SLS AMG BS/McLaren 12C Coupé/SRT Viper/Abt R8 GTR

— 16.09.2013

Back in Black

Das fünfte Modell in der Black-Series-Geschichte ist zugleich auch das Konsequenteste, was AMG je auf die Räder gestellt hat. Doch reicht das, um drei mächtige Gegner aus England, den USA und Deutschland zu bezwingen?



Gleißendes Gelb lockt die Mas­sen ins Freie. Anbetend scha­ren sie sich zusammen, um dann angesichts brodelnder, bedrohlicher Dunkelheit wieder zurückzuschrecken. – Der von sonnenintensiver Rekordhitze und imposanten Unwettern geprägte Hochsommer sowie der Mercedes SLS AMG Black Series beeindru­cken auf gleiche Weise. Es ist die Kombination aus mitreißendem Auftritt und bedrohlicher Kraft, die beide so besonders macht. Getaucht in goldgelbes „Solar Beam“, stülpen sich verbreiterte Kotflügel über eine ebensolche Spur.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Barbarisch ist das brabbeln und Sägen des bis 8000 Touren fräsenden SLS.

Mercedes Angemacht hat das M159 getauf­te Triebwerk des SLS schon immer, im Black Series fesselt und hypno­tisiert es vollkommen. Reißerisch brennt der Schärfste aller Flügeltü­rer durchs Drehzahlspektrum, ent­wickelt in jedem Bereich Kraft satt und spitzt seine trocken hämmern­de Basismelodie mit einem heiser-mechanischen Rennsportfräsen aus der speziellen Titanauspuffan­lage nachhaltig an. Dazu feuern die sieben doppeltgekuppelten Gänge im manuellen Modus mit bestimm­tem Ruck hinein. In unter 90 Milli­sekunden, verspricht AMG.

Überblick: Alle News und Tests zur SRT Viper

Traktionsprobleme kennt die Viper dank überbreiter 355er-Hinterreifen kaum.

Viper Drückt man in der neuen Viper den roten Startknopf, spuckt und ru­mort der kolossale Zehnzylinder obszön seine Abgase durch Side­pipes ins Freie, fällt anschließend in einen rumpeligen Leerlauf. Man kann die riesigen Kolben förmlich spüren. Zäh reagiert der 8,4-Liter-Trumm auf sanfte Gasbefehle, glu­ckert gemütlich durchs Land. Erst Volllast entfesselt das Ungetier. Massiv drückt das Aggregat dann gen Begrenzer und hämmert mit 6400 Touren wüst dagegen an, wenn die knochige Handschaltung samt wulstigem Knauf nicht recht­zeitig bedient wird.

Überblick: Alle News und Tests zum McLaren MP4-12C

McLaren 12C Coupé: Mit keinem anderen Auto lassen sich pfeilschnelle Rundenzeiten so souverän und einfach realisieren.

McLaren Wer auf Verwöhnaroma steht, findet im McLaren seinen Partner. Seit Neuestem als 12C Coupé gelabelt, umschmeichelt der Brite seinen Piloten mit perfektio­niertem Allroundtalent. Kaum ein Supersportler lässt sich einfacher bewegen. Der schlicht gestylte McLaren strahlt mit stabiler Spurtreue, mo­deraten Fahrgeräuschen und aus­geprägtem Federungskomfort stets Ruhe und Souveränität aus. Wer Fehler finden will, muss schon ins Detail gehen. Das Zentraldisplay verliert bei Sonneneinstrahlung seine Lesbarkeit, die Vorderachse poltert auf gröberen Unebenheiten, und der Biturbo-V8 lahmt unter­halb von 3000 Touren.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Speziell in schnelleren Kurven profitiert der getunte R8 von rennsportinspirierter Aerodynamik.

Abt Motor­haube, Front- und Heckschürze lassen ebenso wie Heckklappe samt Flügel, Außenspiegel und die Tür­verkleidungen aufgrund ihres Car­bongewebes die Pfunde purzeln. Seiten- und Heckscheibe aus Polycarbonat dienen dem gleichen Ziel, verursachen jedoch stärkere Wind­geräusche bei höherem Tempo. 1612 Kilogramm vermeldet die Waage. Das sind 55 Kilo weniger als der bereits ab Werk um einen Zent­ner abgespeckte R8 V10 Plus. In die Vollen geht Abt auch beim Gewindefahrwerk. Die Dämpfer sind in Druck- und Zugstufe ein­stellbar, lassen sich an die jeweilige Strecke anpassen. Dabei federt es absolut alltagstauglich. Wie die Supersportler-Konkurrenten im Detail abgeschnitten haben, erfahren Sie oben in der Bildergalerie.
Frank Wiesmann

Frank Wiesmann

Fazit

Der SLS AMG Black Series liefert Superlative am laufenden Band. Längs- wie querdynamisch ist er das Krasseste, was je aus Affalter­bach in die Redaktion rollte, auf dem Sachsenring gar das schnellste Serienauto überhaupt. Er ist noch alltagstauglich genug, um den Stern zu verdienen, der Rest ist Rennwagen. Zahmer, aber keines­falls lahmer geht der McLaren zu Werke, ist zudem einfacher zu be­herrschen. Lediglich emotional lässt er mit seinem sterilen Wesen Federn. SRT Viper und Abt verlan­gen im Alltag mehr Kompromisse. Mit seinem gekonnt abgestimmten Fahrwerk weist der getunte R8 den Amerikaner kurventechnisch klar in die Schranken, verspielt diesen Vorteil in der Schluss­wertung aber durch den hor­rend hohen Preis – Exklusivität hin oder her.

Stichworte:

AMG Abt Supersportwagen

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