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Skoda Rapid: Kaufberatung

— 19.10.2014

Gesucht: der beste Rapid

Skoda hat aus dem Konzernbaukasten ein neues Modell gestrickt. Viel Platz für vier und ein riesiger Kofferraum stempeln den Rapid zum preisgünstigen Rivalen von VW Golf, Seat Leon und Skoda Octavia. Die Kaufberatung.

Skoda Rapid – da poppen im Kopf interessante Bilder aus den 1980er-Jahren auf. Ein Autochen tschechoslowakischer Produktion mit längs im Heck montiertem Vierzylinder-Reihenmotor und zur Seite öffnender Kofferraumhaube (also vorn). Googeln Sie das mal nach, Sie werden staunen. Mit einem Rapid 130/135/136 sind Sie heute der unangefochtene Star eines jeden Youngtimer-Treffens, fürchten müssten Sie da allenfalls die Konkurrenz eines Saporoshez (aber ja, auch der ist googelnswürdig). Doch der Eiserne Vorhang ist längst Geschichte, und Skoda – 1991 von Volkswagen übernommen – baut heute sehr, sehr vorzeigbare Autos. Die Einsteigermarke des VW-Konzerns hat sich mit ihren preislich scharf kalkulierten und qualitativ hochwertigen Fahrzeugen hierzulande längst einen treuen Kundenstamm erworben, dem Pragmatik mehr gilt als Prestige. Den wiederbelebten Namen Rapid trägt nun ein Kompaktklässler, dessen Technik aus dem VW-Baukasten – vornehmlich vom Polo – stammt. Ende 2012 lief im tschechischen Mladá Boleslav die Stufenheck-Limousine vom Stapel, im Oktober 2013 reichte Skoda die unter der Zusatzbezeichnung Spaceback firmierende Schrägheckvariante nach. Hohe Zeit also für uns, die endgültige Kaufberatung abzuliefern.
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Auch mit Stufe lässt sich der Rapid leicht beladen

Video: Skoda Rapid

Erste Fahrt im Rapid

Mit dem VW Polo teilt sich der Rapid die Fahrzeugbreite von rund 1,70 Metern – ein vernünftiges Maß, mit dem man auch in verstopften Innenstädten noch gut zurechtkommt. VW Golf, Seat Leon und Skoda Octavia sind zehn Zentimeter breiter und flutschen nicht ganz so reibungslos durch Engstellen. Nach hinten raus hat der Rapid alles Poloartige abgelegt: Der Radstand spannt sich mit 2,60 Metern fast auf Golf-Länge (Polo: 2,47 Meter) – und damit ist noch lange nicht Schluss. Beim Spaceback folgt ein 415 Liter (Golf: 380 Liter) fassendes Schrägheck, während die 18 Zentimeter längere und nur 100 Euro teurere Stufenhecklimousine gar 550 Liter aufbietet. Bei umgeklappten Rückbanklehnen (ab Werk im Verhältnis 60:40 teilbar) und dachhoher Beladung sind großherzige 1380 (Spaceback) respektive stattliche 1490 Liter Stauraum drin – zum Vergleich: Ein Audi A4 Avant schluckt maximal 1430 Liter. Den klassischen Stufenheck-Nachteil der kleinen Kofferraumöffnung hat Skoda, wie schon bei Octavia und Superb, ausgemerzt: Die Heckklappe öffnet bis ins Dach, auch unhandliche Güter versinken problemlos im Ladeabteil. Dabei lässt sich freilich nicht so konsequent in die Höhe stapeln wie in einem steilen Kombiheck.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Erfreulich ist auch das Raumangebot für die Insassen: Vorn sitzt man bis 1,95 Meter Körpergröße gut, und hinten finden dank des langen Radstands zwei, auf kurzen Strecken auch mal drei Langbeiner Platz. Die Kopffreiheit im Fond ist ebenfalls sehr ordentlich: 1,90-Meter-Hünen kommen im Spaceback locker unter, in der Limousine wird die Luft überm Scheitel wegen der früher abfallenden Dachlinie aber schon ab 1,85 Metern dünn. Das Stufenheck hat gegenüber dem Spaceback einen weiteren Nachteil: Es ist nach hinten sehr unübersichtlich, da die Hutablage hoch positioniert ist und die C-Säulen breit ausfallen. Auch die Rücksicht über den Innenspiegel wird dadurch eingeschränkt. Wer nicht auf den letzten Liter Kofferraumvolumen angewiesen ist, macht mit dem Spaceback insgesamt also den besseren Schnitt, auch weil er wegen seiner geringeren Länge in der City eher einen Parkplatz findet.

