Skoda Rapid/Hyundai i30: Vergleich

— 25.10.2012

Das Duell der Preisbrecher

Groß, günstig, gut? Der neue Skoda Rapid startet einen Preiskampf, der Hyundai i30 hält dagegen. Welcher Kompakte bietet am Ende mehr fürs Geld?



Ein Gespenst geht um in der Golf-Klasse, das Gespenst der Premiumkompakten. Besonders Marketing-Maulhelden und Werbe-Wortjongleure bedienen sich nur allzu gern dieser hochtrabenden Vokabel, wollen damit die hohen Preise von Audi A3, BMW 1er, Mercedes A-Klasse oder auch VW Golf schönreden. Doch nicht mit uns. Denn gerade in der Kompaktklasse zählen Preis und Praxistauglichkeit so viel mehr als Premium und Prestige. Also lassen wir den brandneuen Skoda Rapid, der in der einfachsten Variante tatsächlich schon ab 13.990 Euro vorfährt, gegen den noch frischen Hyundai i30 antreten. Zwei flotte Fünftürer mit rund 100 PS, ausreichend Platz für die Kleinfamilie und fairen Preisen. In der getesteten Motorisierung und mit vernünftiger Ausstattung bleiben beide unter 20.000 Euro.

Überblick: Alle News und Tests zum Skoda Rapid

Video: Hyundai i30, Skoda Rapid

Beide sind ihr Geld wert

Viel Geld? Absolut richtig. Aber dafür gibt es ja auch verhältnismäßig viel Auto. Und bei den sogenannten Premiummarken werden Sie an gleicher Stelle locker noch einige Tausender mehr los. Doch kommen wir mal zu den Testkandidaten: Immer wieder beeindruckend, was Skoda so an Kofferraum-Canyons anbietet. Wer die große Heckklappe des Rapid aufreißt, verliert spontan die Angst vor dem nächsten Urlaub oder Umzug. Mit 550 bis 1490 Litern packt der Tscheche noch ein, wenn bei Hyundai-Piloten längst der Haussegen schief und das Gepäck halb auf der Straße hängt. Fast 200 Liter fehlen dem ebenfalls in Tschechien (Nosovice) gebauten Koreaner auf den jüngten Spross aus Mladá Boleslav. Allerdings genehmigt sich der Skoda auch 19 Zentimeter mehr Gesamtlänge. Die bringen ihm zusätzlich ein spürbares Plus bei der Kniefreiheit im Fond. Womit der Raumvorteil der Rapid-Besatzung allerdings auch schon vollständig beschrieben ist. Weil der Hyundai 7,4 Zentimeter breiter ausfällt, sitzt die Korea-Crew entspannter, taugt Reihe zwei tatsächlich auch für drei – im Rapid herrscht da schon akuter Kuschelzwang. Zudem stoßen große Gäste im Skoda früher ans Dach und müssen mit kleineren sowie dünneren Polstern vorliebnehmen.

Überblick: Alle News und Tests zum Hyundai i30

Etwas müde: Der 1,4 Liter große Vierzylinder hat Mühe mit dem i30 und ist zudem durstiger als der Skoda.

Auch sonst geht es im i30 wohnlicher zu. Die Armaturentafel soft geschäumt, hier und da mit glänzenden Lackflächen und blitzenden Chromrähmchen aufgehübscht – Hyundai hat dem Billig-Mief im i30 Hausverbot erteilt. Ganz anders der Skoda. Der zeigt sich zwar sehr solide und ohne funktionale Schwächen eingerichtet, aber eben mit schlichtem Hartplastik möbliert. Auch bei den jeweils optionalen Navigationsgeräten klotzt Korea, während die VW-Tochter kleckert. Im Skoda nervt das langsame und wenig benutzerfreundliche Amundsen+ (990 Euro, ab Ambition), im i30 glänzt ein reaktionsschnelles System mit brillantem Sieben-Zoll-Monitor und hilfreicher Rückfahrkamera (l120 Euro, ab Trend). Das beste Stück im Skoda ist tatsächlich der 1,2-Liter-TSI. Der kleine Vierzylinder-Turbo schickt 105 PS an die Vorderräder und den Rapid ausgesprochen flott auf die Reise. Der 1.2er hängt vom ersten Moment an aufmerksam am Gas, dreht beherzt Richtung Begrenzer und vertreibt Sorgen bezüglich seines lächerlich wirkenden Hubraums mit der Kraft von 175 Nm Drehmoment.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Dazu die präzise rastende Sechsgangschaltung – und Papi verzeiht dem Familienrat, dass es nicht der 1.4 TSI mit 122 PS geworden ist. Der hätte – weil nur mit DSG lieferbar – 2400 Euro mehr gekostet und sich wohl kaum mit guten 5,6 Litern pro 100 km begnügt. Auch i30-Piloten wären mit einem Motor wie dem 1.2 TSI deutlich glücklicher. Der 1,4-Liter-Vierzylinder des i30 bringt es auf 99 PS, muss aber auf Turbo sowie Direkteinspritzung verzichten – und das merkt man sowohl beim Fahren als auch beim Tanken. Deutlich angestrengter nimmt der Hyundai Fahrt auf, wirkt dabei in keinem Drehzahlbereich wirklich munter und müht sich auf der Autobahn ab 160 km/h fast schon verzweifelt. Allein bis Tempo 100 verliert er fast zwei Sekunden auf den Skoda, bis 130 km/h klafft eine Lücke von 3,1 Sekunden – Tendenz steigend. Weitere Details zu Hyundai i30 und Skoda Rapid gibt es in der Bildergalerie.

Autor: Gerald Czajka



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