Smart roadster und Ford Streetka

Fahrbericht Smart roadster und Ford Streetka Fahrbericht Smart roadster und Ford Streetka

Smart roadster und Ford Streetka

— 25.04.2003

Die kleinen Verführer

Sie sind jung, sexy und noch zu haben: Für weniger als 20.000 Euro bringen Smart roadster und Ford Streetka jede Menge Spaß auf die Straße.

Eingebauter Sympathie-Bonus

Was mach ich da eigentlich? Vernünftig ist das nicht. Lass mich auf zwei eigenwillige Typen ein, die nichts zu bieten haben, außer ein bisschen Nervenkitzel. Bisher hab ich ihnen nur hinterhergeschaut – fragend, ob es ein Problem für mich wäre, keine Rückbank mehr zu haben, kein festes Dach über dem Kopf. Und unterwegs zu sein mit einem Schminkköfferchen statt eines großvolumigen Kofferraums.

Der Sympathie-Bonus für die beiden Roadster von Smart und Ford zieht zumindest in diesem Sommer: Wer Streetka und Smartie fährt, bleibt nicht lange allein beim Einparken, sondern dreht vor einem größeren Publikum.

Auch wenn der Neue so ausschaut, als bräuchte der Fahrer zum Starten eine Fernbedienung – Smartie startet ganz konventionell, nur dass das Zündschloss des 1,19 Meter flachen Zweisitzers wie beim city-coupé in der Mittelkonsole sitzt. Der Dreizylindermotor mit 698 Kubik zündet mit einem dumpfen Tenor. Als wolle er mir sagen: "Wenn ich mal groß bin, werde ich ein Mercedes-Benz."

Stürmischer Smart roadster

Den Ampelstart jedenfalls schafft der Kleine schon genauso gut. Der stärkste aller Smart-Motoren stürmt mit 82 PS davon, als wolle er allen beweisen: Mich hängt so leicht keiner ab. Beim Schalten die gewohnte Smart-Prozedur: kurz nicken. Das automatisierte Sechsganggetriebe arbeitet zwar etwas schneller als beim city-coupé, nervt aber immer noch. Da hilft nur Eigenarbeit: den Dreizylinder über 4000 Touren bei Laune halten und mit den Lenkradwippen die Gänge wechseln. Und schon zwitschert der Turbo über das Wastegate (Überdruckventil) bei jedem Wechsel dazu.

Die Ford-Ingenieure pfeifen auf einen Turbo und scheren sich nicht um Heavy-Metal-Sound aus dem Endrohr. Zum Roadster fehlt dem Ka-Cabrio einfach der Heckantrieb und die Passform eines Schuhanziehers. Dafür geht der 95-PS-Motor einen strammen Schritt. Das straffe Fahrwerk bleibt sehr lange sehr brav und hält stur die Spur – das ist auch gut so, denn Fords kleiner Straßenfeger muss ohne ESP auskommen.

Das Stabilitätsprogramm gehört im Smart zur Serie – für einen Aufschneider mit Heckmotor und Hinterradantrieb sehr vernünftig. Durch seinen schlanken Körper – auf zehn Kilogramm kommt ein PS (beim Ka sind es elf Kilo) – und das Temperament eines erwachsenen Sportwagens ist der Roadster wahrscheinlich die spannendste Affäre des Sommers.

Alltagstauglicher Ford Streetka

Der Streetka passt besser in den Alltag. Auf einer Länge von 3,65 Metern steckt ein Kofferraum (214 Liter), der zwei Reisetaschen oder den Wochenendeinkauf schluckt. Dagegen öffnet Smartie großmäulig gleich zwei Klappen (145 Liter), versetzt uns damit aber schon, wenn wir zwei Boutiquetüten und ein paar Aktenordner unterbringen möchten.

Wer den MCC-Roadster fahren will, transportiert am besten nur seinen Beifahrer. Und den sollten Smart-Lenker zumindest mögen. Denn Fahrer- und Beifahrersitz trennt nur eine Handbreite, bei geschlossenem Stoffverdeck bekommt der Smart zusätzlich zur Knautsch- auch noch die Kuschelzone. Damit Singles aber nicht ins Leere greifen, lässt sich der Beifahrersitz im Smart nach vorn klappen. Dann finden sie in der Rückenlehne einen Dosenhalter.

Und auch im Streetka sollten nur Menschen zusammen reisen, die sich ausgesprochen sympathisch sind. Bei geschlossenem Himmel verwandelt sich das Cabrio in eine Kapsel. Das Stoffverdeck mit Plastikheckscheibe wird mit zwei Bügeln am Rahmen der Windschutzscheibe befestigt. Bei Sonnenschein verschwindet die komplette Kapuze mit wenigen Handgriffen unter einem festen Deckel, und bald bläst der Fahrtwind – wie es sich für ein Cabrio gehört.

Technische Daten im Überblick

Im Smart ist die Heckscheibe fest montiert, zwischen offen und geschlossen bietet der Roadster noch einen Mittelweg: Die abnehmbaren Dachholme können auch am Auto bleiben, sodass das Verdeck sich auf Knopfdruck wie ein Faltdach nach hinten schiebt.

Für richtiges Kitzeln sorgen Smart und Streetka aber erst, wenn sie sich ganz ausziehen. Je mehr die beiden Roadster ablegen, desto mehr sollten die Passagiere allerdings anziehen. Damit die Nerven kitzeln und der Hals nicht kratzt.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.