Skoda Octavia Combi 4x4 1.9 TDI

Skoda Octavia Combi 4x4 1.9 TDI Skoda Octavia Combi 4x4 1.9 TDI

Skoda Octavia Combi 4x4 1.9 TDI

— 23.03.2002

Flotter Tscheche mit VW-Technik

Wer einen vernünftigen Allradler ohne viel Schnickschnack sucht, kommt am Skoda Octavia 4x4 kaum vorbei. Für gerade mal 22.540 Euro ist der 100-PS-Turbodiesel ein Schnäppchen.

Skoda Octavia - technisch ein Golf

Erinnern Sie sich noch? Was waren die alten Heckmotor-Skoda aus Tschechien doch für schlimme Vehikel: Unter notorischem Material-mangel zusammengebastelte Kleinwagen, die nach der Lieferung nach Deutschland vom bedauernswerten Skoda-Händler erst einmal aufwändig nachgebessert werden mussten.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Bereits seit 1991 hat nun der VW-Konzern bei Skoda das Sagen; die Wolfsburger haben das Werk in Mladá Boleslav komplett umgekrempelt. Die Erfolge sind nicht zu übersehen - auch und gerade in Deutschland. Regelmäßig tauchen die auf VW-Technik basierenden Skoda unter den bestverkauften 30 der deutschen Hitliste auf.

Besonders attraktiv ist der Octavia. Der Mittelklassewagen lockt seit 1997 mit VW-Technik zu günstigen Preisen. 1998 folgte der inzwischen noch erfolgreichere Octavia Combi, und zum Modelljahr 2000 kam endlich auch der Allradantrieb. Das war nur eine Frage der Zeit, denn technisch basiert der Octavia auf dem ebenfalls mit Allradantrieb erhältlichen VW Golf, bietet aber durch einen längeren Hecküberhang innen mehr Platz als der entsprechende Golf. Der Skoda Combi liegt in der Größe also etwa zwischen Golf Variant und Passat Variant.

1300 Touren - da legt der Turbo richtig los

Dem allradgetriebenen Octavia 4x4 spendierten die Tschechen als Besonderheit eine Höherlegung um 23 Millimeter gegenüber dem Frontantriebs-Modell. Das begrüßen die Allradliebhaber schon deshalb, weil der Frontantriebs-Octavia von Haus aus wenig Bodenfreiheit hat. Nach der Höherlegung ab Werk kommt der Skoda nun immerhin auf gemessene 140 Millimeter Bodenfreiheit. Dieser Wert kann sich zwar nicht mit SUVs und Geländewagen vergleichen, wo 200 Millimeter Bodenfreiheit ein angestrebtes Durchschnittsmaß sind.

Aber immerhin sind 140 Millimeter mehr, als jeder normale Straßen-Pkw zu bieten hat. Dennoch schürft man mit dem Allrad-Skoda auf Wald- und Forstwegen häufig mit der Kunststoffwanne unter Motor und Getriebe auf dem Boden entlang. Auch die langen Überhänge vorne und hinten und die damit verbundene Gefahr des Aufsetzens verhindern, dass man abseits des Asphalts forscher mit dem Octavia 4x4 umgeht.

Schade, denn vom Antrieb her hätte der unauffällig gestylte Tscheche mehr zu bieten: Da ist der hochmoderne 1,9-Liter-Turbodiesel mit elektronisch gesteuerter Pumpe-Düse-Direkteinspritzung (natürlich von VW), der sich schon ab 1300 Touren kräftig ins Zeug legt und wirklich nur ein ganz kleines Turboloch hat. Wenn schon Turbodiesel, dann bitte so! Dazu hat der Octavia 4x4 1.9 TDI serienmäßig ein Sechsgang-Schaltgetriebe (auch von VW) mit einem relativ kurzen ersten Gang, der nur bis 30 km/h reicht. So kann man auch mit Anhänger am Berg einigermaßen souverän anfahren, ohne die Kupplung über Gebühr zu malträtieren.

