Skoda Superb V6 2.8 Elegance

Skoda V6 2.8 Elegance Skoda V6 2.8 Elegance

Skoda Superb V6 2.8 Elegance

— 30.07.2002

Die feine böhmische Art

Skoda bittet in der oberen Mittelklasse zu Tisch. Das Spitzenmenü Superb besteht aus einem V6-Motor mit 193 PS und feinen Zutaten.

Antrieb Nichts ist mehr, wie es war. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Autos. Skoda, die drittälteste noch produzierende Automarke der Welt, hat sich mit Fabia und Octavia fest am Markt etabliert. Jetzt drängt sie mit dem Superb in das prestigeträchtige Segment der oberen Mittelklasse. Spitzenmodell ist die Elegance-Version, die neben der Topmotorisierung ein umfangreiches Ausstattungspaket bietet. Mit einem cleveren Mix aus Platzangebot, Komfort und hart kalkuliertem Preis tritt der Superb gegen seine Konkurrenten an, auch die aus dem eigenen Haus. 193 PS und Skoda – im Superb passt das wunderbar zusammen. Der Sechszylinder legt einen dynamischen, doch kultivierten Antritt hin. Kein brachialer Schub erwartet den Fahrer, sondern Kraft, die sich gleichmäßig und souverän auf die Straße überträgt.

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Das Herz des Superb: der 2,8-Liter-V6 (193 PS) schafft ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmeter.

Die Fakten sprechen für sich: In 8,0 Sekunden sprintet der relativ schwere Skoda von 0 auf 100 km/h, seine Höchstgeschwindigkeit von 237 km/h erreicht er ohne Hecheln. Wer einen kernigen Sound mag, wird vom starken Böhmen gut bedient. Der Vortrieb profitiert vom früh bereitstehenden maximalen Drehmoment: 280 Newtonmeter bei 3200 U/min. Hat man erst die städtischen Ampelstrecken hinter sich gebracht, sind nur der vierte und fünfte Gang gefragt. Ob am Berg, beim Überholspurt oder zügigen Cruisen – dieser Motor kennt keine Problemzonen. Fast keine. Denn fällt die Drehzahl im vierten Gang unter 2000 U/min, muss erst wieder Luft geholt werden. Jetzt greift die Fünf-Gang-Schaltung. Das kurz und knackig funktionierende Arbeitsgerät lädt direkt zum Schalten ein. Natürlich könnte die Elastizität eines 2,8-Liter-Aggregats besser ausfallen, aber ein Rennwagen war nicht das Ziel der Ingenieure aus Mlada Boleslav, sondern eine gut bestückte, komfortable Reiselimousine. Wertung: 87 von 100 Punkten

Fahreigenschaften Der Superb V6 2.8 ist ein Langstreckensportler. Sein großer Radstand von 2803 Millimeter macht sich dabei positiv bemerkbar. Er zeichnet für das immense Platzangebot und die komfortable Straßenlage verantwortlich. Skoda-typisch ist bei der Fahrwerksabstimmung die Kombination von straffer Federung und weicher Dämpfung. Dadurch schaukelt der Superb sich auf langen Bodenwellen leicht auf, und der Wagen "nickt" etwas nach. Nur auf sehr schlechten Straßen spürt man ein Stuckern. Die Vierlenker-Vorderachse schaltet Antriebseinflüsse auf die Lenkung fast völlig aus. Infolgedessen besitzt der Fronttriebler ein gutes Handling. Das Lenkverhalten ist ohne Tadel. Mit seinem exakten Geradeauslauf und neutralen Lenkverhalten in Kurven vermittelt er stets ein kontrolliertes Fahrgefühl. Erst bei scharfer Kurvenfahrt untersteuert der Superb. Auf provozierte Lastwechsel reagiert er souverän, zudem ist mit dem ESP ein "Rettungsanker" an Bord. Wertung: 88 von 100 Punkten

Sicherheit Im Elegance bietet Skoda für Fahrer und Beifahrer Front- und Seitenairbags serienmäßig. Kopfairbags kosten aber 415 Euro extra. Sämtliche Sitze sind mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten versehen, zwei Rücksitze mit Isofix-Verankerungen ausgerüstet. Die Pedale verfügen über eine Crash-Optimierung. Wertung: 91 von 100 Punkten

Komfort und Kosten

Karosserie Der Skoda ist ein Volkswagen ist ein Skoda. Auf diese Formel könnte man das Erscheinungsbild des Superb bringen. Vorne und hinten eindeutig ein Skoda-Sprössling, ist in der Seitenansicht die Verwandtschaft zum Passat nicht zu leugnen. Die Plattformstrategie des Wolfsburger Mutterkonzerns setzt dem Fahrzeugdesign Grenzen. Doch die abgerundete Form mit dem Kuppeldach sieht nicht nur gut aus, sondern wölbt sich über einem wahren Raumwunder. Weil die A-Säule mit dem Dach und der C-Säule einen zusammenhängenden Bogen bildet und zugleich der Radstand sehr lang ist, birgt der Skoda ein überdurchschnittliches Platzangebot. Im Fond fühlt man sich in die gute alte Zeit der Luxus-Zugabteile zurückversetzt. Zehn Zentimeter gewinnt der Superb hier gegenüber dem Passat. Den Einstieg erleichtern die großzügig geschnittenen hinteren Türen, wenngleich die Fondpassagiere aufpassen sollten, da diese kräftig zurückschlagen.

