Skoda Fabia: Gebrauchtwagentest — 12.08.2011
Der praktischere Polo
Der Skoda Fabia I teilt sich die Technik-Gene mit VW Polo (Typ 9N) und Seat Ibiza (Typ 6L). Wie fit ist der Tscheche als Gebrauchtwagen im Vergleich zu seinen Brüdern im Konzern?
Der Skoda Fabia I im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt
Unser Testwagen ist aus zweiter Hand, wurde erstmals im April 2003 zugelassen und hat seitdem 87.600 Kilometer abgespult. Für ihn sprechen ein Serviceheft mit allen Stempeln vom Skoda-Vertragshändler und ein frisch erneuerter Zahnriemen. Gegen ihn einige dilettantisch ausgeführte Lackierarbeiten: Die Stoßfänger sind nachlackiert worden, leider hat der Lackierer den Farbton nicht exakt getroffen und auch eine große Delle im Heckdeckel übersehen. Für den Fabia möchte der Gebrauchtwagenhändler 4000 Euro haben. Unsere Probefahrt: Der Lackierer hat gepfuscht, die Techniker jedoch nicht: Der Fabia fährt wie ein Jahreswagen. Der Motor springt prompt an, dreht sofort sauber hoch, die Gänge flutschen nur so durch die Kulisse. Auch die Klimaanlage kühlt wie am ersten Tag. Der Check auf der Hebebühne fördert nichts Böses zutage: neuer Endschalldämpfer, kein Rost, kein nennenswerter Ölverlust. So soll es sein. Unser Urteil: Wer mit den optischen Blessuren leben kann, kauft einen technisch einwandfreien Fabia. Doch 4000 Euro sind zu viel – 3500 wären fair.
Im Überblick: Alle Testberichte zum Skoda Fabia
Seine Konzernbrüder VW Polo (Typ 9N) und Seat Ibiza (Typ 6L) teilen Ihre Schwächen generell mit dem Fabia I, haben aber einen eigenständigen Charakter. Beim Polo wirkt der Innenraum etwas edler, auch lässt er sich etwas schneller wieder verkaufen als die Konzernbrüder. Da wirkt das positive VW-Markenimage. Im Schnitt ist ein Polo 9N rund 300 bis 800 Euro teurer als ein vergleichbarer Fabia. Der Seat Ibiza ist straffer abgestimmt und weniger komfortabel. Die Verarbeitungsqualität des Ibiza (Typ 6L, 2002 bis 2008) wurde mit den Jahren immer besser, doch frühe Exemplare leiden an Makeln wie schief eingebauten Lüfterklappen, ungleich breiten Fugen und Klappergeräuschen. Dafür ist der Sportlichste auch der Billigste des Kompakt-Trios.| Kosten für die getestete Motorvariante 1.4 16V (75 PS) | |
|---|---|
| Unterhaltskosten | |
| Testverbrauch | 6,5 l Super/100 km |
| Inspektion | 150 bis 400 Euro |
| Haftpflicht (Typklasse 16)* | 621 Euro |
| Teilkasko (Typklasse 14)* | 74 Euro |
| Vollkasko (Typklasse 13)* | 483 Euro |
| Kfz-Steuer (Euro 4) | 94 Euro |
| * Onlinetarif der HUK24-Versicherung, Zulassung in Hamburg, Fahrer: Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100 Prozent. | |
| Ersatzteilpreise* | |
| Lichtmaschine | 368 Euro |
| Anlasser | 342 Euro |
| Wasserpumpe | 181 Euro |
| Zahnriemen | 389 Euro |
| Endschalldämpfer | 256 Euro |
| Kotflügel vorn, lackiert | 596 Euro |
| Bremsscheiben und -beläge vorn | 236 Euro |
| *inklusive Lohnkosten und 19 Prozent Umsatzsteuer | |
| Technische Daten | |
|---|---|
| Motor | Vierzylinder/vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | vier pro Zylinder/zwei |
| Hubraum | 1390 cm3 |
| kW (PS) bei U/min | 55 (75)/5000 |
| Nm bei U/min | 126/3800 |
| Höchstgeschwindigkeit | 167 km/h |
| 0–100 km/h | 14,1 s |
| Getriebe/Antrieb | Fünfgangschaltung/Vorderrad |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 45 l/Super |
| Länge/Breite/Höhe | 3960/1646/1451 mm |
| Kofferrauminhalt | 260 l |
| Leergewicht/Zuladung | 1155/420 kg |
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Kommentare zum Artikel (7)
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In der Auflistung der Ersatzteile u. Reparaturen fehlen noch folgende Punkte: Aggregateträger der Fensterheber(Scheibe Heruntergefallen), Abdichten der Aggregateträger (Wasser im Fußraum), offter mal Fehlercode Auslesen lassen (sporadische Fehler), Lambdasonde, Anschlagpuffer/Staubmanschetten der Stoßdämpfer hinten, Stabistangen, Querlenker. Aber sonst ein gutes in diesem Alter " Kostengünstiges" Auto
@RSC
Zum einen ist es mit diesem Test wie beim TÜV, dort fährt auch niemand mit den angeführten Mängeln vor, es gibt sie aber dennoch und zum anderen gehören die Bildunterschiften auch zu dem Test und dort werden die vielen Mängel beschrieben, die Fahrzeuge dieses Typs eben regelmäßig und gehäuft haben. Wenn ich einen Fabia hätte mit auch nur der Hälfte der genannten Mängel und entsprechenden Reparaturkosten, dann würde ich diese Kiste schnellstens abstoßen.
Das Flexrohr sieht nach baldigem Austausch aus!
@ruhigblut
Hast du den Artikel genau gelesen? Den Test absolviert der Fabia doch ohne Auffälligkeiten.
Aufgeführt sind typische Schwachstellen, die bei der Baureihe auftreten können. Ansonsten macht das Modell scheinbar aber insgesamt wirklich einen guten Eindruck bei den Hauptuntersuchungen, was meine eigenen Erfahrungen bei jetzt vier Hauptuntersuchungen ohne Mängel bestätigt.
Ja, den Fabia kann man bis auf Kleinigkeiten empfehlen.
Gerade die TDI laufen problemlos gern mal weit über 800000km.