Die wichtigsten Fakten zum Skoda Octavia

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Skoda Octavia: Kaufberatung

— 12.11.2013

Gesucht: Der beste Octavia

Das schier unglaubliche Ladevolumen zu einem bodenständigen Tarif ist ein herausragendes Talent der dritten Octavia-Generation. Doch was kann der Tscheche sonst noch? Die Kaufberatung mit den wichtigsten Fakten.

Vom Geheimtipp über die Vernunftalternative bis hin zum Wandler zwischen den Klassen. Die Karriere des Octavia zeichnet den Wandel der Marke Skoda so ziemlich exakt nach. Seit der Übernahme durch den VW-Konzern haben sich die Tschechen stetig weiterentwickelt, durften immer aktuellere Konzerntechnik verbauen und mauserten sich dadurch mit den Jahren zu Deutschlands Importmarke Nummer 1. So erfolgreich, dass sogar VW langsam Muffensausen bekam und Skoda mit dem Rapid eine Neuausrichtung verordnete. Mit einfacherer Technik soll er in der Golf-Klasse wildern, ohne gleichzeitig dem MQB-basierten Namensgeber gefährlich zu werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der technisch anspruchsvollere und auch mit einem gewissen Prestigevorsprung ausgestattete Octavia nun in dritter Generation endgültig eine halbe Klasse nach oben rutscht. Technisch auf der kompakten Modulplattform aufbauend, strebt der Octavia mit fast 4,8 Meter Außenlänge beim Combi verdächtig in Richtung Mittelklasse – ist jedoch mit Preisen ab 15.990 Euro erneut günstiger als ein Golf. Unterm Strich klingt dieses Paket irgendwie zu gut, um wahr zu sein, oder?

Ewig viel Auto mit moderner Technik, da muss doch ein Haken sein. Also schauen wir uns den Tschechen einmal ganz genau an. Beim Erstkontakt fallen sofort die klareren Linien ins Auge: eine kantig abgegrenzte Frontmaske, die mehrfach gepfeilte Haube und eine markante Sicke in der Seitenlinie. All dies spiegelt den aktuellen Zeitgeist wider und lässt den neuen Octavia viel eleganter wirken als noch die unspektakuläre zweite Generation. Dazu kommen getönte Fenstersäulen, die aus der Seitenlinie eine geschlossene Einheit machen. Stichwort Seitenlinie: Gerade hier unterscheiden sich Limousine und Combi deutlich, denn während Erstere mit ihrem nach oben ausreißenden Knick vor der C-Säule und dem damit verbundenen, spitz zulaufenden Aufeinandertreffen von Gürtel- und Dachlinie ein höchst elegantes Bild abgibt, erlaubt sich der Combi nur ganz knapp vor der D-Säule eine unentschlossene Andeutung von BMWs Hofmeisterknick, was den Nutzwertaufbau zwar sehr filigran, aber dadurch auch konservativ wirken lässt.
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Technische Secondhand-Einsätze sind passé

Seitenansicht der Limousine. Markantes Kennzeichen: der nach oben ausreißende Knick vor der C-Säule.

Aus gestalterischer Sicht hat die Limousine dem Auge also deutlich mehr zu bieten, bei den inneren Werten trumpft jedoch der nur 650 Euro teurere Combi auf: Mit 610 bis 1740 Liter Laderaumvolumen liegt er auf Augenhöhe mit dem Passat Variant (603-1731 Liter) und scheut somit vor fast keiner Fracht zurück. Im Innenraum geben sich Limousine und Combi nicht viel, was jedoch nicht daran liegt, dass Letzterer keinen Raumvorteil zu verzeichnen hätte, sondern schlicht daran, dass es sich bereits im Fließheck herrlich lümmeln lässt. Im Fond des Combi gibt es dann für Sitzriesen vier Zentimeter Extra-Luft über dem Scheitel. In der ersten Reihe lässt sich das Gestühl für nahezu jede Fahrergröße einwandfrei konfigurieren, einzig die Rückenlehne selbst könnte auf Langstrecken einen Tick mehr Unterstützung im unteren Rückenbereich bieten. Blicken wir doch einmal auf den neu designten Instrumententräger: Dort fällt sofort das große Acht-Zoll-Navimodul namens Columbus auf, welches mit Touchbedienung, Näherungssensor und 64 Gigabyte großem Flashspeicher absolut auf Höhe der Zeit ist – technische Secondhand-Einsätze sind im Hause Skoda endgültig passé.