Fahrdynamisch gibt es am Rapid nichts auszusetzen

Kurven sind im Rapid nur eine Frage der Neigung – sicher bleibt er dabei immer.

Wie sich ein Rapid fährt? Sehr angenehm. Der lange Radstand sorgt für ruhigen Geradeauslauf und geschmeidigen Federungskomfort auf langen Wellen sowie bei hohem Tempo. Querfugen und kurze Stöße bei niedrigem Tempo steckt das grundsätzlich straff abgestimmte Fahrwerk hingegen etwas weniger souverän weg. Den besten Abrollkomfort bietet die ballonartige 15-Zoll-Basisbereifung, die mit einer Breite von 185 Millimetern allerdings knapp bemessen ist. Wer hin und wieder mal flott um die Kurve fegen will, sollte die Optionsgröße 215/45 R 16 ordern. Die gleich breite 17-Zoll-Rad-Reifen-Kombination mag noch besser aussehen, verschlechtert aber nur weiter den Abrollkomfort. Fahrdynamisch gibt es am Rapid nichts auszusetzen: Nach willigem Einlenken umrundet der Skoda Kurven weitgehend neutral. Wer es übertreibt, erntet Untersteuern, Gaslupfer in Kurven lassen das Heck sanft eindrehen. Die elektrische Zahnstangenlenkung arbeitet präzise, die Bremsen sind gut dosierbar und sehr wirksam.

Motoren: 105 PS sollten es schon sein

Das Motorenangebot ist übersichtlich: ein Saugbenziner, der nur in der Limousine erhältlich ist, Turbobenziner mit 1,2 und 1,4 Liter Hubraum sowie ein 1,6-Liter-Diesel in zwei Leistungsstufen. Einzig für den 90-PS-Diesel ist optional ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich; das Topmodell 1.4 TSI bringt es serienmäßig mit. Wollen doch mal sehen, ob sich aus diesen wenigen Zutaten ein schmackhaftes Menü zaubern lässt ...
1.2 (75 PS): 112 Nm, verfügbar erst ab 3750 Umdrehungen pro Minute. Das hört sich mager an und ist es auch. Der Dreizylinder-Saugmotor, der im Spaceback nicht angeboten wird, muss mit mindestens 1,1 Tonnen klarkommen – was für eine gestandene 4,50-Meter-Limousine übrigens vorbildlich wenig ist. Die in der Praxis so wichtige Durchzugskraft spürt man nur sehr verhalten, Überholmanöver wollen mit Weitblick geplant werden. Für diesen Motor spricht in erster Linie der niedrige Einstiegspreis, in den Unterhaltskosten sind dagegen andere Versionen günstiger.
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Der 86 PS starke 1.2 TSI erweist sich als kompetenter Partner für Stadt und Land. Doch auf der linken Autobahnspur geht ihm die Puste aus.

