Skoda-Rallye-Fahrschule, Folge 4 — 13.10.2005
Steuertip mit speziellen Fußnoten
Rallye-Fahrer sind Künstler am Lenker. Wie schafft es Skoda-Werkspilot Matthias Kahle, den Fabia WRC so um alle Ecken zu chauffieren? Der fünfmalige Deutsche Meister erklärt Driften und Fliegen. Eine exklusive Fahrschule in vier Folgen. Hier der letzte Teil.
Lektion 11: Flacher springen, Zeit sparen Für die Autos und nicht zuletzt uns Fahrer sind Sprünge nicht ganz ungefährlich. Zuletzt haben bei der WM-Rallye Finnland einige Beifahrer bei harten Landungen Rückenstauchungen erlitten. Wenn also mein Beifahrer Peter Göbel "Kuppe voll jump" vorliest, heißt es auch: alle Muskeln anspannen. Aber noch aus einem anderen Grund versuche ich, Sprünge nicht zu extrem werden zu lassen: Räder, die sich in der Luft drehen, erzeugen keinen Vortrieb. Ein kurzer Sprung, nachdem man vielleicht früher wieder beschleunigen kann, ist manchmal die schnellere Lösung. Jedes Auto hat zwar seine Flugeigenschaft, doch die meisten neigen wegen des Motors dazu, mit der Nase zuerst zu landen. Vor dem Sprung nehme ich deshalb kurz Gas weg und steige sofort wieder aufs Gaspedal. Dadurch wird die Vorderachse meines Skoda Fabia WRC entlastet, und er fliegt schön gerade. In der Luft gehe ich vom Gas, kurz vor der Landung gebe ich wieder Gas. So versuche ich, die Drehzahl der Räder an die Landegeschwindigkeit anzupassen.
Lektion 12: Schöner Driften Zugegeben, auch mir als Fahrer macht das Querfahren riesigen Spaß. Mit einem 300-PS-Allradler wie meinem Skoda Fabia ist es nicht einmal so schwer. Manchmal stelle ich meinen WRC schon 40 Meter vor einer Kurve quer, um die seitliche Führungskraft der Reifen zum Bremsen zu nutzen. Das Ziel ist, die Schnauze des Autos schon vor dem Kurvenausgang in Richtung der folgenden Gerade zeigen zu lassen. So kann man mit bereits in Fahrtrichtung stehenden Rädern viel früher wieder Gas geben. Wer sich verschätzt, baut jedoch vor der Kurve zuviel Geschwindigkeit ab. Dann greifen die Vorderräder plötzlich, und das Auto biegt in den Graben ab. Deshalb gilt: Wer außen abfliegt, war zu schnell; wer innen abfliegt, hat einen Fehler gemacht.

