Auch materialtechnisch hat sich einiges getan: Das Leder am Lenkrad fühlt sich wirklich nach Leder an, die sichtbaren Oberflächen auf dem Armaturenträger sind allesamt hinterschäumte Handschmeichler, die Bedienelemente in der Mittelkonsole erstrahlen in feinem Klavierlack, und auch an den Details hat Skoda nicht gespart. Doch wie schlägt er sich auf der Straße? An sich gut: Die Geräuschdämmung ist frei von Kritik, das Einlenkverhalten präzise und ohne Verwerfungen in der Lenkung bei schnell gefahrenen Kurven. Einziger Makel: Vor allem auf der Autobahn, bei schnell genommenen Dehnungsfugen oder auf Temposchwellen in Tempo-30-Zonen gibt sich der Hinterwagen unerwartet unwirsch. Erst ab 180 PS aufwärts darf auch der Octavia auf die bewährte Mehrlenkerachse zugreifen. Bis dahin wird hinten im Verbund gelenkt.

Für viele die beste Wahl: 1.4 TSI mit 140 PS

Octavia-Innenraum: Technik und Material sind absolut auf Höhe der Zeit.

Der Einstieg in die neue Motorenwelt erfolgt nicht mehr über den lethargischen 80-PS-Sauger, sondern über einen 1,2 Liter kleinen Downsizing-Turbo, der mit seinen 86 PS im großen Octavia jedoch merklich überfordert wirkt. Gänzlich untypisch für einen TSI zeigt er im unteren Drehzahlbereich eine deutliche Anfahrschwäche und kommt erst ab 3000 Touren in Schwung. Darüber zeigt sich der 1200er jedoch von seiner Schokoladenseite und lässt mit Drehfreude und sauber gestuften Ganganschlüssen sogar so etwas wie Fahrfreude aufkommen. Der angegebene Verbrauchswert von 5,2 Litern ist dann jedoch illusorisch. Auf unserer Testrunde mit je rund einem Drittel Stadt-, Überland- und Autobahnanteil zeigte der Bordcomputer 6,5 Liter. Im Vergleich zum alten Saugbenziner ist der TSI dennoch ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Einzig im Basisbenziner verbaut Skoda ein angenehm zu schaltendes, aber etwas gefühllos agierendes Fünfganggetriebe.

Der gleiche Block, nur mit etwas mehr Dampf auf dem Kessel steckt in der zweiten Octavia-Ausbaustufe. Hier leistet der 1.2 TSI 105 PS und stemmt 15 Newtonmeter mehr als die Basis. Dadurch gibt sich der Tscheche merklich spritziger aus dem Drehzahlkeller und bereitet – auch wegen des toll schaltbaren Sechsganggetriebes – viel mehr Fahrfreude. Dafür wirkte der Durchzug unter Volllast nicht gerade linear und von teils heftigem Ruckeln begleitet. Trotz niedriger angegebenem Verbrauch zeigte der Bordcomputer nach der Testrunde zwei Zehntel mehr an. Das mag jedoch daran liegen, dass der 105-PSler zu forscherer Fahrweise verleitet. Kommen wir nun zur perfekten Wahl für alle, die den Octavia nicht gerade als Vertreterauto 35.000 Kilometer pro Jahr über die Autobahn scheuchen: dem 1.4 TSI mit 140 PS. Er zeigt sich kraftvoll aus dem Drehzahlkeller, durchzugsstark im mittleren Tourenbereich und mit ordentlichen Reserven, wenn es ans Überholen geht. Etwas zäh wird es erst, wenn es in den Tempobereich oberhalb von 180 km/h gehen soll. Seine 250 Newtonmeter maximales Drehmoment prädestinieren ihn zudem für das spritsparende Siebengang-DSG, welches von den 5,3 Litern des Handschalters nochmals 0,3 abfeilt. In der Praxis sind eher hohe Sechs-Komma-Werte realistisch.