1.2 TSI (86 PS): In der Tat macht der hubraumgleiche, jedoch vierzylindrige Turbobenziner alles besser. Brauchbare 160 Nm stehen bereits ab 1500 Touren bereit, um sich tapfer gegen die Fahrwiderstände zu stemmen. Ein leise und vibrationsarm laufender Partner für Stadt und Land, der erst auf der linken Autobahnspur sein Pulver verschossen hat. Anders als die 105-PS-Version muss sein Handschaltgetriebe mit nur fünf Gängen auskommen. Das gilt auch für die Green tec-Version, die dank Stopp-Start-Automatik sowie intelligentem Lichtmaschinen-Management bis zu einen halben Liter Sprit pro 100 Kilometer einspart – zumindest auf dem NEFZ-Prüfstand. Doch wer sparen will, muss erst einmal investieren: Diese Effizienzmaßnahmen – bei den Konkurrenzmodellen auch in dieser Klasse mittlerweile meist serienmäßig – lässt sich Skoda mit 400 Euro extra bezahlen. Wie auch immer, wer vorausschauend und sanft fährt, kommt auch ohne Green tec auf Mini-Verbräuche.
Preise Skoda Rapid: Benziner-Varianten
1.2 * 1.2 TSI (Green tec) 1.2 TSI (Green tec) 1.4 TSI (Green tec)
Ausstattung
Active 13.990 Euro 14.990 (15.390) Euro 16.090 (16.490) Euro
Ambition 16.250 Euro 17.250 (17.650) Euro 18.350 (18.750) Euro 20.750 (21.150) Euro
Green Line
Elegance 18.990 (19.390) Euro 20.090 (20.490) Euro 22.490 (22.890) Euro
*nur für Rapid Stufenheck erhältlich
1.2 TSI (105 PS): Immerhin 175 Nm und 105 PS wirft die "offene Version" des 1200er-Turbos ab. Über das leicht und exakt schaltbare Sechsgang-Handschaltgetriebe kommt die Leistung stets in den richtigen Portionen auf die Straße. Fahrleistungen und Durchzugsvermögen sind vollauf befriedigend, der Rapid wird mit diesem weich laufenden Motor zum runden Ganzen. Eines wollen wir Ihnen aber nicht verschweigen: Auch ein nur 1200 Kubikzentimeter großer Turbobenziner kann dank Volllastanreicherung bei Dauervollgas auf der Autobahn einen Schnittverbrauch von deutlich über zehn Liter erzielen, mithin also das Doppelte der praxisfremden NEFZ-Verbrauchsangabe. Aber man muss ja nicht immer Vollgas geben, im ruhigen Alltag strömen rund sechs Liter durch die Einspritzdüsen.
1.4 TSI (122 PS): Einen Schnittverbrauch von 13,1 Litern wies der Bordcomputer nach einer flotten Autobahnetappe mit dem 1.4 TSI aus. Das dürfte der Maximalverbrauch sein, bei normaler Fahrweise werden Sie mit rund sieben Litern auskommen. Das Phänomen der überproportionalen Volllastverbräuche von Turbobenzinern ist übrigens ein typisch deutsches – auf tempolimitierten Autobahnen tritt es nicht auf. 200 Nm und 122 PS bewegen den Rapid fast schon sportlich, das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe schaltet aufmerksam und flott. Dennoch würden wir uns eine handgeschaltete Version wünschen, deren Basispreis noch unter der 20.000-Euro-Schwelle läge.
Preise Skoda Rapid: Diesel-Varianten
1.6 TDI (Green tec) | 7-Gang-Doppel-
kupplung
1.6 TDI Green Line 1.6 TDI (Green tec)
Ausstattung
Active 17.390 (17.790) | 19.090 Euro 18.390 (18.790) Euro
Ambition 19.650 (20.050) | 21.350 Euro 20.650 (21.050) Euro
Green Line 20.450 Euro
Elegance 21.390 (21.790) | 23.090 Euro 22.390 (22.790) Euro
1.6 TDI (90 PS): Durchzugskraft ist seine Stärke: Immerhin 230 Newtonmeter ziehen ab 1500 Touren im Vorderwagen, niedertouriges Schnüren im großen Gang ist Balsam für die Nerven. Aber: Muss ein 1,6-Liter-Diesel im Jahr 2014 wirklich so laut sein? Die unschönen Verbrennungsgeräusche sind omnipräsent und werden erst bei höherem Autobahntempo von Windgeräuschen überlagert. Dass Skoda bei den Selbstzündern auf eine obere Kunststoffabdeckung verzichtet, mag einen Teil zu den lästigen Geräuschemissionen beitragen. Ansonsten gilt: Der Vierzylinder ist ein braver, ausreichend temperamentvoller Ölbrenner mit einem Alltagsverbrauch von rund fünf Litern.
1.6 TDI Green Line (90 PS): Zusätzlich zu den Spritsparmaßnahmen des Green tec-Pakets (Stopp-Start, intelligente Lichtmaschine) verfügt das Green-Line-Modell über eine optimierte Aerodynamik und Leichtlaufreifen. Aber: Wichtige Optionen wie Xenonlicht, Tempomat oder Navigation sind hier nicht erhältlich. Damit rieselt er durch unser Empfehlungssieb.
1.6 TDI (105 PS): Auch die 105-PS-Version schont die Ohren nicht. Ihre Fahrleistungen sind jedoch spürbarbesser als die des 90-PS-Modells, der Verbrauch hingegen ist identisch. Daher: empfehlenswert!