4x4: reaktionsschnelle Kraftverteilung

Und dann hat der Allrad-Skoda einen wirksamen Allradantrieb mit zentraler Haldex-Lamellenkupplung (Sie ahnen es: auch von VW). Die Vorderräder werden direkt angetrieben, die Hinterräder automatisch zunehmend dann, wenn die Vorderräder durchzudrehen beginnen. In diesem Falle schließt sich die Haldex-Kupplung stufenlos und beteiligt so auch die Hinterräder am Antrieb, bis im Extremfall auf sehr rutschigem Untergrund eine 50:50-Aufteilung zwischen Vorder- und Hinterachse erreicht ist.

Die Haldex-Kupplung wird elektronisch von einem Datenrechner gesteuert, der seine Informationen aus den Sensoren des serienmäßigen ABS bezieht. Zusätzlich verfügt der Allrad-Octavia ab Werk über eine Schlupfregelung an der Vorderachse als Achssperrenersatz. Die Elektronik bremst dabei ohne Zutun des Fahrers ein durchdrehendes Vorderrad ab, wodurch auch wieder Kraft zum anderen Vorderrad geleitet wird, das womöglich besser greift.

In der Praxis reagiert die variable Kraftverteilung des Allradantriebs reaktionsschnell. Die Vorderräder rutschen nur den Bruchteil einer Sekunde durch, und schon hilft zusätzlich der Hinterradantrieb. Die Schlupfregelung reagiert allerdings sehr verzögert und auch nur auf grobes Durchdrehen eines Vorderrades. Erst dann greift sie ein, die Wirkung bleibt aber begrenzt.



Alltagstauglich und auch noch sparsam

Im Straßen-Alltag ist der Allrad-Octavia-Kombi mit dem TDI-Motor ein überaus praktischer und angenehmer Begleiter. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass man wegen des Sechsganggetriebes vor allem im Stadtverkehr häufig schalten muss, macht der Tscheche viel Freude. Man kann überdurchschnittlich viel Gepäck einladen, man reist auf guten Sitzen, und die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Für einen Pkw federt der Allrad- Octavia jedoch auf kurzen Unebenheiten etwas hölzern. Dazu passt das zwar gut gedämmte, aber doch raue Arbeitsgeräusch des Direkteinspritzer-Diesels. Er wirkt stets kräftig und verzeiht es auch, wenn man sich mal mit den sechs Gängen verzettelt hat.

Vorbildlich ist der sehr niedrige Verbrauch. Selbst bei flotter Fahrweise bleibt man unter sieben Liter Diesel auf 100 km. Es macht bei etwas Zurückhaltung auch keine Mühe, im Alltag unter sechs Liter zu kommen. Gemütliche Spazierfahrten drücken den Verbrauch gar an die Fünf-Liter-Marke. Da sind mit dem 64-Liter-Tank weit über 1000 Kilometer mit einer Tankfüllung drin. Das senkt die Unterhaltskosten. In dieser Disziplin sammelt der Allrad-Octavia weitere Pluspunkte: Der Diesel erfüllt die Euro-3-Steuerklasse, die Versicherungseinstufungen machen niemanden arm, und der Anschaffungspreis ist im Vergleich zur Konkurrenz - gerade aus dem VW-Konzern - günstig.

22.540 Euro kostet der 4x4 Combi 1.9 TDI in der Grundausstattung Ambiente, die schon Klimaanlage, ABS, elektrische Helferchen, Alufelgen sowie beheizte und höheneinstellbare Vordersitze umfasst. 24.050 Euro kostet das gleiche Auto in der Version Elegance; da gibt es zusätzlich eine Stereoanlage mit CD-Spieler, Einparkhilfe, Tempomat, Regensensor für den Scheibenwischer, beheizte Scheibenwaschdüsen und eine automatische Regelung für die Klimaanlage.

Fazit und Technische Daten

Fazit Der Skoda Octavia Combi 4x4 1.9 TDI - das ist ausgereifte VW-Technik zu vernünftigen Preisen. Echte Schwächen hat der sparsame Tscheche nicht. Trotz Höherlegung ab Werk eignet er sich aber für schlechte Wege eher nicht.

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