Die Top-Version RS gibt es als Benziner (220 PS) und auch als Diesel (184 PS).

40 PS darüber rangiert der 1,8-Liter, der noch auf der alten Motorengeneration mit kettengetriebenen Nockenwellen basiert. Das kommt aber nicht etwa daher, dass man bei VW keine Zeit mehr gehabt hätte, den 1800er auf Zahnriemen umzurüsten; sondern bei diesem Motor – wie auch beim Zweiliter im RS – gab es einfach kein übermäßiges Problemaufkommen mit gelängten und übergesprungenen Steuerketten. Unser Testwagen war mit dem eben angesprochenen Siebengang-Doppelkuppler ausgestattet, der dem Motor viel von seiner Spritzigkeit raubt, aber mit sanften Schaltvorgängen gefällt. Von den angegebenen 5,7 Litern ist der DSG-Octavia jedoch meilenweit entfernt. Erst konnten wir die angezeigten 8,2 Liter gar nicht glauben, als wir dann noch eine kleine Verifizierungsrunde drehten und bei glatten acht Litern landeten, stiegen wir lieber in den RS um, denn der ist wenigstens als Sportler konzipiert und darf auch mal derart viel verbrauchen.

Der aus dem VW Golf GTI übernommene 2.0-Turbo zieht den Top-Octavia mit satten 350 Newtonmetern energisch voran, knurrt dank im Motorraum angebrachtem Soundgenerator sonor und flitzt liebend gern auf den roten Bereich zu. Gekoppelt ist er an eine flockige Sechsgang-Handschaltung oder an das wahlweise erhältliche Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Gängen. Letzteres bringt aber rund 20 Kilo Mehrgewicht mit und wird von reibungserhöhenden Ölpumpen geschmiert. Daher fällt der Verbrauch minimal höher aus als beim Handschalter, die Performance minimal geringer. Den RS gibt es im Limousinen- und Combi-Gewand.

Die Spitzenvariante RS gibt es auch als Diesel

Als Combi verbindet der RS sportliches Fahrgefühl mit eindrucksvoller Alltagstauglichkeit.

Seit Mai 2013 ist auch auf Dieselseite ein Einstiegstriebwerk mit zweistelliger PS-Zahl bestellbar: Der 1.6er mit 90 PS schraubt sich in gemächlichen 12,2 Sekunden auf 100. Darüber rangiert der meistverkaufte Diesel im Octavia-Portfolio. Wobei sich die 21,3 Prozent der Käufer bestimmt nicht aus fahrspaßbasierten Gründen für den 1.6 TDI mit 105 PS entschieden haben. Er ist ein Vernunftkauf für alle, die viel in der Stadt oder über Land unterwegs sind. Aus dem Drehzahlkeller stimmt die Spritzigkeit, 105 PS ziehen den Octavia ordentlich vom Fleck. Anders sieht es auf der Autobahn aus: Wenn bei Tempo 150 auf der linken Spur plötzlich der Vertreter-Passat mit 177-PS-Diesel drängelt, braucht es ewig erscheinende Sekunden, bis eine Kolonne von 40-Tonnern überholt ist. Exakt diese Disziplin meistert der 2.0 mit jener Souveränität, die wir so an ihm schätzen. 2200 Euro kostet dieser Zugewinn an Leistungsreserven. Die Spitzenvariante RS bietet Skoda auch in dritter Generation als Selbstzünder an. 184 PS und 380 Newtonmeter haben mit dem Octavia leichtes Spiel. Obwohl das Triebwerk etwa 40 Kilo mehr auf die Vorderachse presst als der 220-PS-Benziner, lenkt der Diesel-RS ebenso entschlossen ein, gefällt mit exaktem und friedfertigem Handling. Allerdings entfaltet sich seine Kraft weniger sämig, und aufgrund des schmaleren Drehzahlbandes geht der Griff häufiger zum Schalthebel. Für Sportfahrer bleibt also der Benziner erste Wahl.

