Skoda Octavia I (1997-2004)

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Skoda Octavia I (1997-2004)

— 25.02.2002

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Sparen beim Fahren heißt nicht immer verzichten: Der Skoda Octavia lockt mit Schnäppchen-Preisen und bestens bekannter VW-Technik.

Karosserie und Technik

Die Marke hat ihr Ost-Image längst verloren: Ein Skoda ist hierzulande heiß begehrt, und das nicht nur wegen der günstigen Preise. Ein drei Jahre alter Octavia TDI mit 110 PS kostet 2500 Mark weniger als ein VW Passat in gleicher Ausstattung. Vom Neupreis hat der Passat 45,3 Prozent eingebüßt, der Skoda nur 40,4 Prozent. Außerdem macht der Skoda bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren kaum Sorgen, denn der TÜV findet wenig zu meckern, mal abgesehen von Kleinigkeiten wie der Beleuchtung hinten, der Bremskraftregelung und der Wirkung der Handbremse.

Doch auch ein Octavia ist kein Garant für sorgloses Fortkommen, wie unser Dauertest zeigte. Während des 100.000-Kilometer-Marathons blieb der Testwagen einmal überraschend auf der Autobahn stehen. Schuld hatte jenes Relais, das für die Stromversorgung der Motorsteuerung verantwortlich ist. Kein Einzelfall, wie nicht nur unsere Kummerkasten-Post zeigt. Auch Skoda wurde auf das Problem aufmerksam - und wechselte das Relais gegen zuverlässigere Ware. Kein Marken-Schicksal, denn auch andere Fahrzeuge aus dem VW-Konzern mit TDI-Motoren blieben liegen.

Ein anderes Konzern-Leiden, nämlich Probleme an der Vorderachse, kennt auch der Octavia, wenngleich nicht so ausgeprägt wie der Passat. Laut TÜV-Statistik sind die Achsen, Antriebswellen und Bremsscheiben sogar zuverlässiger als der Durchschnitt. Dennoch klagen vereinzelt Octavia-Besitzer über ein Vibrieren am Lenkrad, spürbar bei stärkeren Bremsungen. Ursache: ein Seitenschlag der Bremsscheiben.

Wieder reagierte der Hersteller – und verringerte die Fertigungstoleranzen der Scheiben. Die exakte Prüfung einer Bremsscheibe kann jede Werkstatt per Messuhr vornehmen, mit dem Auge sind die geringen Abweichungen nicht feststellbar. Achten Sie bei der Probefahrt auf Lenkrad-Vibrationen im Bereich von etwa 120 km/h – und glauben Sie dem Verkäufer kein Wort, wenn er von einer Unwucht der Vorderräder spricht.

Motor und Antrieb

Skeptisch darf man auch gegenüber dem Kombiinstrument sein. Vor allem Fahrzeuge der ersten Baujahre kämpfen hier immer wieder mit Kontaktproblemen. Liefert die Verbrauchsanzeige unglaubwürdige Werte, liegt meist ein Fehler in der Steckverbindung vor. Ein wichtiger Tipp zum Momentanverbrauch: Exakte Werte zeigt das Display nur während der Fahrt. Im Stand misst das Gerät nur den Liter-Verbrauch pro Stunde, erst während der Fahrt in Liter pro 100 Kilometer – das hat schon oft für Verwirrung gesorgt.

Sorgen macht gelegentlich die Kupplung: Bei unserem Dauertest-Combi mit 110-TDI-PS funktionierte sie zwar bis zum Testende, zeigte aber bei der Zerlegung so genannte "Hot Spots": Diese Farbflecken an der Anpressplatte sind Vorboten für ein baldiges Kupplungs-Ende, das Teil sollte schlicht haltbarer sein.Auffällig ist bei sämtlichen Kupplungs-Klagen von Octavia-Besitzern, dass vor allem die schwächeren Modelle wie etwa der 1.6-Benziner betroffen sind, beim 180-PS-Turbo oder dem starken Diesel aber selten Probleme auftreten.

Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Motorisierungen werden mit den Jahren immer geringer, weshalb man vor der Unterschrift im Kaufvertrag besser die zu erwartenden Kraftstoffkosten errechnet und die Versicherungsklasse erfragt. Der 2.0 kommt in der Haftpflicht billiger als der 1.6, der 150-PS-Turbo teilt sich die Klasse 18 mit dem 110-PS-TDI. Wer seinen Wunsch-Skoda mit der begehrten Ausstattungslinie "Laurin & Klement" findet, sollte schnell zuschlagen. Denn ein gut erhaltener Octavia ist immer rasch verkauft.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 3/97 Einführung mit den beiden Benzin-Motoren 1.6 (75 PS), 1.8 20V (125 PS) und einem 1.9 TDI (90 PS) 1/98 1.9 TDI mit 110 PS 1/99 1.8 Turbo mit 150 PS 3/00 Sondermodell "Laurin & Klement" mit Leder, Klarglas-Scheinwerfern und 16-Zoll-Alurädern; Sondermodell "Pilot" mit Navigationssystem von Blaupunkt 9/00 Umfangreiche Modellpflege: Klarglas-Scheinwerfer, dickere Chrom-Umrandung des Kühlergrills 3/04 Vorstellung des Nachfolgers auf dem Genfer Salon, parallel wird erste Serie als Sondermodell "Generation I" weiter verkauft 1/05 Neuauflage des Combi, Einstellung der ersten Serie

Schwachstellen • Kupplungsverschleiß zeigen besonders die 1,6-Liter-Benziner auffallend rasch, die Kupplungen der Diesel und der 1,8-Liter-Benziner sind wesentlich haltbarer • Die hintere Beleuchtungseinheit streikt gelegentlich aufgrund von Kontaktproblemen in den Steckverbindungen • Dieses Problem ist auch von Blinkern und Warnblinkanlage bekannt • Wenn die Fensterheber ausfallen, sind ebenfalls meist die Steckverbindungen die Ursache • Die Wirkung der Fußbremse fällt an der Hinterachse oft sehr schwach aus – und wird auch vom TÜV entsprechend oft bemängelt. Ebenso mangelt es wiederholt an einwandfreier Funktion der Bremskraftregelung

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Skoda Octavia 1.6, 74 kW/100 PS, Baujahr 1998. Niedrige Preise für zahlreiche Verschleißteile locken ins Original-Ersatzteillager, hier lohnt ein Kompromiss mit billigen Nachbauteilen wirklich nicht.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren zeigt der Skoda Octavia nur wenig Schwachstellen: An der Beleuchtungseinrichtung kritisieren wir überdurchschnittlich oft Blinker und die hintere Beleuchtungseinheit, bei der Bremsanlage fallen die Bremskraftregelung und die Wirkung der Fußbremse negativ auf. Die Hinterachse markiert den Durchschnitt, die Vorderachse darf als robust bezeichnet werden." Rainer Fass, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Skoda Octavia 1.6 (74kW/100 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 160 Mark/D3 Testverbrauch: Werksangabe 7,8, gemessen 8,1 Liter Super Versicherung: Vollkasko (14/1000 SB): 1128 Mark, Teilkasko (26/300 SB): 356 Mark, Haftpflicht (15): 1675 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: alle 15.000 Kilometer, etwa 300 bis 500 Mark Wertverlust: Dreijährige Modelle verlieren rund 44 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1500 Mark Verlust

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