Smart roadster-coupé

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Smart roadster-coupé

— 05.09.2002

Smart-Fahren wird sexy

Jetzt kommt der Smartie fürs Herz: Das neue roadster-coupé zielt genau ins Lustzentrum. AUTO BILD-Mitarbeiter Georg Kacher hat die kleine Sexmaschine als Erster gefahren – und sich spontan verliebt.

Das Rennerle aus Renningen

Das soll ein Smart sein? Niemals! Schon die Proportionen dieses schwarz-silbernen Flachmanns erinnern eher an einen Porsche als an ein Stadtauto – schließlich ist das neue Rennerle aus Renningen ungewöhnlich lang, breit und flach. Also auf zur ersten Probefahrt. Hält das Smart roadster-roupé auf der Straße, was es im Stand verspricht?

Der im Heck versteckte Dreizylinder-Turbo klingt zwar wie ein getunter Rasenmäher, doch die 82 PS stehen offenbar gut im Futter. Unser Smartie geht schon an der ersten Ampel ab wie ein geölter Blitz. Für den Spurt von null auf 100 km/h nennt das Werk einen Wert von 11,2 Sekunden – der etwas leichtere Roadster ist nochmals 0,3 Sekunden schneller. Die Höchstgeschwindigkeit soll einheitlich bei 175 km/h liegen.

Dabei fährt sich der sportliche Zweisitzer völlig anders als das city-coupé – zum Glück. Die im Stadtauto extrem indirekte Lenkung mit Wünschelruten-Charakter zeigt sich im Open-Air-Smart ungewohnt präzise und agil. Als Extra gibt es für den Richtungsfinder eine Servounterstützung, aber die braucht man allenfalls beim Einparken.

Sechsganggetriebe mit Kickdown

Auch die Bremsen sind nicht wiederzuerkennen. Der frühe ABS-Eingriff gehört im roadster-coupé ebenso der Vergangenheit an wie das teigige Pedalgefühl und das Missverhältnis zwischen Aufwand und Wirkung. Ab sofort wird prompt und spurtreu verzögert, und das mit erfreulich kurzen Wegen. "Der längere Radstand und die breitere Spur haben die Fahrdynamik komplett verändert", freut sich der Entwicklungschef, Dr. Helmut Wawra. "Mit diesem Auto kann man richtig zackig um die Ecken fahren."

Gesagt, getan: Ich lasse das Gas stehen, lenke ein und halte die Luft an – doch der Smart folgt aufs Wort. Ohne Denkpause, bissigen Kommentar oder üble Nachrede. Auch in schnellen Kurven bleibt er stets richtungsstabil und beherrschbar. Der verschärfte Handlingtest auf der Kreisbahn zeigt, dass sich das roadster-coupé selbst im Grenzbereich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.

Je nach Tempo und Lenkwinkel reicht das Spektrum vom dezenten Untersteuern bis zum leichten Übersteuern. Sogar bei ausgeschaltetem ESP bleibt das Heck auf trockener Straße brav in der Spur. "Das Auto ist so gutmütig, dass wir im Gegensatz zum city-coupé vorn wie hinten das gleiche Reifenformat montieren können – 205er-Gummis auf 15-Zoll-Felgen", erklärt der technische Direktor.

Kuppelförmiger Heckaufsatz aus Glas

Besonders gut gefällt mir das stark verbesserte Sechsganggetriebe. Deutlich enger abgestuft als bisher, glänzt es mit schnelleren Schaltabläufen und besitzt jetzt endlich eine Kickdown-Funktion. Auch das lästige Zurückrollen am Berg gibt es nicht mehr: Der so genannte Anfahr-Assistent hält nach Lösen des Bremspedals für maximal 0,7 Sekunden den Wagen in Position. Das reicht, um den Fuß auf das Gaspedal umzusetzen und ruckfrei anzufahren.

Auf Wunsch lässt sich das Getriebe über Wippen am Lenkrad betätigen. Diese Option ist Gold wert, denn ohne fleißige Schaltarbeit bequemt sich der 815 Kilo leichte Zweisitzer einer eher gemächlichen Gangart. Wer zügig vorankommen will, muss früh Gas geben, spät bremsen und den Motor bis an den roten Bereich hochdrehen. Dann fließt allerdings deutlich mehr durch die Einspritzdüsen als die ausgelobte Durchschnittsmenge von 5,5 Liter Super.

Während der roadster einen klassischen Kofferraumdeckel besitzt, erkennt man das roadster-coupé am kuppelförmigen Heckaufsatz aus Glas. Auch beim Dachaufbau gibt es zwei Alternativen. Das in der Mitte geteilte Hardtop lässt sich mit wenigen Handgriffen demontieren und im Kofferraum verstauen. Das elektrische Faltverdeck gleitet dagegen auf Knopfdruck nach hinten ins Gepäckabteil. Bei beiden Varianten lassen sich außerdem die seitlichen Dachholme ausbauen und im Wagenbug unterbringen.

Flink, lifestylig, begeisternd

Neben dem rund 17.500 Euro teuren roadster-coupé mit 82 PS wird es auch ein 61 PS starkes Einstiegsmodell geben, das knapp 15.000 Euro kosten soll. Darüber hinaus dürfte 2004 eine betont sportlich aufgemachte Brabus-Variante mit 102 PS das Angebot komplettieren. Auf den Diesel will man wegen der Geruchsbelästigung diesmal verzichten. Auch die sportlichen Zweisitzer werden im französischen Hambach vom Band laufen.

"Der Break-Even liegt bei nur 8000 bis 10.000 Stück", weiß Andreas Renschler, der Vater aller Smarties. "Deshalb werden wir mit diesem Auto vom Start weg richtig Geld verdienen." Der Sport-Smart sieht pfiffig aus, ist sauber verarbeitet und vermittelt viel Fahrspaß. Der zweifarbige Flachmann mit dem markanten Überrollbügel und den lustigen Kulleraugen-Scheinwerfern nimmt stilsicher jene Fährte wieder auf, die klassische Roadster wie der Austin Healey Sprite oder der MG Midget in den siebziger Jahren verloren haben. Nicht nur deshalb ist dieses Auto ein Volltreffer: flink, lifestylig, begeisternd – kurzum: einfach sexy.

Technische Daten Dreizylinder-Reihenmotor • zwei Ventile je Zylinder • Turboaufladung • Hubraum 698 cm3 • Leistung 60 kW (82 PS) bei 5250/min • max. Drehmoment 110 Nm bei 3000/min • Heckantrieb • sequenzielles Sechsganggetriebe • Einzelradaufhängung vorn und hinten • Kofferraumvolumen max. 248 Liter • Tankinhalt 35 Liter • Länge / Breite / Höhe 3427/1615/1192 mm • Reifen 205/50 R 15 • Leergewicht 815 kg • Spitze 175 km/h • Preis ca. 17.500 Euro

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