Skoda Octavia 4x4 II

Skoda Octavia 4x4 II Skoda Octavia 4x4 II

Skoda Octavia 4x4 II: Gebrauchtwagen-Check

— 05.01.2012

Aus Fehlern gelernt

Beim Vorgänger, dem Octavia I 4x4, mussten wir noch warnen, denn es gab so einige Probleme. Aus denen hat Skoda offenbar gelernt: Der Octavia II ist solide und dauerhaft.

Zahnriemenrisse bei den Dieselmotoren, Motoraussetzer durch minderwertige Luftmassenmesser, öltriefende Turbolader, streikende Fensterheber, vorzeitig defekte Kupplungen – das waren die typischen Problemstellen des VW Golf IV und damit auch des Skoda Octavia der ersten Generation. Das traf die Allradversionen genauso. Doch hier geht es um den Allrad-Octavia der zweiten Generation. Und der basiert auf dem Golf V und lässt damit die Wehwehchen seines Vorgängers zum Glück hinter sich. Der Octavia II gefällt nicht nur mit mehr Platz auf der Rücksitzbank und noch größerem Laderaum als beim Vorgänger, sondern auch mit weit geringerem Ärgerpotenzial. Schwerwiegende Defekte und teurer Aggregatetausch sind selten.

Überblick: News und Tests zum Skoda Octavia

Viel Platz ist nicht im Fond des Skoda Octavia, aber der Knieraum ist gerade noch ausreichend für Erwachsene.

Dennoch: Gerade bei den beliebten Turbodieselversionen, die länger als bei den VW-Modellen und deshalb noch bis 2010 mit der umstrittenen Pumpe-Düse-Einspritztechnik zurecht kommen mussten, gibt es einige Ausfälle. Die noch jungen Common-Rail-Versionen machen da im Moment noch keine echten Probleme. Egal welches Einspritzverfahren: Schäden häufen sich nur dann auffällig, wenn die Besitzer des Autos zugeben, zusätzliche Risiken durch Tuningmanipulationen an der elektronischen Motorsteuerung oder Experimente mit vermeintlichen Biokraftstoffen eingegangen zu sein. Die daraus folgenden Defekte betreffen dann meist Einspritzpumpen, Turbolader und Einspritzeinheiten, bei hartnäckigem Übermut auch Kolbenringe und Zylinderkopf.

Häufig Schäden am Boden

Als stabil erweist sich das Fahrwerk des Octavia. Radaufhängungen, Radlager und Fahrwerksbuchsen sind offenbar ausreichend dimensioniert. Experimente mit Breiträdern oder Distanzscheiben sind offenbar nicht Sache der Skoda-Besitzer, sodass hier übermäßige Zusatzbelastungen durch nachträgliche Modifikationen praktisch keine Rolle spielen. Schäden an der Unterseite des Allrad-Octavia bleiben freilich nicht aus. Denn knapp über 40 Prozent der Octavia-fahrenden Leser geben an, ihr Fahrzeug auch im Gelände einzusetzen. Dafür ist die Bodenfreiheit aber recht knapp bemessen. Durch das bei der Allradversion serienmäßige Schlechtwegefahrwerk verfügt der Octavia 4x4 zwar insgesamt über 40 mm mehr Bodenfreiheit als die billigeren Frontantriebsvarianten, aber mehr als insgesamt 160 mm sind das trotzdem nicht.

Kaum Rostprobleme

Selbst der mit etwas größeren Reifen versehende Octavia Scout kommt auf nicht mehr als gemessene 170 mm Bodenfreiheit. Da sind Schäden programmiert. Dennoch sind die Besitzer eines Allrad-Octavia meist sehr zufrieden mit ihrem Auto. Das zuverlässige Startverhalten trägt dazu bei, aber eben auch das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis und die niedrigen Unterhaltskosten durch geringen Kraftstoffverbrauch und die Einstufung in günstige Versicherungsklassen. Rostprobleme gibt es offenbar ebenfalls kaum. Nur fünf Prozent der Einsender beschweren sich über vorzeitig auftretende Korrosion, allerdings fast ausnahmslos bei sehr hohen Kilometerständen von mehr als 200.000. Skoda gibt auch die VW-typische Rostgarantie über 12 Jahre. Rund 30 Prozent der Octavia-Fahrer geben an, zuvor einen VW oder Audi besessen zu haben.

Treue Kundschaft

Der große Laderaum schluckt 580 bis 1620 Liter, die Ladelänge beträgt 1,02 bis 1,83 Meter.

Gehäuft von diesen Besitzern kommt auch verhaltene Kritik am Skoda-Image als Billigmarke des Volkswagen-Konzerns. Wer dagegen von Subaru oder auch anderen Fernostmarken kommt, hat mit dem Skoda-Image offenbar weit weniger Probleme. Die Vertragswerkstätten erhalten durch die Bank gute Noten. 82 Prozent sind zufrieden mit der Arbeitsleistung der dortigen Mechatroniker, nur 13 Prozent beklagen sich über zu hohe Preise. Das sind meist die, die schon mal einen Zahnriemenwechsel haben durchführen lassen müssen. Dennoch bleibt beim Wiederkauf der Allrad-Octavia erste Wahl. Skoda darf sich über eine treue Kundschaft freuen, denn 55 Prozent wollen auch beim nächsten Autokauf wieder zum Skoda-Händler gehen. Weitere acht Prozent bleiben im Konzern und wollen auf VW oder Audi umsteigen. Die Abwanderer (11 Prozent) zieht es meist zu Subaru, wo es seit 2008 ebenfalls Allrad-Kombis mit Dieselmotor gibt.
Ersatzteilkosten
Kotflügel vorn 142 Euro
Scheinwerfer 196 Euro
Bremsscheiben vorn (ein Satz) 155 Euro
Bremsbeläge vorn (ein Satz) 98 Euro
Schaltgetriebe (AT) 3192 Euro
Motor ohne Anbauteile (AT) 6069 Euro
Generator (AT) 410 Euro
Anlasser (AT) 294 Euro
Wasserpumpe (AT) 61 Euro
Auspuff ohne Kat 585 Euro
Preise inkl. MwSt. am Beispiel eines Octavia 4x4 2.0 TDI, Baujahr 2006.
Skoda hat für die Aggregate das große Austauschteileprogramm von Volkswagen, was die Ersatzteilpreise niedrig hält. Auch günstig: die Bremsenteile.
Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Der Allrad-Octavia scheint ein Auto für reine Pragmatiker zu sein. Sie freuen sich über das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis, die niedrigen Unterhaltskosten und den wirksamen Allradantrieb. Nicht wenige missbrauchen diesen Pkw aber als Geländewagen. Und deshalb sollten Gebrauchtkäufer akribisch die Unterseite nach Schäden absuchen. Ansonsten ist der Skoda ein sehr treuer, robuster Begleiter.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.