Skoda Octavia I Combi (1998-2005)

Gebrauchtwagen Skoda Octavia Combi Gebrauchtwagen Skoda Octavia Combi

Skoda Octavia I Combi (1998-2005)

— 04.02.2005

Der verkauft sich von allein

Wer einen gebrauchten Skoda Octavia Combi sucht, braucht vor allem eines: sehr viel Geduld.

Marktlage und Motor

Was hat sich in den letzten sieben Jahren nicht alles verändert: Geländewagen eroberten als SUV die Citys, Diesel machten plötzlich Spaß, und clevere Rechner entdeckten einen tschechischen Kombi als Geheimtip. Mittlerweile steht bereits der Nachfolger des Skoda Octavia Combi bei den Händlern. Doch als Gebrauchter ist der "alte Combi" gefragt wie am ersten Tag.

TDI-Diesel mit guter Ausstattung und akzeptabler Laufleistung verkaufen sich nahezu von selbst. Nicht ganz so gefragt sind starke Benziner. Wer sich einen 1.8 Turbo – bekannt aus dem Audi TT – leisten kann, sucht meist keinen Octavia am Gebrauchtwagenmarkt. Wenn schon Benziner, dann muß es der 1.6 mit 100 oder 102 PS sein, der vor allem mit Laufruhe glänzt. Wenig empfehlenswert sind Diesel mit extrem hoher Laufleistung, auch wenn sie teilweise unter dem Listenpreis angeboten werden.

Selbst für kleines Geld lohnt ein abgehalfteter Dienstwagen mit mehr als 200.000 Kilometern nicht, die Folgekosten für Reparaturen sind einfach zu hoch. Dann doch besser etwas mehr Geld in einen TDI mit 90 oder 110 PS investieren. Die Pumpe-Düse-Motoren mit 100 und 130 PS können wir nur unter Vorbehalt empfehlen – ihre filigrane Einspritztechnik ist defektanfällig. Die anderen Diesel ernten bei unseren Lesern bessere Kritiken.

Qualität und Technik

Die typischen Schwachpunkte teilt der Octavia mit dem VW Golf IV, dessen Technik ja auch den Skoda befruchtet. Also Zahnriemenriß, der Motorkiller. Oder defekte Luftmassenmesser, wie sie in nahezu allen Fahrzeugen aus dem VW-Konzern bemerkt werden.

Von der Getriebeseite hört man auch von ausgehängten Schaltseilzügen, das Kombiinstrument hinter dem Lenkrad kämpft immer wieder gegen Kontaktprobleme. Die Elektrik macht auch der Beleuchtung Schwierigkeiten, Funktionsstörungen sind gar nicht so selten. Neue Lampen kosten zwar kein Vermögen, doch der wiederholte Austausch kann nervig sein.

Auch wenn der Octavia im TÜV-Ranking hinter dem Golf liegt, ist er bestimmt kein schlechtes Auto; er hat auch seine guten Seiten. Etwa die Sitze. Die Bezüge fühlen sich zwar wie ein alter Polyester- Anzug aus der DDR an, dafür sind sie aber sehr strapazierfähig. Selbst nach acht Jahren zeigen die Wangen am Fahrersitz nur selten Scheuerstellen. Die Kunststoffe im Innenraum sehen billig aus, dafür stimmt zumindest nach dem Facelift 1998 die Verarbeitung.

Fazit: Gegen einen gutgepflegten Octavia Combi zu einem vernünftigen Preis spricht gar nichts. Im Gegenteil. Bis auf den Nachteil, daß diese Autos schwer zu finden sind. Unser Tip: Besuchen Sie einen Händler und hinterlassen Ihren Wunsch plus Ihre Telefonnummer. Dann sind Sie ganz vorn, wenn der nächste Octavia Combi auf den Händlerhof rollt.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 3/97 Einführung der Octavia Limousine 6/98 Einführung des Combi. Benziner: 1.6 (100 PS), 1.8 20V (125 PS), 1.8 Turbo (150 PS). Diesel: 1.9 TDI (90 PS) 2/99 Sondermodell "Laurin & Clement" 9/00 Neue Motoren: 1.6 (102 PS), 2.0 4x4 (Allrad, 115 PS), 1.9 TDI 4x4 (101 PS) 11/00 1.8T 4x4 (150 PS) 9/02 1.8 T RS (180 PS) 2/03 1.9 TDI PD (130 PS) 1/05 Nachfolger eingeführt, Vorgänger wird parallel weiter angeboten

Schwachstellen • Kupplungsverschleiß zeigt vor allem der 1.6 der ersten beiden Baujahre, die Kupplungen der Diesel und der 1,8-Liter-Benziner sind wesentlich haltbarer • der Luftmassenmesser gilt nicht als besonders haltbar und legte schon mehrere Fahrzeuge ungewollt lahm • weitere Probleme mit der Elektrik sind streikende Fensterheber, tatenlose Zentralsperren und defekte Sitzheizungen. Meistens liegt es an wackeligen Kabelsteckverbindungen • an den Antriebswellen gibt es nur Probleme, wenn die Gummimanschette eingerissen ist. Dann tritt Schmierfett aus, und das Lager läuft trocken • die Bremsanlage ist eine einzige Entäuschung, mal abgesehen von den haltbaren Bremsleitungen und -schläuchen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Skoda Octavia Combi 1.6, 75 kW/102 PS, Baujahr 2000. Skoda ist konsequent: Auch die Ersatzteile sind preisgünstig, das Angebot an Austauschteilen ist groß und macht Reparaturen um vieles günstiger.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Obwohl technisch weitgehend baugleich mit dem VW Golf IV, schneidet der Skoda Octavia bei unseren Hauptuntersuchungen schlechter ab. Schuld hat die wenig haltbare Abgasanlage, die in beiden Jahrgängen moniert wird. Ebenso die Beleuchtungsanlage, auch hier gibt es in beiden Prüfjahrgängen rote Balken im Diagramm. Und nicht zuletzt wird auch stets die Wirkung der Fußbremse überdurchschnittlich moniert, da trösten die stabilen Achsen nur wenig." Rainer Fass, Gutachter TÜV Rheinland Group

Modellempfehlung Skoda Octavia Combi 1.6 (75 kW/102 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 108 Euro im Jahr/Euro 4 Testverbrauch: Werksangabe 6,4 Liter, gemessen 7,0 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (15/500 Euro SB): 645 Euro. Teilkasko (27/150 Euro SB): 191 Euro. Haftpflicht (15): 856 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 30.000 Kilometer, etwa 150 bis 250 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 42,2 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1000 Euro Verlust

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