Skoda Octavia I gegen II

Skoda Octavia: Vergleich Alt gegen Neu Skoda Octavia: Vergleich Alt gegen Neu

Skoda Octavia I gegen II

— 20.08.2004

Generations-Konflikt

Obwohl der neue Octavia schon im Handel ist, gibt es noch den Vorgänger zu kaufen. Wie fit ist das tschechische Urgestein zum Schnäppchenpreis?

Zwei ungleiche Brüder

Totgesagte leben länger. So, oder zumindest so ähnlich, müssen Skoda-Kunden denken, denen bei ihrem Händler neben dem brandneuen Octavia II auch noch dessen Vorgänger als Neuwagen angeboten wird. Der vermeintlich Untote hört auf den Namen Octavia "Generation I" und soll mit einem Basispreis von 12.690 Euro ausgewiesene Schnäppchenjäger für ein seit sieben Jahren produziertes Auto begeistern.

Ganz anders der neue Octavia. Selbstbewusst streckt er den großen, chrombehangenen Kühlergrill auf die Straße, keine Spur von Respekt vor den etablierten Auto-Größen. So was gefällt nicht nur Fahrern, die in der Arbeitshose hinterm Lenkrad sitzen. Dagegen wirkt unser Vorgänger-Octavia aus der regulären Produktion trotz Ambiente-Ausstattung und Alufelgen doch etwas altbacken. Ein Eindruck der sich noch verstärkt, wenn man sich für ein Exemplar aus der Generation-I-Produktion entscheidet. Das Sondermodell gibt es nur in einer Ausstattungsvariante und ohne Alufelgen.

Den Modellwechsel überlebt hat die etwas eigenwillige Interpretation einer Fließheck-Limousine mit Stufenheck und großer Heckklappe. Die bringt bei beiden Generationen den Vorteil eines großen, gut beladbaren Gepäckabteils. 528 Liter schluckt der Kofferraum des Ur-Octavia. Sein Nachfolger kommt auf 560 Liter.

Motor- und Fahrleistungen

Beim Blick unter die Motorhaube wird schnell klar, dass der "Alte" noch längst nicht von gestern ist. Der Vierzylinder-Benziner stemmt aus 1,6 Liter Hubraum 102 PS auf die Kurbelwelle und tut technisch kaum verändert auch im Motorraum des Octavia II seinen Dienst. Beide sind mit dem drehfaulen Triebwerk vernünftig motorisiert, ohne aber wirklich zu begeistern.

Dass der Ur-Octavia auf der Straße dennoch die Nase vorn hat, liegt lediglich daran, dass er gut 50 Kilogramm weniger Gewicht mit sich herumschleppt als sein Nachfolger. Das bringt bei maximal 148 Newtonmeter Drehmoment nicht nur subjektive Vorteile. 11,8 Sekunden braucht der Oldie für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Sein Nachfolger gönnt sich für den Standardsprint ein halbe Sekunde mehr.

Die Gewichtszunahme hängt mit dem Größenwachstum zusammen. Der neue Octavia basiert jetzt auf der Golf-Plattform. Mit 4,57 Meter Länge distanziert er den Golf V um über 36, den ersten Octavia um sechs Zentimeter. Das schafft Platz. Vor allem für die Passagiere auf der Rückbank.

Komfort und Sicherheit

Wer sich auf die Rücksitze des neuen Octavia schwingt, muss keine Angst um Knie, Kopf und Bandscheiben haben. Selbst große Mitreisende lassen sich bequem unterbringen. Hinzu kommt die beigefarbene Inneneinrichtung. Je nach Außenfarbe Standard bei der Elegance-Ausstattungslinie (ab 19.890 Euro), lassen die hellen Stoffe den Innenraum geräumiger und hochwertiger wirken. Leider sind die hellen Bezüge empfindlich gegenüber Schoko-Kinderhänden und anderen Vershmutzungen.

Derlei Probleme kennt der Senior nicht. Schlichte schwarzgraue Polster, einfache Kunststoffe – im direkten Vergleich wirkt das Interieur der ersten Octavia-Generation fast provisorisch, aber dafür alltagstauglicher. Ausreichend Platz gibt's auch hier genug, lediglich der Passagier auf dem Mittelplatz der Rückbank sollte nicht zu füllig sein.

Richtig stilvoll wirkt allerdings nur der vordere Teil des Innenraums im neuen Octavia. Zweifarbiges Armaturenbrett, hübsche Chrom-Teilchen und Unterhaltungselektronik aus dem VW-Regal. Die Verarbeitungsqualität ist top, die Sicherheitsausstattung komplett. Anders als beim Ur-Octavia gibt es nun auch Kopfairbags auf allen äußeren Plätzen.

Fahrwerk und Ausstattung

Eine Klimaautomatik ist beim Elegance-Octavia Serie. Beim I-Modell kostet ein manuelles Kühlaggregat im Paket mit Fernbedienung für die Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern vorn und CD-Radio 999 Euro.

Auf der Piste besticht der Jungspund durch eine komfortable Fahrwerksabstimmung, mit der sein Vorgänger nicht mithalten kann. Der alte Octavia schluckt Fahrbahnwellen und Querfugen nicht so beeindruckend unbeeindruckt wie sein Nachfolger, sondern reicht Schläge und Stöße an die Passagiere weiter.

Wer es flotter angehen lässt, hat zudem ständig das angestrengte Schnaufen des Vierzylinders im Ohr. Das kann der aktuelle Octavia besser. Und vor allem leiser. Nicht ungewöhnlich bei alten Leuten. Sie sind kurzatmig, etwas klapprig auf den Beinen, aber immer liebenswürdig. Zum alten Eisen gehören sie noch lange nicht.

Fazit und Technische Daten

Fazit Der neue Octavia ist seinem Vorgänger in fast allen Belangen überlegen. Kühle Rechner sollte dies nicht davon abhalten, sich für 14.990 Euro einen Octavia I mit 90-PS-TDI zu sichern. Der Diesel passt einfach besser zum Skoda.

Alt oder Neu – Ihre Meinung

Ob ein Auto ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie Noten für Skoda Octavia 1.6 Elegance und Skoda Octavia "Generation I". Nach Abgabe Ihrer Bewertung sehen Sie den Zwischenstand.

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