Skoda-Rallye-Fahrschule, Folge 2

Skoda-Rallye-Fahrschule, Folge 2 Skoda-Rallye-Fahrschule, Folge 2

Skoda-Rallye-Fahrschule, Folge 2

— 08.09.2005

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Gewußt wie ist das Geheimnis nahezu aller Dinge. Auch im Motorsport. Wie schafft es beispielsweise Skoda-Werkspilot Matthias Kahle, seinen Fabia WRC so gekonnt um alle Ecken zu chauffieren? In AUTO BILD MOTORSPORT erklärt der fünfmalige Deutsche Meister die hohe Kunst des Rallyesports. Eine exklusive Fahrschule in vier Folgen.

Lektion 4: Richtige Abstimmung World Rally Cars (WRC) wie mein Skoda Fabia liegen in Sachen Leistung alle etwa auf einem Niveau. Die Fahrwerksabstimmung ist deshalb ein wichtiger Punkt, um sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz herauszuarbeiten. Wir unterscheiden zwischen Fahrwerken für Asphalt und Schotter. Auf losem Untergrund kommen weiche Federn mit größerem Federweg zum Einsatz, damit das Rad auch bei großen Unebenheiten den Bodenkontakt nicht verliert. Auf Asphalt sind die Federn deutlich härter, die Bewegung des Rades in der Senkrechten ist nur minimal.

Durch die verstellbaren Federteller des Gewindefahrwerks kann man die Bodenfreiheit variieren. Wir verwenden Stoßdämpfer, die über Drehschalter verstellbar sind in "Low Speed" (Rad federt langsam ein), "High Speed" (Rad federt schnell ein) und "Rebound" (Ausfedern). Während einer Rallye verändere ich die Dämpferabstimmung eigentlich nur, wenn es plötzlich regnet. Dann wähle ich eine weichere Einstellung beim "Rebound", um die Traktion zu verbessern.

Auch Differentiale nehmen Einfluß auf das Fahrverhalten. Die drei Differentiale im Fabia sind elektrohydraulisch gesteuert. Die Sperrwirkung bestimmt der Bordcomputer. Über Drehknöpfe im Cockpit kann ich je Differential elf Stufen programmieren – von ganz weichem bis sehr aggressivem Ansprechen.

Lektion 5: Gute Reifenwahl Ich habe auf Asphalt zwei verschiedene Slicks zur Wahl: einen weichen für Temperaturen unter zwölf Grad (Michelin N04) und einen härteren (N22) für wärmeres Wetter. Bei leichtem Regen nehme ich einen "Intermediate", der nur wenig Profil hat. Steht viel Wasser auf der Straße, kommt ein stark profilierter Regenreifen zum Einsatz. Für Schotter haben wir einen grobstolligen Reifen mit nur einem Profil. Dies kann man bei Bedarf – zum Beispiel auf sehr sandigen Strecken – per Hand nachschneiden. Der Schotterreifen steht mir in drei Gummimischungen zur Verfügung. Die ganz weiche nehme ich allerdings nur, wenn es richtig matschig ist.

Lektion 6: Exaktes Schalten Mein Skoda Fabia WRC hat eine elektrohydraulische Schaltung, die über Ringe am Lenkrad betätigt wird. Die Kupplung benötige ich nur zum Einlegen des ersten Gangs und zum Losfahren. Fällt die Hydraulik aus, habe ich einen Schalthebel als Notlösung. Diesen Hebel, der sich wie von Geisterhand betätigt mitbewegt, wenn ich am Lenkrad schalte, verwende ich auch auf Überführungsetappen im Straßenverkehr. So kann ich sanfter schalten, als es die Hydraulik tut – das schont das Getriebe. Im Fabia habe ich keinen Drehzahlmesser. Den Schaltzeitpunkt zeigt mir eine Reihe von Leuchtdioden an. Zunächst in grün. Leuchten die roten Dioden, ist es Zeit hochzuschalten. Meistens verzichte ich aber auf die Schaltlampen und verlasse mich ganz auf mein Gefühl.

Hier geht es zur Folge 1 der Skoda-Fahrschule.

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