Smart fortwo (2014): Fahrbericht

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Smart fortwo: Fahrbericht

— 03.11.2014

So fährt der neue Smart

Der neue Smart startet Ende November. Mit neuem Getriebe fährt er deutlich ruckfreier. 2016 kommt die elektrische Variante.

Video: Smart fortwo (2014)

Erste Fahrt im neuen Smart

Der Champion der City meldet sich zurück: Nach einem schier endlosen Vorspiel bringt Daimler jetzt tatsächlich den neuen Smart an den Start. Kurz und knapp geschnitten wie eh und je und genauso poppig gezeichnet wie der Vorgänger, aber ansonsten plötzlich ein fast schon erwachsenes Auto, das endlich sogar ein bisschen Fahrspaß bietet: So kommt der neue fortwo zu Preisen ab 10.895 Euro Ende November in den Handel. Wenn später die weitere Motoren und Ausstattungsvarianten folgen, dürfte der Spaß noch einmal ein wenig billiger werden, unter die 10.000er-Marke wird es der Mini-Mercedes aber auch dann wohl nicht schaffen. 

Zehn Zentimeter mehr Außenbreite versprechen mehr Bewegungsfreiheit im Innenraum.

Dass alles vertraut und doch irgendwie ganz anders ist, merkt man im neuen Smart schon bei der allerersten Sitzprobe – nicht nur, weil das Zündschloss jetzt endlich ans Lenkrad gerückt ist und im Mitteltunnel Platz macht für eine pfiffige Kleinkram-Schublade unter dem Getriebewählhebel. Sondern vor allem, weil in dem noch immer verdächtig von Playmobil inspirierten Innenraum mit seinen quietschbunten Farben und verspielten Formen jetzt ein ganz neues Raumgefühl herrscht. Denn während der fortwo in der Länge unveränderte 2,69 Meter misst und deshalb auch weiterhin quer geparkt werden darf, geht er um ganze zehn Zentimeter in die Breite und macht Schluss mit dem Gekuschel zwischen den beiden Insassen. Aber mit der Breite ändern sich nicht allein das Platzangebot und der Auftritt, der jetzt deutlich bulliger und auch ein bisschen ernsthafter wirkt.

Smart fortwo / forfour (C453): Sitzprobe

Der Smart fährt entspannter, das Fahrwerk bleibt straff

Der neue Smart fährt auch ganz anders. Viel ruhiger, weniger nervös und nicht mehr ganz so aufgeregt rollt er mit seiner breiteren Spur schön stabil durch die Kurven und vermittelt einem endlich ein gutes Gefühl für die Straße. Zwar ist er mit Rücksicht auf den extrem kurzen Radstand und die Angst vor dem Umkippen noch immer ziemlich straff gefedert und das ESP etwas wachsamer als bei anderen Autos. Aber das Gehoppel von gestern wird man im neuen Smart allenfalls noch auf Kopfsteinpflaster erleben.

Dank neuer Getriebe ist Schluss mit dem Kopfnicken

Neu im Smart: ein manuelles Sechsganggetriebe (Serie) oder ein Sechsgang-Doppelkupplungsbox (Aufpreis).

Dass sich der Smart viel erwachsener anfühlt und besser fährt, hat noch einen anderen Grund: Die beiden Dreizylinder mit 71 und 90 PS sind endlich an ordentliche Getriebe gekoppelt. Wo das automatisierte Schaltgetriebe die Smart-Fahrer früher durchgeschüttelt hat wie einen Wackeldackel, hat man sein Glück jetzt mit einem manuellen Getriebe selbst in der Hand oder kann die Arbeit einer sehr soliden und im Segment einzigartigen Doppelkupplung überlassen. Wie man’s nimmt, immer fühlt sich der Smart damit jetzt nach einem echten Auto an, selbst wenn die Fahrleistungen zumindest beim Basismodell natürlich noch immer vergleichsweise mager sind. Immerhin braucht der 1,0-Liter-Sauger zähe 14,9 Sekunden von 0 auf 100 und schafft gerade mal 151 km/h. Im 0,9-Liter-Turbo geht es da schon ein bisschen flotter zur Sache: Zwar ist auch für ihn schon bei 155 km/h Schluss, aber wenigstens ist er in 10,7 Sekunden auf Tempo 100. Aber Geschwindigkeit war noch nie die Stärke des Smart, und muss es bei einem Stadtflitzer auch gar nicht sein.

6,95 Meter Wendekreis – das ist weltrekordverdächtig

Bei der Länge ist sich der Smart fortwo mit 2,69 Metern treu geblieben.

Was die eigentliche Agilität des fortwo ausmacht, ist sein winziger Wendekreis: Weltrekordverdächtige 6,95 Meter von Bordstein zu Bordstein reichen dem Kleinstwagen für eine Kehre. Das klingt spektakulär und fühlt sich noch spektakulärer an: man fährt förmlich Kreise um sich selbst, muss beim Einparken aufpassen, dass man am Ende nicht unfreiwillig quer in der Lücke steht und empfindet sogar einen Autoscooter als unhandlich. "Alles bleibt anders", das ist die Botschaft, mit der Daimler seinen Winzling auf den Weg bringt und den Smart nach 1,5 Millionen Exemplaren als Wegbereiter einer neuen, urbanen Mobilität feiert. Und womöglich ist den Schwaben mit der Neuauflage des Kleinstwagens tatsächlich ein großer Wurf gelungen.

Die Materialien sind nicht immer hochwertig

Doch wer bei all dem Jubel ein bisschen genauer hinschaut, der findet durchaus auch Grund zur Kritik. Dass die Materialauswahl nicht überall Mercedes-Qualität hat, mag dem hohen Kostendruck und der Kooperation mit Renault geschuldet sein und wird zumindest teilweise durch die Zusammenarbeit mit dem Veredler Brabus kompensiert. Und über manch einen Mangel auf der Ausstattungsliste kann man sich mit dem umfangreichen Katalog an Extras hinweg trösten. Immerhin gibt es ein cooles Navi zum Festeinbau und sogar eine kostenlose Pfadfinder-App fürs Smartphone.

Smart fortwo/forfour (2014): Preise

Smart fortwo und forfour: Preise Smart fortwo und forfour: Preise

Die Heckklappe des neuen Smart öffnet wie gewohnt geteilt nach oben und unten.

Aber spätestens in der Öko-Wertung sieht der Bonsai-Benz eher grau als grün aus. Denn mit einem sogar leicht gestiegenen Grundgewicht von bestenfalls 880 Kilo und konventionellen Motoren reicht es an der Zapfsäule nicht für einen nennenswerten Fortschritt, so dass der fortwo zunächst mit bestenfalls 4,1 Litern Verbrauch in der Liste steht. Das ist nicht schlecht, aber auch kein Ausrufezeichen mehr und wird obendrein davon geschwächt, dass es den neuen Smart erst einmal nicht mit E-Motor gibt. Zumindest bis 2016, räumen die Schwaben ein und setzten dann gleich zum doppelten Konter an: Auch den E-Smart wird es künftig als Zwei- und Viertürer geben. Denn ein Smart, so die Botschaft, kommt selten allein.

Smart fourjoy ed: IAA 2013

Smart fourjoy ed Smart fourjoy ed Smart fourjoy ed

Autor: Thomas Geiger

Stichworte:

Kompakt-SUV

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