Smart fortwo in den USA

Smart fortwo in den USA

— 08.11.2007

Kleines Auto, großes Kino

Die USA sind reif für den fortwo, sagt Smart. Rund zehn Jahre nach seinem Europa-Debüt geht der Mini-Daimler im Land der Superlativen an den Start – begleitet von einer ausgeklügelten Imagekampagne.

Armes Amerika. Die Lebensfreude in den Staaten hat in letzter Zeit ein paar dicke Dämpfer bekommen. Die Benzinpreise steigen, weshalb der durstige Pick-up als Statussysmbol wohl bald ausgedient hat. Und jetzt streiken auch noch die Drehbuchautoren in Hollywood: David Letterman und Jay Leno gehen die Gags aus, berichten die Nachrichtensender voller Sorge. Das Ausmaß dieses Desasters können wir uns kaum vorstellen. Bei uns streikt ja nur die Bahn, auf Schmidt folgt Pocher, und an hohe Benzinpreise haben wir uns längst gewöhnt. Doch den Nordamerikanern naht Hilfe, und zwar aus Stuttgart. Daimler schickt den Smart in die USA und will den Autofahrern das Lächeln ins Gesicht zurückzaubern. Während seit rund zehn Jahren bereits 770.000 Exemplare durch europäische Großstädte wuseln, haben die meisten Amis den fortwo noch nie gesehen.

Seit Monaten rührt Smart schon die Werbetrommel

Kleines Auto vor großer Brücke, symbolischer geht es nicht. Der Smart fortwo soll die USA erobern.

Damit soll jetzt Schluss sein: "Das richtige Auto zur richtigen Zeit", philosophiert Smart und rührt schon seit Monaten die große Werbetrommel für den Winzling, der im Januar 2008 an die ersten amerikanischen Kunden ausgeliefert wird. Während einer Roadshow quer durchs Land stehen sie Schlange, berichtet der Hersteller stolz. Bis Mitte November sollen so über 75.000 Menschen in mehr als 50 Städten erreicht werden. Ein bisschen kaufen kann man sogar auch schon: Wer 99 Dollar Anzahlung leistet, hat sich seinen Smart schon mal gesichert. 30.000 Kunden sollen das Angebot bereits genutzt haben.

Solche Zahlen müssen allerdings im Kontext gesehen werden, immerhin geht es hier um den größten Automarkt der Welt. Nur mal so zum Vergleich: Allein in Italien und Frankreich zählte Fiat für den neuen 500 noch vor der Markteinführung bereits 80.000 Vorbestellungen. Kein Wunder, denn dort ist die Baureihe seit Jahrzehnten Kult. Ein Status, den sich der Smart in den USA erst noch erarbeiten muss. Während dem italienischen Autofahrer traditionell ein bisschen Blech und Charme ausreichen, ist der Amerikaner technisch anspruchsvoller. Vor allem sicher soll ein Auto sein, dazu ökologisch unbedenklich und natürlich geizig mit dem teuren Kraftstoff umgehen. Sauber und sparsam, das sieht man dem Kleinen auf den ersten Blick an. Aber "sicher"?

Das Thema wirft dem amerikanischen Betrachter doch arge Sorgenfalten ins Gesicht. Schließlich sind die strengen staatlichen Anforderungen auch ein Grund dafür, dass erst die zweite Generation des fortwo in den USA antreten darf. Bei ihr wurden bestimmte Details eigens an die lokalen Sicherheitsvorgaben angepasst: Die Airbags zünden zweistufig, die Türen wurden verstärkt, die vordere Stoßstange ist größer als die der Europa-Version. "Der neue Smart wurde von den Mercedes-Benz-Sicherheitsexperten entwickelt", ruft die Daimler-Tochter in Erinnerung. Diese Argumentation zieht und ersetzt schon fast den fehlenden Stern auf dem Fronthäubchen. Ach ja, "ESP und ABS sind Standard", erklärt die Pressemappe den amerikanischen Journalisten. Für uns nichts Neues, mit anderen Worten: Der Elch und wir wissen schon, warum.

Smart überlässt in den USA nichts dem Zufall

Nette Idee während der Pressevorstellung: Neugierig guckt der fortwo aus seinem Hotel-Fenster in den Innenhof.

Mit Elchen haben es die Kalifornier eh nicht so, es darf gerne noch eine Nummer größer sein. Zur Pressekonferenz lädt man uns ins CinéArts movie theater von San Jose, mit einer XXL-Portion Popcorn und Coke lehnen wir uns im roten Sessel zurück und verfolgen die ersten amerikanischen Smart-Werbespots auf der Leinwand. In einem stapft ein mächtiger Dinosaurier durch die Stadt, ein Pärchen schafft es auf der Flucht gerade noch in den sicheren Smart. Godzilla will den Wagen platt machen, doch nix da – der fortwo hält Stand. Auch die anderen Spots geizen nicht mit Hollywood-Größen. Tom Hanks taucht auf, Steve Martin, Jean Reno … spätestens hier wird klar, dass Smart nichts dem Zufall überlässt. Sollen die Drehbuchautoren ruhig streiken, die fleißigen Schwaben haben ihre Hausaufgaben gemacht und lassen die amerikanischen Autofahrer wieder lächeln. Nicht nur vor der Leinwand, sondern auch auf der Straße. autobild.de war mit dem fortwo in Kalifornien auf Testfahrt. Was wir dort erlebt haben, sehen Sie in der Bildergalerie!

Autor: Michael Voß

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