Ausstattung: Der Luxus im Kleinen

Hartes Plastik dominiert das Cockpit, die Verarbeitung ist einwandfrei. Da es kaum Assistenzsysteme gibt, ist die Anzahl der zu beherrschenden Tasten gering.

Das aufgrund der großflächigen Verwendung harten Kunststoffs einfach wirkende Cockpit ist untadelig verarbeitet und lässt sich problemlos bedienen. Allerdings dürfte der zentrale Bildschirm höher positioniert sein, damit der Fahrer seinen Blick nicht so weit vom Geschehen auf der Straße abwenden muss. Hinsichtlich der Sicherheits-Grundausstattung lässt sich Skoda nicht den Schneid abkaufen: Sechs Airbags, ESP, Bremsassistent, Reifendrucküberwachung und Isofix-Kindersitz-Verankerungen sind bei jedem Rapid an Bord. Die aktive Sicherheit weiter steigernde Assistenzsysteme wie Totwinkelüberwachung, Spurhalteassistent oder Adaptivtempomat sind allerdings nicht verfügbar. Uns hat das kaum gestört, ein umsichtiger Fahrer vereint alle diese Systeme in sich. Die Basislinie Active beinhaltet ein MP3-fähiges CD-Radio, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Funk-Zentralverriegelung, Fensterheber und eine im Verhältnis 60:40 geteilt umklappbare Rückbanklehne. Eine manuell zu steuernde Klimaanlage kostet 1095 Euro Aufgeld, andere wichtige Optionen wie Navigationssystem, Sitzheizung und Xenonlicht sind für die Basisausstattung nicht erhältlich. Von der Linie Active raten wir daher ebenso ab wie vom Ökomodell Green Line, für das nicht einmal eine Geschwindigkeitsregelanlage bestellbar ist – dabei ist der Tempomat eines der wirksamsten Mittel zum Spritsparen.

Topausstattung Elegance mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis

Besser sieht's bei der mittleren Ausstattung Ambition aus: Hier steht einem die ganze Welt der Skoda-Extras bis zum Panorama-Glasdach zu 640 Euro offen. Serienmäßig fährt hier schon allerhand Sinnvolles mit: manuelle Klimaanlage, Bordcomputer, hintere Parksensoren, Tempomat, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad, Fensterheber hinten. Wir rollen derzeit aber noch immer auf 15-Zoll-Stahlrädern. Nichts gegen die stabilen, uneitlen Stahlfelgen, die 185er-Bereifung ist unseres Erachtens für ein ausgewachsenes Auto aber zu schmal. Also die 16-Zoll-Leichtmetaller mit 215er-Reifen für 640 Euro buchen? Kann man machen; wer stattdessen aber gleich 1740 Euro investiert und zur Toplinie Elegance greift, erhält neben den 16-Zoll-Alus auch Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze samt Mittelarmlehne, Abbiegelicht, Multifunktions-Lederlenkrad, einen höheneinstellbaren Beifahrersitz und, jawoll, Fußmatten. Zudem gibt's einen Bonus auf die Xenonscheinwerfer, die wir ohnehin bestellen würden: Sie kosten für Elegance nur 480 Euro Aufpreis statt 600 Euro bei Ambition. Unterm Strich ist die Topausstattung Elegance also der beste Kauf, offen bleiben da nur noch drei Wünsche: Das erwähnte Xenonlicht, das Navigationssystem inklusive digitalem Radioempfang DAB (990 Euro) sowie, ganz wichtig, das Reserverad zu 95 Euro. Denn das serienmäßige Pannenspray samt Kompressor hilft nur bei kleinen Beschädigungen des Reifens, nicht aber bei einer aufgeschlitzten Flanke. Und wann bekommt man einen Platten? Richtig: nachts, im Regen, auf dem Land, dort, wo man sich nur selbst helfen kann.

Weitere Infos zum Skoda Rapid sowie unsere konkreten Kaufempfehlungen finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Alle Infos zum Skoda Rapid

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Kaufberatung: Skoda Rapid

Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Heftarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.
Skoda Rapid

Veröffentlicht:

26.08.2014

Preis:

2,00 €


Autor: Florian Neher

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