Vorstellung Skoda Superb

Skoda Superb Skoda Superb

Skoda Superb

— 22.02.2002

So schön kann ein Passat sein

Mit dem Superb präsentiert die VW-Tochter Skoda einen Luxus-Passat zum Bora-Tarif - und erinnert nebenbei an glorreiche Zeiten.

Skodas neues Top-Modell

Wenn Wilfried Bockelmann über seine Marke redet, dann mit der Überzeugungskraft der zwei Herzen. Eines schlägt für Tschechien, das andere für Mutter Wolfsburg. Wobei das Skoda-Herz des "Prof. Dipl.-Ing. Vorstandsmitglied Technische Entwicklung Skoda Auto a.s." (so steht es auf der Visitenkarte) langhubiger zu pochen scheint. Voller Begeisterung erzählt er vom Aufstieg der Fabrik in Jungbunzlau (Mladá Boleslav). "Wissen Sie, was mein erster Dienstwagen vor sechs Jahren war? Der damals größte Skoda - ein 68-PS-Felicia." Ein Jahr später fuhr er den Felicia Combi mit neuer Servolenkung. "Was meinen Sie, wie die Leute in Prag gestaunt haben über die praktische Form und das leichte Einparken. Richtige Aufläufe gab es damals..." Bockelmanns Augen blitzen wie das Bi-Xenonlicht des neuen Topmodells. "Und jetzt? Jetzt haben wir Fabia, Octavia und Superb."

Skoda blinkt links, will auf die Überholspur. Zulassungs-Statistik in Deutschland? Schon Platz elf. Marktanteil in Tschechien? Gesunde 54 Prozent. Aber die Lichthupe darf die deutsche Mutter nicht zu sehr benutzen. Unsere hochsensiblen Nachbarn müssen weiter stolz zu ihrer Marke stehen, sie als nationales Erbe betrachten. Deshalb die vorsichtige Entwicklung. Professor Bockelmann weise: "Man darf nicht schneller fahren, als die Kundschaft hinterherkommt." Klarer Rückschluss: Einen Superb W8 wird es (vorerst?) nicht geben.

Die um zehn Zentimeter verlängerte Bodengruppe des Passat trägt ab nächstem Frühjahr nur Vier-, Fünf- und Sechszylinder unter der Haube: 2,0-Liter (85 kW/115 PS) , 1,8-Liter-20V-Turbo (110 kW/150 PS), 2,8-Liter-V6 (142 kW/193 PS). Für Vielfahrer interessanter die Diesel: 1,9-Liter-Pumpe-Düse-TDI (96 kW/130 PS), 2,5-Liter-V6 (114 kW/155 PS). Was das Ganze denn kosten soll? Mit deutlich unter 50.000 Mark soll es losgehen, frohlockt es aus der deutschen Niederlassung. Das wird auch die Konkurrenz im Mutterhause treffen, die sich A6 und Passat nennt.

Preis und Ausstattung

Superb heißt laut Duden: vorzüglich, prächtig. Recht ungewöhnlich, ein Prädikat zum Namen zu machen. Wenn Wolfsburg einen "VW Vorzüglich" brächte, wir würden uns wohl alle einen Kolbenfresser lachen. Doch Herr Bockelmann kann gleich den Namensgeber präsentieren: Im fünf Minuten entfernten (sehr liebevoll eingerichteten) Museum läuft sich der Paten-Opa warm: ein stattlicher Superb, Baujahr 1939 .

Tradition also wird beschworen, verknüpft mit pfiffigen Ideen. Die zehn Mehr-Zentimeter kommen dem Fond zugute. Nicht nur in Tschechien sitzen dort gerne Chefs, die nach getaner Arbeit ihre Füße hochlegen. Gegen Aufpreis können sie diese durch die aufklappbare Beifahrersitzlehne (leider noch keine Fotos) stecken, per Schalter von hinten den Vordersitz längs und in der Neigung verstellen, bis die Waden ohne Druckstellen aufliegen. Sollten die Füße nach des Tages Mühen einmal nicht mehr tretfrisch duften - keiner merkt es, denn sie stecken in einer Art Tasche. Die sich übrigens per Reißverschluss auch ruck, zuck öffnen lässt. Das aber nicht etwa der Belüftung wegen, nein: Bello kann jetzt sauber da rein und nicht rausfallen.

Bleiben wir beim Hund. Damit zum Auto tapsende Fahrer im Dunkeln nicht über dessen Haufen stolpern - ein LED-Scheinwerferchen im fahrerseitigen Außenspiegel des Superb beleuchtet nach dem Drücken der Fernbedienung den Platz vor der Tür. An Ungemach von oben haben Skoda-Tüftler ebenfalls gedacht: Die Türverkleidung hinten links beherbergt serienmäßig einen großen Regenschirm, der auch tropfnass wieder Platz findet - das Wasser kann durch ein Röhrchen abfließen. Der Stoff soll zudem noch pilztötend behandelt sein.

Der Kofferraum wird schließlich zum Schauraum. Skisack-Durchreiche ist möglich oder eine Kühlbox. Für Einkäufe kann die Gattin "CargoFlex" bestellen. Das ist sozusagen die Karre im Kofferraum. Auf Plastikschienen rollt sie heran, kann leicht befüllt und rückenschonend Richtung Rücksitzlehne verschoben werden. Was der Superb sonst noch hat? Wollen wir wirklich den üblichen Kram von Bremsassistent, Airbagvorhängen, ESP und Ähnlichem jetzt schon wissen? Die guten Ideen sind doch allemal spannender. Wilfried Bockelmann redet eben mit Überzeugung.

Debüt-Termin des Superb: anno 1934

Namenspatron Der erste Superb erschien bereits 1934 (der letzte große Skoda wird 1949 gebaut), Karosserie-Linie und Grill ähneln mehr der englischen Mode. Stromlinienwagen entstehen, Cabrios und Kombis. Die Sechszylindermotoren leisten zuerst 55 PS (2,5 Liter Hubraum), Topmodelle mit Vierliter-V8-Motor brachten es auf 96 PS. Im sehenswerten Skoda-Museum von Mladá Boleslav steht ein toprestaurierter Superb 3000 von 1939. Motor: 3,14-l-Sechszylinder mit 85 PS, Verbrauch bei Tempo 80 rund 17 Liter, größte "Fahrgeschwindigkeit" 120 km/h.

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