zum  Produktionsende 2007 allein in Deutschland über 300.000 Käufer fand. Was macht diesen Typ so  erfolgreich? Er ist kein Charmeur wie der Nissan Micra oder der Mini, der Fabia punktet mit handfesten inneren Werten und guten Genen aus der VW-Familie. Vor allem bietet er ein sicheres, routiniert abgestimmtes Fahrwerk und zuverlässige Motoren. Die gefällige Karosserie kam serienmäßig mit fünf Türen und ausreichend Platz für vier, auch einen geräumigen Kompakt-Kombi und ein rares Stufenheck gab es. Dazu war der Fabia als Neuwagen über zehn Prozent günstiger als ein technisch identischer VW Polo mit nur drei Türen.

Der Skoda Fabia I im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt

Im Alter hat sich daran nichts geändert: Für den Polo ist ein VW-Bonus fällig, einen vergleichbaren Fabia gibt's auch gebraucht günstiger. Ist er auch vergleichbar gut? Klare Antwort: Ja. Sieht man sich die TÜV-Statistik an, schneidet der Fabia bei den Sechs- bis Siebenjährigen sogar etwas besser ab als der Polo: 56,2 Prozent aller sechs- bis siebenjährigen Fabia kommen mängelfrei durch die Hauptuntersuchung, beim Polo sind es nur 50,7 Prozent. Was der TÜV nicht sieht, sind die typischen VW-Krankheiten, die alle drei Konzernbrüder befallen: defekte Fensterheber, Zentralverriegelungen und Luftmassenmesser, funktionsgestörte Motorsteuergeräte und Zahnriemenprobleme bei den TDI-Motoren. Ein Problem hat der Fabia jedoch exklusiv: einen Kabelbaum, der Feuchtigkeit rein-, aber nicht mehr rauslässt. Da hilft nur der Austausch.

Gebrauchte Kleinwagen bis 5000 Euro

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Unser Testwagen ist aus zweiter Hand, wurde erstmals im April 2003 zugelassen und hat seitdem 87.600 Kilometer abgespult. Für ihn sprechen ein Serviceheft mit allen Stempeln vom Skoda-Vertragshändler und ein frisch erneuerter Zahnriemen. Gegen ihn einige dilettantisch ausgeführte Lackierarbeiten: Die Stoßfänger sind nachlackiert worden, leider hat der Lackierer den Farbton nicht exakt getroffen und auch eine große Delle im Heckdeckel übersehen. Für den Fabia möchte der Gebrauchtwagenhändler 4000 Euro haben. Unsere Probefahrt: Der Lackierer hat gepfuscht, die Techniker jedoch nicht: Der Fabia fährt wie ein Jahreswagen. Der Motor springt prompt an, dreht sofort sauber hoch, die Gänge flutschen nur so durch die Kulisse. Auch die Klimaanlage kühlt wie am ersten Tag. Der Check auf der Hebebühne fördert nichts Böses zutage: neuer Endschalldämpfer, kein Rost, kein nennenswerter Ölverlust. So soll es sein. Unser Urteil: Wer mit den optischen Blessuren leben kann, kauft einen technisch einwandfreien Fabia. Doch 4000 Euro sind zu viel – 3500 wären fair.

Im Überblick: Alle Testberichte zum Skoda Fabia

Seine Konzernbrüder VW Polo (Typ 9N) und Seat Ibiza (Typ 6L) teilen Ihre Schwächen generell mit dem Fabia I, haben aber einen eigenständigen Charakter. Beim Polo wirkt der Innenraum etwas edler, auch lässt er sich etwas schneller wieder verkaufen als die Konzernbrüder. Da wirkt das positive VW-Markenimage. Im Schnitt ist ein Polo 9N rund 300 bis 800 Euro teurer als ein vergleichbarer Fabia. Der Seat Ibiza ist straffer abgestimmt und weniger komfortabel. Die Verarbeitungsqualität des Ibiza (Typ 6L, 2002 bis 2008) wurde mit den Jahren immer besser, doch frühe Exemplare leiden an Makeln wie schief eingebauten Lüfterklappen, ungleich breiten Fugen und Klappergeräuschen. Dafür ist der Sportlichste auch der Billigste des Kompakt-Trios.
Kosten für die getestete Motorvariante 1.4 16V (75 PS)
Unterhaltskosten
Testverbrauch 6,5 l Super/100 km
Inspektion 150 bis 400 Euro
Haftpflicht (Typklasse 16)* 621 Euro
Teilkasko (Typklasse 14)* 74 Euro
Vollkasko (Typklasse 13)* 483 Euro
Kfz-Steuer (Euro 4) 94 Euro
* Onlinetarif der HUK24-Versicherung, Zulassung in Hamburg, Fahrer: Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100 Prozent.
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine 368 Euro
Anlasser 342 Euro
Wasserpumpe 181 Euro
Zahnriemen 389 Euro
Endschalldämpfer 256 Euro
Kotflügel vorn, lackiert 596 Euro
Bremsscheiben und -beläge vorn 236 Euro
*inklusive Lohnkosten und 19 Prozent Umsatzsteuer
Technische Daten
Motor Vierzylinder/vorn quer
Ventile/Nockenwellen vier pro Zylinder/zwei
Hubraum 1390 cm3
kW (PS) bei U/min 55 (75)/5000
Nm bei U/min 126/3800
Höchstgeschwindigkeit 167 km/h
0–100 km/h 14,1 s
Getriebe/Antrieb Fünfgangschaltung/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 45 l/Super
Länge/Breite/Höhe 3960/1646/1451 mm
Kofferrauminhalt 260 l
Leergewicht/Zuladung 1155/420 kg
Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

Der Skoda Fabia schneidet beim TÜV besser ab als der Polo, hat immer fünf Türen, ist zudem günstiger und deshalb der bessere Kauf. Die technischen Schwachstellen sind mit Ausnahme des anfälligen Kabelbaums die gleichen. Beim Kauf darauf achten, dass dieser erneuert wurde, oder einen Fabia ab 5/2004 nehmen.

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