Smart fortwo ab 2008 in den USA

Smart fortwo ab 2008 in den USA

— 29.06.2006

Vom MoMA auf den Highway

Der Smart fortwo wird ab 2008 auch in den USA verkauft. Das hat DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche jetzt offiziell verkündet.

Bislang war der Smart fortwo in den USA höchstens als Ausstellungsstück im New Yorker Museum of Modern Art zu sehen. Zu kaufen gab es den Wagen in den Vereinigten Staaten nur bei Spezialimporteuren, wenige hundert Exemplare fanden so bislang einen neuen Besitzer. Doch jetzt ist die Entscheidung gefallen: Der Zweisitzer "fortwo" wird ab 2008 auch offiziell auf dem größten Automarkt der Welt eingeführt. "Wir bringen den Wagen wegen der steigenden Nachfrage nach preiswerten und spritsparenden Autos in die USA", sagte DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche in Detroit.

Bislang rechneten Beobachter mit einem Markeintritt des Smart im Jahr 2007. Auf dem US-Markt haben alle Hersteller derzeit damit zu kämpfen, daß die Absatzzahlen für sportliche Geländewagen und große Pick-ups wegen anhaltend hoher Benzinpreise einbrechen. Chrysler hat in den ersten fünf Monaten 2006 erneut deutliche Absatzverluste gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Auch General Motors (GM) und Ford haben mit Absatzeinbußen zu kämpfen. Hersteller wie GM, Toyota und Honda drängen daher mit Kleinwagen auf den Markt. Sie alle erwarten, daß die steigenden Benzinpreise das Interesse an Daimlers Kleinstem steigen lassen.

Der Smart wird dennoch nicht zum alltäglichen Straßenbild gehören. Der Konzern gab zwar keine offizielle Absatzprognose bekannt, doch in der Vergangenheit war über mögliche 20.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr spekuliert worden. Jährlich werden in den USA fast 17 Millionen Pkw verkauft. In Kanada ist der fortwo seit 2004 zu haben. 2005 hat das Unternehmen dort 4000 Fahrzeuge verkauft, doppelt so viele wie ursprünglich prognostiziert. Den Vertrieb in den USA gibt DaimlerChrysler in die Hände der unabhängigen Autohandelskette United Auto Group.

Zetsche will so zum einen die Vertriebskosten niedrig halten und den Wagen nur in urbanen Gegenden und nicht im gesamten Händlernetz von Mercedes-Benz oder Chrysler anbieten. "Wir wollen den Vertrieb auf Metropol-Regionen fokussieren", begründete Zetsche den Schritt. Ursprünglich hatte DaimlerChrysler den Smart fortwo bereits 2005 auf den US-Markt bringen wollen und präsentierte ihn im selben Jahr auf der Auto Show in Detroit. Die Gelände-Studie formore schaffte es gar nicht erst in die Messehallen und wurde bald wieder eingestampft.

Statt dessen kommt 2008 nur der Nachfolger des fortwo auf den US-Markt. In den ersten fünf Monaten 2006 hat Smart insgesamt 49.400 Autos verkauft, ein Fünftel weniger als im Vorjahreszeitraum. DaimlerChrysler gibt die Einstellung des Roadster und den angekündigten Stop des Viersitzers ForFour als Gründe für den Rückgang an. Seit der Gründung 1998 hat Smart keinen Gewinn gemacht, 2007 soll erstmals die Gewinnschwelle überschritten werden. Zuletzt hatte DaimlerChrysler 300 Stellen bei der Tochter gestrichen, um die Kosten zu senken.

"Es gibt mehrere Anzeichen, daß sich die langjährige amerikanische Affäre mit großen Autos schließlich dem Ende neigt", schrieb das Magazin "Time". Einziger Haken: Der Satz stand 1973 in der Zeitschrift. Der Siegeszug der Geländewagen stand da erst noch bevor. Mehr als 30 Jahre später muß sich zeigen, ob diesmal Kleinwagen tatsächlich eine Chance auf dem US-Markt bekommen.

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