Kennen Sie diese Basisausstattungen, die nur dazu da sind, einen möglichst niedrigen Grundpreis zu generieren, die sich aber nicht einmal mit Radio oder Tempomat aufrüsten lassen? Gut, dass Skoda uns nicht im Regen stehen lässt und auf derartige Marketingtricks verzichtet, denn selbst die Basislinie Active lässt sich gegen entsprechende Zuzahlung mit Komfort-Annehmlichkeiten wie einer Klimaanlage, beheizbaren Sitzen, Nebelscheinwerfern, Parkpiepsern oder einem Tempomat aufrüsten – so mögen wir das. Darüber rangiert die Ambition-Linie, mit der ein Octavia gleich 2400 Euro teurer wird. Dafür kommen zur Basisausstattung aber auch so praktische Dinge wie elektrische Fensterheber rundum, ein Geschwindigkeitsregler, Parksensoren hinten sowie ein hochwertigeres Soundsystem mit acht Lautsprechern dazu.

Der Schnäppchencharakter geht schnell verloren

Extras wie das Radio-Navigationssystem Columbus treiben den Octavia-Preis ordentlich in die Höhe.

Rein rechnerisch heben sich Mehrwert und Mehrkosten so ziemlich auf, einen Preisvorteil gönnt Skoda seinen Kunden also nicht. Der Vorteil von Ambition ist schlicht die Erweiterbarkeit, denn Bi-Xenonlicht, Spurhalte- oder Lichtassistent, das Keyless-Go-System mit dem schmissigen Namen "Kessy" sowie die Top-Radiosysteme mit Touchbedienung sind für die unterste Linie nicht zu haben. Wer also mit den Basisfeatures leben kann, für den kann Active durchaus eine Alternative sein; wer sich und seinem Octavia ein bisschen mehr Luxus gönnen möchte, wählt Ambition und tobt sich in der umfangreichen Preisliste aus. Aber Vorsicht: Kombiniert mit einem vernünftigen Motor, landet man so schnell bei 25.000 Euro. Und schon hat der Octavia einen Teil seines Schnäppchencharakters verloren. Dennoch kann Ambition von sich aus die bessere Wahl sein, denn diverse Dekorelemente wie lackierte Außenspiegel und Türgriffe sowie praktische Helferlein – etwa eine Mittelarmlehne, zusätzliche Staufächer oder der variable Ladeboden beim Combi – gestalten das Fahren im Octavia um ein Vielfaches wohnlicher.

Die Topausstattung Elegance hat neben schicken Alus, beheizbaren Sitzen und beledertem Lenkrad der Ambition-Linie Licht-, Berganfahr- sowie Regenassistent voraus; darüber hinaus leuchtet der Elegance beim Abbiegen ums Eck, blendet den Innenspiegel automatisch ab, verwöhnt mit Teillederausstattung und beschallt den Insassen nach dem digitalen DAB+-Standard. Wem das noch nicht genug ist, der rüstet mit einem der beiden Touch-Navisysteme auf. Geht es nur um den Sound, empfiehlt es sich, in das toll klingende Canton-Soundsystem für annehmbare 470 Euro zu investieren. An weiteren Paketen offeriert Skoda für Ambition das 430-Euro-Comfortpaket mit Licht-, Regen- und Spiegelsensor sowie das 790 Euro teure Licht & Design-Paket für Elegance mit Bi-Xenonlicht, 17-Zoll-Leichtmetallrädern und LED-Rückleuchten. Für die Limousine bietet sich das nur 50 Euro teure Ablagepaket mit Handyhalterung, Abfalleimer und Kofferraum-Wendematte an; für den Combi kostet es inklusive variablem Ladeboden 200 Euro. RS ist schlicht mit fast allem vollgestopft, was das Herz begehrt, aber eben nur für die gleichnamigen Topmotoren zu haben.

Welcher Octavia der Kauftipp der Redaktion ist, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Die wichtigsten Fakten zum Skoda Octavia

Skoda Octavia Combi und Limousine Skoda Octavia Limousine Skoda Octavia Limousine, Laderaum

Kaufberatung: Skoda Octavia

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Skoda Octavia Combi 2.0 TDI Ambition

Veröffentlicht:

04.10.2013

Preis:

2,00 €

Autor: Alexander Bernt

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