Passt sich der äußerlichen Erscheinung an: das Cockpit des Tschechen.

Die Rundumsicht in der Stufenhecklimousine ist so hervorragend wie die eingesetzten Materialien und die Verarbeitung. Für die gute Fahrerposition sorgen sowohl die elektrische Sitzverstellung als auch die ergonomisch geformte Armaturentafel. In dem vertikal und axial verstellbaren Vierspeichenlenkrad und der fast bis zu den Rücksitzen reichenden Mittelkonsole setzt sich die durchdachte Innenraumgestaltung fort. Zwischen den Vordersitzen befindet sich die temperierte "Travel-Box", deren Deckel zugleich als Armstütze für Fahrer und Beifahrer dient. Zahlreiche Ablagefächer bieten ausreichend Stauraum für Reiseutensilien. Im Kofferraum ist ausreichend Platz für normales Reisegepäck. Das Innenraum-Design ist zwar wohltuend zurückhaltend. Wurzelholz-Applikationen sind allerdings ein glatter Stilbruch. Wertung: 90 von 100 Punkten

Fahrkomfort Neue Studien belegen, dass Komfort sich neben der Motorisierung zum wichtigsten Kaufargument entwickelt hat. Der Kreativabteilung von Skoda gebührt Lob für die vielen originellen Detaillösungen. Ihr Angebot ist so reichhaltig wie die feine böhmische Küche. Zwei rote LED im Dachhimmel gehören zum Innenraumbeleuchtungssystem "CatVision" und schaffen wie die Leuchtrahmen um die inneren Türöffner ein diffuses Licht, das den Fahrer oder die schlafenden Mitfahrer nicht stört. Eine wahre Fülle von Ablagefächern und über den ganzen Innenraum verteilten Getränkehaltern verwöhnt die Reisenden. Für den Sommer ideal: ein klimatisiertes Handschuhfach. Wohl wirklich einmalig ist das Regenschirmfach nebst dazugehörigem Regenschirm mit Skoda-Logo in der linken hinteren Tür. Auch an eine das Regenwasser aufnehmende Ablaufrinne wurde gedacht. Straff gepolsterte Ledersitze vermitteln außer Wohlgefühl guten Seitenhalt. Auf langen Touren sorgt die aus der Rückenlehne des Beifahrersitzes herausklappbare Fußstütze für zusätzliche Bequemlichkeit. Der Kofferraumdeckel hat keine störenden Haltebügel, dafür aber Kipphaken für Taschen, eine Durchladeöffnung inklusive Skisack und als Krönung das Stauraumsystem "CargoFlex", eine faltbare Box mit variablen Trennwänden. Wertung: 93 von 100 Punkten

Wirtschaftlichkeit Angesichts des üppigen Hubraums überrascht der Benzinverbrauch nicht. Die Versicherungseinstufung liegt im Durchschnitt der Typenklasse. Fraglich bleibt, wie sich der Wiederverkaufswert entwickeln wird. Wertung: 83 von 100 Punkten

Fazit und Technische Daten

Fazit Der Superb beweist, dass Skoda mehr kann als nur preisgünstige Autos bauen. Er sieht gut aus, besitzt wie die "Großen" einen starken Motor und Komfort – zu einem fast unschlagbaren Preis.

Ausstattung und Preis

In der Version Elegance ist die Serienausstattung des Skoda Superb fast vollständig. Der Kopfairbag fehlt leider noch – kostet 415 Euro Aufpreis. Für 430 Euro gibt's die Metalliclackierung.

Wertung und Zeugnis

Gesamtwertung 532 von 600 Punkten für den Skoda Superb V6 2.8 Elegance. Am besten schnitt die tschechische Mittelklasse-Limousine in der Einzelwertung Fahrkomfort ab: 93 von 100 Punkten.

Aus fast vergessener Zeit

1906 präsentierten der Geschäftsmann Vaclav Klement und der Techniker Vaclav Laurin das erste böhmische Mobil. Ihr Credo lautete: "Gute Arbeit erkennt man daran, wie gut die Teile sind, die man sieht." Unter dem Markenzeichen des Pfeils mit dem geflügelten Auge, genossen die tschechischen Nobelkarossen bald einen hervorragenden Ruf.

Bei Kennern weckt der Name Superb Erinnerungen, denn 1938 rollte bereits ein Modell namens Superb in Mlada Boleslav, rund 100 Kilometer von Prag gelegen, vom Band. Filmstars, der erste Präsident der Tschechischen Republik Tomas G. Masaryk und König Peter von Jugoslawien fuhren die elegante Limousine. Der Zweite Weltkrieg und die anschließende Planwirtschaft beendeten die Epoche der Luxuskarossen.

Erst die "Wende" und die Eingliederung in den VW-Konzern eröffneten Skoda die neue Chance, das alte Image zurückzugewinnen. Der neue Superb, in der modernen Produktionsstätte im ostböhmischen Kvasiny gefertigt, ist mehr als eine Hommage an die Automobilgeschichte. Die neue Freiheit ist spürbar an Armen, Beinen und – im Kopf.

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