Smart fortwo electric drive (2016): Fahrbericht

Smart fortwo electric drive (2016): Fahrbericht

— 18.11.2016

Frecher Elektroflitzer

Der Smart fortwo electric drive macht Spaß – besonders, wenn er beim Ampelstart die anderen Autos stehen lässt. AUTO BILD ist das Elektroauto gefahren.

Als Verkehrshindernis wurde der erste Smart vor 20 Jahren wahrgenommen, wenn er sich mit seinem schwachbrüstigen Suprex-Motor und automatisiertem Schaltgetriebe hoppelnd in Bewegung setzte. Damit ist es längst vorbei. Heute zeigt der Smart anderen Verkehrteilnehmern beim Ampelstart oft frech die Rückleuchten. Besonders dann, wenn es sich um die vollelektrische Variante handelt, die im Frühjahr 2017 unter der etwas sperrigen Bezeichnung Smart fortwo electric drive auf den Markt kommt. AUTO BILD ist den Elektro-Smart bereits gefahren.

Hybrid- und Elektro-Neuheiten bis 2022

Jaguar i-Pace Lucid Motors Atvus VW CUVe Illustration

Elektromotor leistet 81 PS

Video: Smart electric drive (2017)

Smart unterwegs im E-Auto

Der im Heck plazierte Drehstrom-Synchronmotor, ein von Renault zugeliefertes Aggregat, liefert ansatzlos stolze 160 Newtonmeter Drehmoment, die Maximalleistung liegt bei 81 PS. Damit spurtet der Flitzer wie vom Gummiband gezogen in 4,9 Sekunden auf 60 km/h, die klassische Disziplin 0 auf 100 km/h wird in 11,5 Sekunden absolviert – und zwar ohne jegliche Schaltpausen. Eine Übersetzung genügt, und zwar bis zur Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. An diesem Punkt läuft der fortwo spürbar in den Abregler: Es wäre wohl noch deutlich mehr drin, doch das würde auf die Reichweite gehen. Bis zu 160 Kilometer weit kommt der Zweisitzer offiziell, bevor die Batterien nachgeladen werden müssen, im realistischen Fahrbetrieb dürften es rund 130 bis 140 Kilometer sein. Das liegt ungefähr auf dem Niveau des Vorgängermodells und habe sich laut Daimler als völlig ausreichend erwiesen. Der Smart ist als Stadtauto gedacht.

Smart fortwo im Test

Alle News und Tests zu Smart

Überraschend präzise durch die Kurven

Wer es mag, der kann die Rekuperation per Eco-Taste so einstellen, dass das Bremspedal weitgehend überflüssig wird. Dieses Ein-Pedal-Gefühl, das etwa beim BMW i3 obligatorisch ist, macht für manche Kunden den Reiz eines Elektroautos aus. Der Smart lässt die Freiheit, darauf zu verzichten. Obwohl er nun wirklich kein Sportwagen ist, lässt sich der Stromer überraschend präzise durch Kurven dirigieren. Die Seitenneigung bleibt in erträglichen Maßen, und die Fahrwerksabstimmung bietet einen guten Kompromiss aus Komfort und Straffheit.

Renault Twingo vs. Smart forfour

Der unmögliche Cabrio-Vergleich: Bentley gegen Smart

Der Innenraum erinnert an den Ur-Smart

Die Armaturentafel ist ergonomisch durchdacht, übersichtlich und bietet ungewöhnlich viele Ablagen.

Die Armaturentafel ist ergonomisch durchdacht, glänzt durch Übersichtlichkeit und bietet ungewöhnlich viele Ablagemöglichkeiten. Smart knüpft hier wieder an den frech-fröhlichen Look des Ur-Smart an. Und hebt die Formensprache auf eine neue Ebene: Die Flächen und Radien im Interieur erinnern an das Design von Fiat Panda und Kia Soul, doch sie sind noch konsequenter umgesetzt. Nur Pedanten werden die wenigen Schalter und Knöpfe monieren, die direkt aus dem Renault-Regal stammen. Der Smart ist eben ein Schwestermodell des Renault Twingo. An Eigenständigkeit mangelt es allerdings dem Navigationssystem. Es stammt von TomTom und orientiert sich in Grafik und Bedienführung an der etablierten TomTom-Logik, nicht etwa an den anspruchsvollen Telematik-Systemen von Mercedes. Wenn die Navigation nicht gebraucht wird, lassen sich auf dem Bildschirm die Energieströme darstellen, die durch das Auto zucken.

Smart fortwo electric drive (2016): Fahrbericht

Nach 45 Minuten Ladezeit ist der Akku bei 80 Prozent

Wenn der Stromvorrat zur Neige geht, kann der 17,6 kWh große Lithium-Ionen-Akku in relativ kurzer Zeit aufgeladen werden: Von null auf 80 Prozent verstreichen an der Haushaltssteckdose sechs Stunden, mit einer Wallbox reduziert sich die Ladezeit auf 3,5 Stunden. Und wenn der 22-kW-Schnellader eingebaut ist, verbleiben ganze 45 Minuten, bis der Akku die 80-Prozent-Schwelle erreicht.

Smart fortwo electric drive (2016): Fahrbericht

Autor:

Jens Meiners

Fazit

Die E-Mobilität ist kein Luxus mehr: Der fortwo electric drive kostet knapp 22.000 Euro, für den forfour werden 22.600 Euro fällig, und das schicke Cabrio kostet rund 25.000 Euro. Davon dürfen 4400 Euro gleich wieder abgezogen werden – denn auf diesen Betrag beläuft sich die Subvention, mit der die zögernde Bevölkerung staatlicherseits zum Umstieg auf Elektroautos gelockt werden soll. Wer zugreift, der erhält einen praktischen Kleinstwagen mit konkurrenzlos niedrigen Betriebskosten. Und einen Smart, der mit diesem Antrieb noch ein bisschen frecher geworden ist.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.